Bildung

Hamburg verschiebt die Reform des Abiturs

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Eine Abiturprüfung in Corona-Zeiten. (Archivfoto)

Eine Abiturprüfung in Corona-Zeiten. (Archivfoto)

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Schulsenator Ties Rabe (SPD) zieht Vorlage zur Erhöhung der Kursbelegungen zurück. Massiver Druck von Eltern und Lehrkräften.

Hamburg.  Die Reform des Abiturs mit dem Ziel einer qualitativen Verbesserung ist erst einmal vom Tisch. Die zwischen den Bürgerschaftsfraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP 2019 vereinbarte Verlängerung des Schulfriedens bis 2025 sieht unter anderem vor, dass Abiturienten generell 40 Oberstufenkurse statt wie bisher zum Teil nur 32 Kurse einbringen müssen, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden.

Die Schulleitungen der weiterführenden Schulen und die Schulbehörde sollten dazu einen Vorschlag zur Umsetzung erarbeiten. Doch nun hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) eine Vorlage seines Hauses zur Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO AH) kurzfristig zurückgezogen.

Massiver Druck von Eltern und Lehrkräften

Damit ist sicher: Die geplanten Änderungen, die laut Schulfriedensvertrag „eine breitere Allgemeinbildung und eine leistungsgerechtere Abiturnote“ bringen sollen, werden nicht im kommenden Schuljahr umgesetzt und damit nicht für die Abiturienten der Jahrgänge 2023 (Gymnasium) bzw. 2024 (Stadtteilschule) gelten.

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„Das ist ein großer Erfolg von Eltern, Pädagogen und Pädagoginnen“, sagte Yvonne Heimbüchel, Sprecherin der Fachgruppe Gymnasien der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Behörde habe die Vorlage „aufgrund des massiven Drucks von Eltern und Lehrkräften sowie der GEW weitgehend“ zurücknehmen müssen.

Geplante Abkehr vom Doppelstundenprinzip

Die Schulbehörde liefert eine andere Begründung. „Die Kultusministerkonferenz will im Rahmen der kürzlich beschlossenen ländergemeinsamen Vereinbarungen das Abitur in den einzelnen Ländern noch stärker angleichen“, sagte Behördensprecher Peter Albrecht. Dazu solle insbesondere überprüft werden, wie viele Oberstufenkurse die Abiturienten künftig einbringen müssen. „Schulsenator Rabe hat entschieden, die Ergebnisse der Beratungen in der KMK abzuwarten“, sagte Albrecht.

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„Die Vorschläge der Behörde bedeuten eine weitere Entfernung von der pädagogisch sinnvollen Profiloberstufe hin zu einer zergliederten Einzelfachschule mit dem Fokus auf einen zentral vorgegebenen Wissenskanon“, sagte Heimbüchel. Die ebenfalls geplante Abkehr vom Doppelstundenprinzip wäre „organisatorischer Wahnsinn“. In Hamburg müssen Schüler zwischen 32 und 40 Oberstufenkurse einbringen, deren Noten zwei Drittel der Gesamtnote ausmachen.

Zwei Änderungen der Abiturprüfung mit Beginn des nächsten Schuljahres

Dagegen sollen zwei Änderungen der Abiturprüfung mit Beginn des nächsten Schuljahres eingeführt werden. Bei der Präsentationsprüfung als Alternative zur mündlichen Prüfung wird der Gesprächsteil mit zwei Dritteln gegenüber der eigentlichen Präsentation mit einem Drittel gewichtet – statt wie bislang zur Hälfte. Zudem erhalten die Schüler des Vorsemesters an den Stadtteilschulen (elfte Klasse) künftig fünf statt vier Wochenstunden Mathematik.

( pum )

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