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Verbände schlagen wegen teurer Baustoffe Alarm

dpa

Hamburg/Kiel. Wegen stark anziehender Baukosten will sich die Wohnungs- und Bauwirtschaft mit der Landesregierung in Kiel zu einem Krisengipfel treffen. Der dramatische Anstieg der Preise für die allermeisten Baustoffe werde dazu führen, dass die Ziele beim Bau bezahlbarer Wohnungen in diesem Jahr nicht erreicht werden können, erklärten am Dienstag der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, und der Hauptgeschäftsführer der Baugewerbeverbände in Schleswig-Holstein, Georg Schareck. Es sei kurzfristig ein Treffen erforderlich.

Beide Verbände plädierten für ein befristetes Förderprogramm. Dieses solle sicherstellen, bereits begonnene und final geplante Bauprojekte auch umzusetzen. So könnten Bauunternehmen ihre Einkaufspreise für Baustoffe offenlegen, die Grundlage ihrer ursprünglichen Kalkulation gewesen seien. Nach Abschluss der Bauarbeiten werde geprüft, welche Preise wirklich gezahlt worden seien und die Differenz mit dem Förderprogramm ausgeglichen.

Die Verbände verwiesen auf Berichte der Kieler Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen über dramatische Preissteigerungen im Wohnungsbau. Demnach stiegen seit September die Preise für Latt- und Schalholz sowie für Holzfaserdämmstoffe um bis zu 100 Prozent. Betonstahl verteuerte sich demnach um bis zu 35 Prozent, Bitumen um bis zu 45 Prozent. Das führe hochgerechnet auf ein Bauvorhaben mindestens zu einem Preisanstieg von 15 Prozent.

Dieser Anstieg setze auf bereits seit Jahren kontinuierlich steigende Baupreise auf, erläuterten Breitner und Schareck. "Vor allem für Vermieter, die Wohnraum zu bezahlbaren Preisen anbieten, ist es inzwischen kaum mehr möglich, guten Gewissens ein Bauprojekt zu starten", sagte Breitner.

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( dpa )