Energieversorgung

Doch kein Holz aus Namibia für Hamburgs Wärme

Das  Heizkraftwerk Tiefstack. (Archivbild)

Das Heizkraftwerk Tiefstack. (Archivbild)

Foto: picture alliance / Petra Schumacher

Wärme Hamburg sehe derzeit „ohne wirtschaftlich relevante Umbauten keine Möglichkeit der Nutzung von großen Mengen an Buschbiomasse“.

Hamburg.  Die Umweltbehörde hat sich vorerst von der Idee verabschiedet, in Hamburg Wärme durch aus Namibia importiertes Buschholz zu erzeugen. Vor einem Jahr hatte sie nach eigenen Angaben „auf Anfragen aus Namibia einen ergebnisoffenen Prozess gestartet, um die Chancen für eine energetische Nutzung von namibischer Buschbiomasse in Hamburg zu prüfen“.

Das Projekt sollte für beide Seiten Vorteile bieten. „Dafür sollte in Arbeitsgruppen unter Einbindung namibischer und deutscher Experten aus NGOs, Wissenschaft und Verwaltung die technische Machbarkeit sowie wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte geprüft werden“, so die Behörde.

Wirtschaftlich relevante Umbauten wären nötig

„In einem Zwischenergebnis hat sich herausgestellt, dass eine Verbrennung der Buschholzbiomasse (Häcksel oder Pellets) in einem Fernwärmekraftwerk technisch möglich ist.“ Die Wärme Hamburg sehe „allerdings kurzfristig, in den nächsten zwei bis drei Jahren, ohne wirtschaftlich relevante Umbauten keine Möglichkeit der Nutzung von großen Mengen an Buschbiomasse“.

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Zugleich räumte die Umweltbehörde von Senator Jens Kerstan (Grüne) ein, dass es ihr nicht möglich sei, eine „umfassende Ökobilanz“ eines solchen Projektes zu erstellen und „darüber hinausgehende entwicklungspolitische und sozio-ökonomische Fragen“ zu klären. Darum habe man nun das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gebeten. Im Spätsommer werde die Behörde einen „Bericht zum aktuellen Stand des Prüfprozesses“ vorlegen.

Kritiker wie die Umweltorganisation Robin Wood hatten das Projekt nicht nur aus klimapolitischen und ökologischen Gründen abgelehnt – sondern auch von „neokolonialen Mustern“ gesprochen. Robin Wood begrüßte jetzt die Entscheidung, warnte aber vor einer Wiederaufnahme nach der nun angestoßenen Prüfung durch das Bundesministerium.

( jmw )

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