Schwere Verläufe

Vier an Covid-19 erkrankte Kinder im UKE beatmet

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Im UKE wurden bislang vier Kinder wegen einer schweren Erkrankung an Covid-19 beatmet.

Im UKE wurden bislang vier Kinder wegen einer schweren Erkrankung an Covid-19 beatmet.

Foto: IMAGO / teamwork

Derzeit infizieren sich mehr jüngere Menschen mit Corona. Hamburgs Kliniken bewerten die Anzahl schwerer Fälle unterschiedlich.

Hamburg.  Spürbar mehr Kinder und Jugendliche stecken sich in der dritten Welle der Pandemie mit dem Coronavirus an. Derzeit werden nach Senatsangaben fünf Infizierte im Alter von unter 20 Jahren stationär in Hamburger Kliniken behandelt. Doch steigt die Zahl schwerer Erkrankungsverläufe bei jungen Menschen an? Die Hamburger Kliniken bewerten die Lage unterschiedlich.

Auf den Kinderstationen des Universitätsklinikums Eppendorf wurden bislang mehr als 30 junge Patienten mit Covid-19 versorgt. Sechs von ihnen zeigten so starke Symptome der Lungenkrankheit, dass sie auf der Kinderintensivstation versorgt werden mussten, sagte UKE-Sprecherin Saskia Lemm. Vier von ihnen wurden beatmet.

Mehr schwere Corona-Fälle bei Kindern?

Eine Tendenz zu mehr gravierenden Fällen bei Kindern verzeichne man dort aber nicht: „Wir beobachten derzeit weder einen Anstieg der Anzahl infizierter Kinder auf unseren Stationen noch eine Verschiebung zu jüngeren Altersklassen“, so Lemm.

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Die Asklepios Kliniken schätzen die Lage anders ein. In der Kinder- und Jugendmedizin am Heidberg wurden zuletzt auch an Corona infizierte Säuglinge und Kleinkinder behandelt, wie Sprecher Mathias Eberenz sagte. Zwar konnten alle in verbessertem Zustand wieder entlassen werden. Doch die Entwicklung der Fallzahlen verfolgen die Mediziner beim Klinikbetreiber mit Sorge. „Wir sind auf steigende Zahlen minderjähriger Patienten vorbereitet.“

Zwei Faktoren für Anstieg der Zahlen bei Kindern

Prof. Peter Höger, Ärztlicher Direktor am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, fürchtet in den jüngeren Altersgruppen sogar einen Anstieg besonders schwerer Fälle. Seiner Einschätzung nach ist ein Zusammenspiel zweier Faktoren dafür verantwortlich: Die rasante Ausbreitung der britischen Mutante B.1.1.7, die als gefährlicher gilt, treibe die Fallzahlen in Verbindung mit den Kita- und Schulöffnungen vor zwei Wochen in die Höhe.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Bislang verliefen Corona-Infektionen bei Kindern oft symptomfrei und deshalb vielfach unbemerkt. Zunehmend werden nun aber auch Spätfolgen einer Corona-Infektion auch bei Minderjährigen bekannt – bestehen die Beschwerden noch Wochen später oder verschlechtern sich sogar, ist von „Long Covid“ die Rede. Auf der anderen Seite ist noch kein Impfstoff auch für Kinder und Jugendliche zugelassen.

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