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Elbautoren: Ein Stipendium für junge Leseratten

| Lesedauer: 12 Minuten
Claas Greite
Die Autorinnen Stefanie Taschinski (l.) und Jutta Nymphius am Theater Hoheluftschiff.

Die Autorinnen Stefanie Taschinski (l.) und Jutta Nymphius am Theater Hoheluftschiff.

Foto: Roland Magunia

Schriftstellervereinigung unterstützt Kinder und Jugendliche, die Literatur lieben, sich aber keine eigenen Bücher leisten können.

Hamburg. Unter den Einschränkungen in der Corona-Zeit leiden besonders Kinder und Jugendliche. Deshalb wollen die Elb­autoren, eine Vereinigung Hamburger Schriftsteller im Kinder- und Jugendbereich, etwas für diese Gruppe tun. Sie haben ein Stipendium für junge Menschen ins Leben gerufen, die lesebegeistert sind, aber sich keine eigenen Bücher leisten können.

„Es fällt zurzeit so viel weg an kulturellen Angeboten, die besonders wichtig sind für Kinder und Jugendliche, die aus buchfernen Familien kommen. Die dürfen wir nicht verlieren“, sagt Stefanie Taschinski von den Elbautoren. Deshalb sei gerade jetzt die Initiative wichtig, die nach der Corona-Krise weiterlaufen soll.

Kleine Bibliothek mit handsignierten Büchern

Angesprochen fühlen dürfen sich Lehrerinnen, Bibliothekarinnen, Mitarbeiter in Stadtteilkulturzentren und alle anderen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Sie können den Elb­autoren eine mögliche Stipendiatin oder einen Stipendiaten vorschlagen. Dafür infrage kommen alle jungen Lese-Fans, die aus eher nicht so begüterten Verhältnissen kommen. „Vorschläge gehen am besten per E-Mail an uns“, sagt Elbautorin Jutta Nymphius.

Sie schildert, wie das Stipendium genau abläuft: „Das Kind beziehungsweise der oder die Jugendliche bekommt ein Jahr lang einmal im Monat Lese-Post von uns. Wir schneidern ein besonderes Angebot auf die jeweilige Person zu.“ Ein Elbautor oder eine Elbautorin schickt jeweils eines seiner Werke und dazu ein persönliches Anschreiben. Im nächsten Monat ist dann ein anderer Autor dran.

„Am Ende hat die Stipendiatin oder der Stipendiat dann eine kleine Bibliothek mit zwölf handsignierten Büchern und Briefen von Elbautoren.“ Dieser besondere Schatz, so die Hoffnung, könne der Grundstein sein für eine lebenslange Lese-Laufbahn.

Unterstützung auch für Jugendliche, die schreiben

Eine Anzahl von Stipendiaten ist nicht festgelegt. Das Programm finanzieren die Elbautoren aus eigener Tasche. Eine konkrete Altersbegrenzung gibt es nicht, „wir freuen uns auch über Jugendliche ab etwa zwölf, 13 Jahren, denn wir haben auch viele tolle Jugendbuchautorinnen und -autoren bei uns“, so Jutta Nymphius.

Für junge Buchfans, die selbst gerne schreiben, bieten die Elbautoren ebenfalls Unterstützung an. „Jugendliche, die selbst Texte verfassen und dazu eine professionelle Meinung haben möchten, können sich gern an uns wenden. Sie erhalten dann in absehbarer Zeit ein Feedback von einem unserer Mitglieder“, sagt Stefanie Taschinski. Teil des Feedbacks seien dann auch Tipps für Schreibgruppen und Workshops, „da gibt es ja viele tolle Angebote in Hamburg.“

Stipendium der Elbautoren läuft bereits in Thüringen

Das Stipendium der Elbautoren läuft bereits – bisher allerdings nicht in Hamburg, sondern in Thüringen. Derzeit werden drei Kinder aus dem Bundesland unterstützt, bisher gebe es „sehr positive Rückmeldungen“, sagt Stefanie Taschinski. Der Anstoß dafür kam von dem Kölner Kinder- und Jugendbuchautor Rüdiger Bertram.

Über ihn kam ein Kontakt zu einer Bibliothekarin aus Thüringen zustande, die konkrete Ausgestaltung übernahmen dann aber die Elbautoren, die die Initiative nun auch in Hamburg und Umgebung verwirklichen möchten – und darüber hinaus. „Für die Idee suchen wir bundesweit Mitstreiter. Dafür wollen wir auch im Herbst bei der Buchmesse in Frankfurt am Main bei den Kollegen werben“, sagt Jutta Nymphius.

