Angriffe in Hamburg

Mann lässt schwangere Freundin misshandeln – Prozess startet

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Eine 17 Jahre alte Schwangere wurde in Hamburg in Parkanlagen brutal überfallen. Ihr damaliger Freund ist nun angeklagt, weil er die Attacken in Auftrag gegeben haben soll (Symbolbild).

Eine 17 Jahre alte Schwangere wurde in Hamburg in Parkanlagen brutal überfallen. Ihr damaliger Freund ist nun angeklagt, weil er die Attacken in Auftrag gegeben haben soll (Symbolbild).

Foto: IMAGO / photothek

Der 26-Jährige soll Komplizen beauftragt haben, die 17-Jährige in Parks brutal zu überfallen – weil er nicht Vater werden wollte.

Hamburg. Die brutale Tat hatte viele Hamburger schockiert: Ein 26-Jähriger soll versucht haben, gewaltsam die Fehlgeburt des Kindes seiner 17-jährigen Freundin herbeizuführen. Dazu soll der Mann Überfälle in Parkanlagen arrangiert haben, bei der die werdende Mutter schwer misshandelt wurde.

Ab kommenden Montag muss sich der 26-jährige Ahmad H. sowie einer seiner mutmaßlichen Komplizen vor Gericht verantworten. Den Angeklagten wird gemeinschaftlicher versuchter Schwangerschaftsabbruch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Ahmad H. soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei zwei Gelegenheiten Angriffe auf seine schwangere Freundin inszeniert haben, um zu erreichen, dass diese durch Gewalteinwirkung das gemeinsame Kind verliert.

Unbekannter trat der schwangeren 17-Jährigen in den Bauch

Zu dem ersten "Überfall" kam es am 27. Oktober 2019 bei einem gemeinsamen Spaziergang in dem Park "An der Steinbek" in Billstedt. Dort erschien plötzlich ein unbekannter Mittäter, der das schwangere Mädchen attackierte. Er schlug ihr in das Gesicht, brachte sie zu Boden und trat ihr in den Bauch sowie in den Rücken, sagte die Erste Staatsanwältin Liddy Oechtering am Freitag.

Ahmad H. tat damals noch so, als verfolgte er den Täter, der seine Freundin so brutal angegriffen hatte. Das Mädchen erlitt Rückenschmerzen, das Kind im Mutterleib blieb jedoch unversehrt. Eine Anzeige bei der Polizei wurde nach dem Überfall nicht gestellt.

Werdender Vater soll die Schwangere getreten haben

Fünfeinhalb Monate später wurde die Minderjährige erneut misshandelt. Am 13. April 2020 ging Ahmad H. gegen Mitternacht mit seiner nun bereits im achten Monat schwangeren Freundin in den Blohms Park. Dort ließ er sie kurzzeitig allein, so Oechtering. Demnach soll der nun Mitangeklagte der 17-Jährigen ins Gesicht geschlagen und ihr immer wieder kräftig in den Bauch getreten haben. Der werdende Vater soll die Attacke beauftragt haben.

Besonderes schockierend: Auch Ahmad H. selbst soll im weiteren Verlauf des Angriffs auf seine Freundin eingeschlagen haben und anschließend geflüchtet sein. Und das alles, weil er offenbar um jeden Preis verhindern wollte, Vater zu werden.

Die 17-Jährige erlitt stumpfe Verletzungen am gesamten Körper und bekam vorzeitige Wehen – es musste ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden. Die Taten flogen erst Anfang des Jahres auf, nachdem die junge Frau bei der Polizei eine Aussage machte, die den Mann schwer belastet. Das Kind ist mittlerweile geboren und gesund.

( coe )

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