Prozess in Hamburg

Schwer kranke Welpen in Hamburg über das Internet verkauft

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Ein 33-Jähriger soll mit schwer kranken, viel zu jungen Hundewelpen gehandelt haben. Ab Montag steht der Mann vor Gericht (Symbolbild).

Ein 33-Jähriger soll mit schwer kranken, viel zu jungen Hundewelpen gehandelt haben. Ab Montag steht der Mann vor Gericht (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Zoonar | Svetlana

Ein 33-Jähriger steht ab Montag vor Gericht, weil er zum Teil todkranke Hundebabys auf eBay-Kleinanzeigen angeboten haben soll.

Hamburg. Gerade in Corona-Zeiten, in denen sich viele Menschen einsam und isoliert fühlen, boomt das Geschäft mit Hundewelpen. Die Sehnuscht nach einem Freund für Leben scheint groß zu sein. Das nutzen auch Kriminelle skrupellos aus, die über das Internet illegalen Handel mit todkranken Hundebabys betreiben. In Hamburg steht ab Montag ein 33-Jähriger vor dem Amtsgericht St. Georg, der schwer erkrankte Hundewelpen über eBay-Kleinanzeigen angeboten haben soll.

Dem Mann werden Betrug und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ist nach Angaben vom Freitag überzeugt, dass die Tiere aufgrund einer viel zu frühen Trennung von der Mutter schwer erkrankten. Zwischen März und Juni 2020 habe der Angeklagte fünf Welpen verkauft und den neuen Besitzern den Gesundheitszustand verschwiegen. Kurz darauf starben die Welpen an sogenannter Parvovirose, einer Viruserkrankung.

Skrupelloser Welpenhandel in Hamburg: Hunde an Parvovirose erkrankt

Darüber hinaus werden dem Mann weitere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Last gelegt: Im Juni 2020 hielt er nach Überzeugung der Anklage in seiner Wohnung am Rodeweg in Billstedt elf Hundewelpen in einem Käfig, die jünger als acht Wochen alt und teilweise ebenfalls an Parvovirose erkrankt waren.

Im Dezember hatte die Polizei den skrupellosen Welpenhandler in seiner Wohnung festgenommen. Der 33-Jährige ist der Polizei bereits länger bekannt. Immer wieder fiel er wegen Eigentums-, Drogendelikten und sogar Raub auf. Dann entdeckte er offenbar den Welpenhandel als lukrative Einnahmequelle.

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Über Kontakte in osteuropäische Länder soll er sich die oft erst wenige Wochen alten Tiere besorgt haben, die er über eBay-Kleinanzeigen anbot. Interessenten log er vor, dass die Hunde mindestens acht Wochen alt, gepflegt und gesund seien.

Tipps zum verantwortungsbewussten Welpenkauf:

  • Keine Mutter, kein Kauf: Bestehen Sie darauf, das Muttertier zu sehen: Ist sie gesund? Hat sie ein Gesäuge? Manchmal zeigen Online-Verkäufer irgendeine Hündin der gleichen Rasse, während die wahre Mutter in Osteuropa in einer Welpenfabrik leidet.
  • Vorsicht, wenn der Verkäufer viele verschiedene Welpen anbietet: Bei einer großen Auswahl unterschiedlicher Rassewelpen verschiedenen Alters ist davon auszugehen, dass der Verkäufer als Zwischenhändler fungiert.
  • Welpen brauchen die Mutter mindestens bis zur achten Woche: Erst dann sind sie in ihrer Entwicklung so weit, dass sie von ihren Wurfgeschwistern und von der Mutter getrennt werden können.
  • Vorsicht bei Desinteresse des Verkäufers: Ein verantwortungsvoller Züchter will sichergehen, dass es seinen Welpen in ihrem neuen Zuhause gutgeht.
  • Kaufen Sie niemals aus Mitleid: Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt und Sie Zweifel an der Seriosität des Verkäufers haben, kaufen Sie nicht. Informieren Sie stattdessen die Polizei oder das Veterinäramt.
  • Schließen Sie einen Kaufvertrag ab: Dort können Sie alle wichtigen Details zum Hund und Personalien festhalten.
( coe/dpa )