Elbautoren verstehen sich als Netzwerk

Das Elbautoren-Stipendium ist nur eine von vielen Initiativen der Gruppe, die sich als Netzwerk versteht. 2017 gründeten sich die Elbautoren aus dem Gefühl heraus, dass die Kinder- und Jugendliteratur in Tiefe und Breite etwas mehr Aufmerksamkeit verdient habe – auch und gerade im Vergleich mit der sogenannten Erwachsenenliteratur. Seit der Gründung des Netzwerks habe sich aber schon viel verbessert, „in Hamburg haben wir offene Türen eingerannt“, sagt Jutta Nymphius.

Verschiedene Mitstreiter helfen dabei, dass die Kinder- und Jugendliteratur stärker als früher im Fokus steht. So gibt es seit 2018 den „Buchentdeckertag“ im Altonaer Museum, den die Elbautoren gemeinsam mit dem Verein Seiteneinsteiger, dem Lesenetz Hamburg und dem Kinderbuchhaus im Altonaer Museum organisieren. Gemeinsam mit dem Carlsen-Verlag realisierten die Elbautoren das Vorlesebuch „Volle Fahrt voraus!“, das in diesem Frühjahr erschien.

Preise zu gewinnen

  • Die Elbautoren, gegründet 2017, sind ein Netzwerk Hamburger Schriftsteller im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Es gibt etwa 50 Mitglieder, dazu gehören unter anderen Kirsten Boie und Ursel Scheffler.
  • Eine aktuelle Aktion des Netzwerks ist ein Quiz, das noch bis zum 8. August läuft. Wer Fragen zu dem Buch „Volle Kraft voraus!“ (das auch in den Bücherhallen ausleihbar ist) richtig beantwortet, kann Preise gewinnen. Mehr Infos zu Quiz und Stipendium unter www.elbautoren.de, Kontakt: mail@elbautoren.de

Die positive Entwicklung wird derzeit allerdings von der anhaltenden Corona-Krise überschattet. „Es ist eine schwere Zeit. Viele unserer Mitglieder leben etwa zu 80 Prozent von den Lesungen. Und von denen fallen sehr viele weg“, sagt Stefanie Taschinski. Zwar gebe es Online-Lesungen, aber das sei kaum dasselbe – „der Kontakt zu den Kindern fehlt einfach.“

Die Elbautoren blicken nach vorn und hoffen auf den Sommer und den Herbst, wenn vielleicht wieder mehr kulturelle Veranstaltungen und eben auch Lesungen möglich sein werden. Und, wer weiß, vielleicht können sich die Elb­autoren dann auch bald einen Traum erfüllen. Sie haben nämlich die Idee, von Hamburg aus mit einem Schiff auf große Fahrt zu gehen, natürlich auf der Elbe. Die Lese-Reise soll Richtung Dresden führen – und natürlich sollen unterwegs viele Stopps eingelegt werden, für Veranstaltungen an den Ufern und im Hinterland des Stroms.

Die Paten:

TGI Mittelstandsberatung

Die TGI Mittelstandsberatung ist ein Hamburger Unternehmen, gegründet im Jahr 2000. Wir sind der Meinung, dass Lesekompetenz wichtig ist für die Entwicklung der Meinungsbildung und der gesellschaftlichen Teilhabe.

Sich außerhalb der elektronischen Mediennutzung mit Themen auseinanderzusetzen ist notwendig, um sie richtig einordnen zu können. Uns ist es wichtig, dass junge Menschen Lesefreude erleben können, und wir möchten einen Teil dazu beitragen. Deshalb beteiligen wir uns gern am Projekt „Lese-Paten“ des Hamburger Abendblattes.

Power GMBH

Die Power Personen-Objekt-Werkschutz GmbH ist ein Unternehmen mit Standorten in ganz Deutschland. Die Hauptverwaltung befindet sich in Hamburg. Wir haben weit mehr als 1000 fest angestellte Mitarbeiter und bieten individuelle Sicherheitsdienst­leistungen.

Die Entwicklung und Ausbildung junger Menschen ist uns sehr wichtig. Dazu gehört auch die Ausbildung von Allgemeinwissen und Meinungsbildung zu tagesaktuellen Geschehnissen. Tägliches Zeitunglesen ist ein wichtiger Bestandteil dessen. Deshalb möchten wir hier gern unterstützen.

Katrin Günter

Das Hamburger Abendblatt gehört seit meiner Kindheit zum Tag. Die Zeitung in Papierform hinterlässt immer einen bestimmten Duft und teilweise auch Druckerschwärze an den Händen.

Diese besondere Erfahrung möchte ich in dieser heutigen, digital geprägten Welt gern weitergeben. Denn das Hamburger Abendblatt vermittelt Werte und Informationen. Es in den Händen zu halten, das ist eine gute Tradition.

