Verkehr

Engere Wandsbeker Chaussee ist noch nicht vom Tisch

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Wird die Wandsbeker Chaussee in Hamburg verengt?

Wird die Wandsbeker Chaussee in Hamburg verengt?

Foto: Klaus Bodig

Die rot-grüne Koalition im Bezirk Wandsbek hält an einem geschützten Radweg auf der „Magistrale 1“ fest.

Hamburg. Die rot-grüne Koalition in Wandsbek hat einen neuen Anlauf genommen, die Wandsbeker Chaussee zu verengen. Die unter Verkehrsplanern als „Magistrale 1“ geführte Einfallstraße soll ab Hammer Straße stadteinwärts einen geschützten Radweg (protected bikelane) bekommen und deshalb künftig nur noch vier statt sechs Spuren haben. Bisher sind diese Pläne an der Landesebene gescheitert.

„Die protected bikelane zahlt auf die Gesundheit der Radfahrer und auf den Lärmschutz ein, außerdem macht sie den Straßenraum attraktiver“, begründete der Verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Patrick Martens, den gemeinsamen Antrag der Koalition im Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek. Die CDU wollte davon nichts wissen und erklärte, die Verengung der stauträchtigen Straße sei den Autofahrern nicht zuzumuten.

Beplanung eines Straßenumbaus für geschützte Radwege dauert mindestens ein Jahr

Die Wandsbeker Wirtschaft hat in ihrem letzten Jahresbericht für 2019/2020 wieder den unattraktiven Straßenraum an der Wandsbeker Chaussee als „großes Hemmnis einer positiven Entwicklung“ bezeichnet und ausdrücklich eine Verengung der Straße angeregt.

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Die Verkehrsbehörde hatte im Vorfeld auf Anfrage der Linken allerdings mitgeteilt, für die nächsten zwei Jahre keine Umbaumaßnahmen für die Wandsbeker Chaussee zu planen. Die Linke beantragte deshalb, zunächst einmal provisorisch mit einem Pop-up-Radweg zu beginnen und diesen auch gleich auf der Verlängerung der Wandsbeker Chaussee, der Wandsbeker Marktstraße, einzurichten. Allein die Beplanung eines Straßenumbaus für geschützte Radwege dauert mindestens ein Jahr.

Widerstand der Koalition

Doch die Initiative scheiterte am Widerstand der Koalition. Dem Vernehmen nach bestand die SPD auf dem Koalitionsvertrag, der nur einen geschützten, aber keinen provisorischen und ungeschützten Radweg vorsieht.

Die rot-grüne Koalition hatte schon in der letzten Legislatur beschlossen, die Wandsbeker Marktstraße durchgehend auf vier Spuren zu verengen. Damals erhob die Polizei Sicherheitsbedenken, das Projekt verschwand in der Schublade. Wandsbeker Chaussee und Wandsbeker Marktstraße sind „Landesstraßen“, der Bezirk kann sie also ohne ein Okay aus dem Rathaus nicht umgestalten.

( axö )

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