Digitalisierung

Hamburgs CDU will mehr Senioren ins Internet bringen

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Die CDU möchte Senioren helfen, mehr digitale Kompetenzen zu erwerben. (Symbolbild)

Die CDU möchte Senioren helfen, mehr digitale Kompetenzen zu erwerben. (Symbolbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Katja Sponholz / picture alliance / dpa

Corona hat die Digitalisierung enorm beschleunigt. Wer jedoch nicht das technische Wissen hat, wurde in vielen Bereichen abgehängt.

Hamburg.  Videokonferenzen mit Kollegen oder Freunden, Shoppen im Internet oder mal eben auf dem Smartphone einen Termin beim Arzt, Friseur oder im Testzentrum buchen: Die Corona-Krise hat die Digitalisierung fast zwangsläufig enorm beschleunigt.

Umgekehrt hat sie auch schonungslos offengelegt: Wer keinen vernünftigen Internetzugang hat, nicht die nötigen Endgeräte oder einfach nicht das technische Wissen, wurde in vielen Bereichen abgehängt. Prominentestes Beispiel waren die Impftermine, die vor allem viele Senioren nur mithilfe von Kindern und Enkeln buchen konnten.

Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft bringt daher für die Sitzung am 5. Mai einen Antrag ein, der das Problem aufgreift: „Hamburger miteinander vernetzen – Erwerb digitaler Kompetenzen bei Senioren und Migranten professioneller und transparenter fördern und somit auch ein Zeichen gegen Vereinsamung und für gesellschaftliche Teilhabe setzen“.

Expertenanhörung habe die Defizite klar benannt

Ein ähnlicher Antrag der CDU war im August 2020 abgelehnt worden. Doch immerhin habe es daraufhin im Winter eine Expertenanhörung gegeben, die auf großes Interesse gestoßen sei und die die Defizite klar benannt habe, sagt Andreas Grutzeck, seniorenpolitischer Sprecher der CDU. Er räumt zwar ein, dass auch Rot-Grün das Thema aufgegriffen habe, wirft dem Senat aber vor, mit der Einrichtung eines runden Tisches auf Zeit zu spielen. Einige Punkte ließen sich sofort umsetzen.

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„Unter hamburg.de über alle Angebote im Bereich Erwerb von digitalen Kompetenzen für Senioren und Migranten zentral zu informieren, kostet weder viel Geld noch viel Zeit, schafft aber für die Betroffenen und die Angehörigen Transparenz“, sagt Grutzeck. Und für jene, die noch gar nicht digital unterwegs sind, könne die direkte Zielgruppenansprache über Zeitungen oder durch Flyer bei Ärzten, Apotheken, Friseuren und bei Physiotherapeuten erfolgen.

Zahl der Kurse durch Anreize ausweiten

„Und natürlich muss die Zahl der Kurse durch Anreize ausgeweitet werden, beispielsweise in Form von Schulprojekten, bei denen Jugendliche Senioren und Migranten in der Erlangung von digitalen Kompetenzen schulen“, sagt Grutzeck. „Dies verbindet auch die Generationen. Auch kann der Senat das Thema WLAN-Ausbau in Pflegeheimen schon jetzt angehen.“ Er fordert zudem die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Digitalisierung in der Pflege.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

„Die durch die Pandemie beschleunigte Digitalisierung von immer mehr Lebensbereichen sorgt trotz zahlreicher Vorteile leider auch dafür, dass jene, die die Angebote nicht nutzen, Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe verlieren“, sagt Grutzeck. „Es ist nicht hinnehmbar, dass der Senat es toleriert, dass Teile der Gesellschaft von der Digitalisierung ausgeschlossen werden. Es ist Zeit zu handeln.“

( dey )

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