Induflex Schlauch- und Kompensatoren GmbH

Die Induflex Schlauch- und Kompensatoren GmbH – was ist das? Wir sind ein spezialisiertes Familienunternehmen aus Norddeutschland mit Kunden in ganz Deutschland und Europa. Und was machen wir? Seit dem Jahr 1974 sind wir Hersteller und Vertrieb von hochwertigen Schlauchleitungen für die Chemie-, Pharmazie- und Lebensmittelindustrie, den Anlagen- und Maschinenbau sowie für viele andere Industriebereiche.

Mit der Lese-Patenschaft des Ham­burger Abendblattes wollen wir junge Menschen – also künftige Arbeitnehmer aus unserer Region – dabei unterstützen, sich umfassend zu regionalen und weltweiten Ereignissen zu informieren. Eine Tageszeitung garantiert, dass die Leser nicht mit einseitigen Meinungen versorgt werden, sondern mit umfassenden Informationen.

Günter Börner Dienstleistungen OHG

Unser Familienunternehmen ist seit 35 Jahren erfolgreich von Bad Oldesloe aus tätig. Wir führen Transporte vom Pkw bis zum Sattelzug durch. Die Förderung der Entwicklung von Jugendlichen sehen wir als wichtigen Baustein, den wir sehr gern unterstützen.

Das Projekt, aktuelle politische und soziale Themen in die Schule zu bringen, sehen wir als äußerst sinnvoll an, da die Schüler so eine gute Grundlage in den Bereichen Allgemeinbildung und Verständnis für aktuelle Themen bekommen.

Pflegeteam Himmel GmbH

Die Pflegeteam Himmel GmbH mit Sitz in Stelle versorgt seit 2013 ausschließlich intensiv- und beatmungspflichtige Kundinnen und Kunden in ihrer Häuslichkeit. Wir sind der Meinung, dass Lesen bildet und Medienkompetenz geübt werden muss – besonders in Zeiten von „Fake News“.

Kein anderes Medium ist dafür so gut geeignet wie die Tageszeitung. Daher freuen wir uns, Lese-Pate für das Gymnasium in Hittfeld zu sein, um den Nachwuchs vor Ort zu fördern und die Schulklassen zu unterstützen.

passage gGmbH und passage gastronomie

Die passage gGmbH bietet Menschen mit sehr schlechten Chancen auf Beschäftigung eine Perspektive. Die passage gastronomie gGmbH bietet Schulessen für den Bereich Süderelbe. Wir meinen: Lesefertigkeiten und eine gute Allgemeinbildung sind grundlegend für Ausbildung und Erwerbsarbeit.

Als Beschäftigungsgesellschaft und Schulessencaterer beteiligen wir uns gern mit einer Lese-Patenschaft an den Anstrengungen der schulischen Bildung, diese Fähigkeiten und Kenntnisse praxisnah zu vermitteln. Zeitunglesen gehört dazu!

Sparkasse Südholstein

Was ist der Unterschied zwischen der Sparkasse Südholstein und anderen Geldinstituten? Wir heißen Sparkasse, nicht Bank. Der Unterschied liegt auch in unserem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement. Dabei sind uns die Anliegen von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig.

Das Projekt „Lese-Paten“ fördert die Medienkompetenz und den Umgang mit Informationen. Deshalb sind wir gerne Lese-Pate des Hamburger Abendblattes. Allen Schülerinnen und Schülern wünschen wir viel Spaß beim täglichen Lesen!

Hamburger Feuerkasse

Kinder und Jugendliche an Qualitäts-medien wie das Hamburger Abendblatt heranzuführen, das ist wichtiger denn je. Gern sind wir im Rahmen unseres gemeinnützigen Engagements in der Hansestadt daher wieder als Lese-Paten der Katharinenschule in der HafenCity mit von der Partie, um die Medienkompetenz zu fördern. Viel Spaß bei der Lektüre!


Markus Schreiber, SPD

Wer nicht liest, bleibt dumm. Eine Tageszeitung bietet Hintergrund­informationen und eine Einbettung der Nachricht in einen Kontext. Donald Trump und der Brexit sind nur möglich, weil heutzutage keine umfassenden Informationen genutzt werden.

Das möchte ich ändern und unterstütze deshalb die tolle Aktion des Hamburger Abendblattes. Allen Schülerinnen und Schülern wünsche ich viel Spaß bei der täglichen Lektüre!

Biesterfeld AG

Die Biesterfeld Gruppe ist seit 114 Jahren in der Distribution von Kunststoffen und Chemikalien sowie im weltweiten Handel aktiv. Wir meinen: Das regelmäßige Lesen der Tageszeitung ist eine wesentliche Voraussetzung für Allgemeinbildung und politische Meinungsvielfalt.

Wir möchten jungen Menschen vermitteln, wie wichtig seriöse Informationsquellen und eine breit gefächerte Berichterstattung sind. Daher freuen wir uns sehr, Lese-Pate für die Berufliche Schule Am Lämmermarkt (BS 31) zu sein.

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