Hamburger Hochbahn

Wie U- und S-Bahn die Fahrgäste in Corona-Zeiten lenken

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Ulrich Gaßdorf
Katharina Pape von der Hochbahn steht am Bahnhof Berliner Tor zwischen den Pfeilen des Wegeleitsystems.

Katharina Pape von der Hochbahn steht am Bahnhof Berliner Tor zwischen den Pfeilen des Wegeleitsystems.

Foto: Mark Sandten / FUNKE FOTO SERVICES

14 Stationen haben bereits sogenannte "Wegeleitsysteme". Laut Hochbahn ist die Akzeptanz der Maßnahme hoch.

Hamburg.  U- und S-Bahn sind auch in Zeiten von Corona für Hunderttausende Hamburger das wichtigste Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu fahren oder wichtige Besorgungen zu erledigen. Aktuell liegen die Fahrgastzahlen zwar um mehr als 50 Prozent unter dem normalen Wert in Vor-Pandemie-Zeiten, aber trotzdem sind die Knotenpunkte zu den Hauptverkehrszeiten immer noch gut frequentiert.

Und damit sich dann die Fahrgäste nicht zu nahe kommen, hatte die Hochbahn bereits im August vergangenen Jahres ein Pilotprojekt in den Haltestellen Wandsbek Markt und Hagenbecks Tierpark gestartet, „um die Fahrgastströme zu entzerren, damit sich die Menschen gerade in Corona-Zeiten nicht in die Quere kommen“, sagt Katharina Pape, Managerin Kunde und Markt bei der Hochbahn.

Richtungspfeile auf Hamburgs Bahnsteigen

Die Lösung war ganz einfach: Auf die Treppen zu den Bahnsteigen und auf den Wegen in den Stationen wurden Mittellinien und Richtungspfeile geklebt – so wie im Straßenverkehr. „Unsere Beobachtungen auf den Pilothaltestellen haben gezeigt, dass die Kunden dieses Wegeleitsystem annehmen und sich daran weitgehend halten“, sagt Pape.

Das spiegeln auch die Ergebnisse einer Marktforschung auf den beiden Pilothaltestellen wider, die dem Abendblatt vorliegen. Demnach halten 85 Prozent der befragten Fahrgäste diese Art Markierung für hilfreich. 90 Prozent wollen sich künftig an die vorgegebenen Wege halten.

Ausbau des Corona-Wegeleitsystems

Diese positive Reaktion der Fahrgäste nahmen die Verkehrsunternehmen zum Anlass, ihr sogenanntes Corona-Wegeleitsystem sukzessive auszubauen.

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Gemeinsam haben U- und S-Bahn die Haltestellen Jungfernstieg, Barmbek, Hauptbahnhof, Ohlsdorf und Berliner Tor mit den Markierungen ausgestattet. Dazu kommen bei der Hochbahn die Stationen Kellinghusenstraße, Schlump, Wandsbek-Gartenstadt und Billstedt. Die Hochbahn hat insgesamt auf rund 2,5 Kilometern Markierungen angebracht.

Wegeleitsystem auch an S-Bahnhöfen

Die S-Bahn hat außerdem das Wegeleitsystem in ihren Bahnhöfen Dammtor, Harburg-Rathaus, Reeperbahn, Landungsbrücken und Hamburg Airport eingeführt.

Ein S-Bahn-Sprecher sagte dem Abendblatt. „Die Markierungen bieten eine zusätzliche Orientierung für unserer Fahrgäste, damit sich die Laufrichtungen insbesondere in den Treppenbereichen nicht durchkreuzen.“ Die Wegeleitung ergänze die Hygienemaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr, und dazu gehören etwa die Hygiene-Teams, das automatische Öffnen der Türen und die umfangreiche Informationskampagne.

Hamburger Hochbahn zufrieden

Die Hochbahn zieht eine positive Bilanz. „Wir haben dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Knotenpunkte sind abgedeckt. In den kleineren Haltestellen gibt es nicht so große und inein­anderlaufende Fahrgastströme“, sagt Katharina Pape von der Hochbahn. Ob die Wegeleitsysteme in den 14 Stationen auch nach der Corona-Krise bleiben oder sogar auf weitere Stationen ausgeweitet werden, wird zurzeit geprüft.

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