Hunderte Teilnehmer betroffen

Bußgelder drohen: Polizei beendet Lauf-Event in Hamburg

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André Zand-Vakili
Der Wilhelmsburger Insellauf fand zum 40. Mal statt.

Der Wilhelmsburger Insellauf fand zum 40. Mal statt.

Foto: HA

Hunderte Sportler waren auf der Strecke des 40. Wilhelmsburger Insellaufs. Der Veranstalter sieht keinen Corona-Verstoß.

Hamburg. „Digital“ sollte der 40. Wilhelmsburger Insellauf stattfinden. So planten es die Veranstalter der Traditionsveranstaltung. Tatsächlich befanden sich am Wochenende zahlreiche Läufer auf der Strecke. Auch ihre Laufzeiten wurden gemessen. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte beendete den Lauf mit Hilfe der Polizei. Dem Veranstalter, aber auch den Läufern, drohen jetzt Bußgelder.

Passanten hatten die Behörden informiert, nachdem ihnen am Sonntag Läufer mit Startnummern entgegenkamen. „Dabei haben wir dem Veranstalter im Vorfeld mitgeteilt, dass so ein Lauf nicht genehmigungsfähig ist“, heißt es vom Bezirksamt Mitte. „Trotzdem ist er durchgeführt worden. Deswegen mussten wir die Veranstaltung abbrechen.“

Beim Veranstalter „BMS – Die Laufgesellschaft“ sieht man das ganz anders. Es habe gar keine Veranstaltung gegeben. „Damit hat aus unserer Sicht nichts Genehmigungspflichtiges stattgefunden“, sagt Geschäftsführer Steven Richter. Zwar habe man Startnummer und Medaillen verschickt. Es habe aber beispielsweise keinen gemeinsamen Start gegeben.

Insellauf-Veranstalter: Teilnehmer waren individuell unterwegs

Am Sonntag hätten sich Individualsportler individuell sportlich als Läufer betätigt. „Wir und die Sportler haben sich an alle Corona-Regeln gehalten“, so Richter. Allerdings habe man „Starthilfe“ gegeben, indem man verschiedene Zeitfenster anbot, um den Lauf zu beginnen.

So sei verhindert worden, dass sich zu einem traditionellen Starttermin, der den Läufern bekannt sei, zu viele Menschen gleichzeitig eingefunden hätten, um die Strecke zu laufen. Außerdem habe man Zeitmessungen angeboten. „Run&Collect“ nennt das das Unternehmen auf seiner Internetseite und geht davon aus, dass das den Regeln entspricht.

Beim Bezirksamt will man dieser Argumentation bislang nicht folgen. „Wir prüfen aktuell die Konsequenzen für die Teilnehmer und den Veranstalter“, heißt es von dort. Immerhin habe man mehrere Hundert Läufer angetroffen. Beim „Nicht-Veranstalter“ spricht man von rund 270 Läufern, die in viereinhalb Stunden dort gelaufen seien.

Jetzt will Richter das noch intensivere Gespräch mit den Bezirksämtern suchen. Beim anstehenden Hammer Lauf will man keine Startnummern oder Zeitnahme anbieten. Wer laufen will, kann laufen und über eine App teilnehmen, bei der man allein an den Start geht.

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