Coronavirus

In Hamburg gibt es kurzfristig Impftermine – am selben Tag

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In Hamburg einen Impftermin zu bekommen, ist derzeit so einfach wie nie. Mit einer Einschränkung.

In Hamburg einen Impftermin zu bekommen, ist derzeit so einfach wie nie. Mit einer Einschränkung.

Foto: Roland Magunia

Die Stadt erwartet deutlich mehr Impfstoff-Lieferungen im April. Einige Menschen können sogar spontan eine Impfung bekommen.

Hamburg. Zwar hat das Impfen zuletzt auch in Hamburg an Fahrt aufgenommen, wie der große Andrang im Impfzentrum über Ostern gezeigt hat. Trotzdem kann die Sozialbehörde noch nicht absehen, wie schnell in den kommenden Monaten geimpft werden kann. Grund: Bisher wurden dem Senat erst die Impfstofflieferungen bis Ende April angekündigt. „Wir können daher für den Mai noch keine belastbaren Planungen vornehmen“, sagte Behördensprecher Martin Helfrich dem Abendblatt auf Nachfrage.

Fest stehen immerhin die Lieferungen bis Ende April, also bis zur 17. Kalenderwoche (KW17) – wenn die Firmen ihre Zusagen einhalten. Auffällig ist dabei, dass in nächster Zeit kaum noch Astrazeneca-Impfstoff in Hamburg ankommen wird. Im Detail erwartet Hamburg zur Impfung in den Impfzentren folgende Liefermengen: In dieser Woche sollen 40.950 Dosen von Biontech ankommen, dazu 9600 von Astrazeneca.

49.400 Corona-Impfdosen für kommende Woche erwartet

In der kommenden Woche (KW15) werden 35.000 Dosen von Biontech, 4800 von Astrazeneca und 9600 von Moderna in Hamburg erwartet – und in KW16 ausschließlich 52.650 Biontech-Dosen. In der letzten Aprilwoche sollen dann 29.250 Dosen von Biontech in Hamburg ankommen und 18.000 von Moderna. Astrazeneca liefert weder in KW16 noch in KW17.

Die hier genannten Mengen beziehen sich ausschließlich auf das Impfzentrum. Hinzu kommen die Biontech-Lieferungen, die jetzt an die niedergelassenen Ärzte gehen. In Hamburg sind das laut Kassenärztlicher Vereinigung Hamburg zunächst etwas weniger als 20.000 Dosen für diese und rund 20.000 Dosen für kommende Woche.

Immer mehr Hamburger lehnen Astrazeneca-Impfstoff ab

Sozialbehördensprecher Martin Helf­rich sagte, dass die Zahl der Menschen zuletzt „erheblich zugenommen“ habe, die eine Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca ablehnten, nachdem dieser für seltene Thrombosen im Gehirn verantwortlich wurde. Allerdings würden auch viele Hamburger sich gerne mit Astrazeneca impfen lassen, weil sie sich davon eine frühere Impfung versprächen.

Derzeit ist es so einfach wie nie, telefonisch oder im Internet Impftermine zu vereinbaren – teilweise sogar noch am selben Tag. Eine Hamburgerin berichtet, dass sie um 12.30 Uhr auf gut Glück bei der Telefonnummer 116 117 angerufen und nach einem Termin im Impfzentrum gefragt habe. Sie staunte nicht schlecht, dass sie erstens relativ schnell durchkam und zweitens von ihrem Gesprächspartner gefragt wurde, wie spontan sie sei – er hätte nämlich einen Termin um 15.30 Uhr frei.

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Sogar für ihren Ehemann bekam die Hamburgern noch einen Termin, nämlich um 17.30 Uhr. Und von dem Mann am Telefon den Tipp, weiterzusagen, dass es sich für Impfberechtigte lohnen könnte, alle paar Stunden mal nach Terminen zu fragen – "da tut sich nämlich im Laufe eines Tages einiges."

Kurzfristig Impftermine in den Messehallen bekommen

Verständlich: Selbst wenn nur ein Prozent aller Termine abgesagt werden, sind das bei bis zu 7000 pro Tag schon 70, die neu vergeben werden müssen. Kurzfristig erhalten Sie hier via Internet einen Impftermin. Einziges Kriterium: Man muss zur aktuellen Prioritätsgruppe gehören.

Behördensprecher Helfrich betonte, dass man sich den Impfstoff derzeit nicht aussuchen könne. Eine solche Auswahl wäre „nicht zu disponieren“, so Helfrich. Eine Impfung nach Wunsch sei nicht zu organisieren, wenn man den Impfstoff effizient einsetzen wolle. Wer die Impfung mit einem bestimmten Vakzin ablehne, müsse möglicherweise noch Monate auf eine Impfung warten, die andernfalls sofort möglich wäre.

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