Insektenart in Hamburg

Klimawandel: Nun geht es der nächsten Tierart an den Kragen

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Eine Libelle der Art Aeshna mixta – Herbst-Mosaikjungfer – fotografiert in Hamburg-Kirchwerder. Viele Libellenarten gelten inzwischen als gefährdet.

Eine Libelle der Art Aeshna mixta – Herbst-Mosaikjungfer – fotografiert in Hamburg-Kirchwerder. Viele Libellenarten gelten inzwischen als gefährdet.

Foto: Frank Röbbelen

Die meisten Hamburger mögen diese hübschen Insekten. Besorgniserregend ist vor allem der Rückgang der Sympetrum flaveolum.

Hamburg. Sie leben in der Nähe von Gewässern und schillern häufig in den schönsten Farben: Libellen, die zudem als Indikator-Art für den ökologischen Zustand von Torfmooren, natürlichen Bachläufen und Gartenteichen dienen. Doch in Hamburg geht es dieser Tierart nun an den Kragen. Denn die Hälfte der Arten in Hamburg ist als gefährdet eingestuft, wie die Umweltbehörde am Freitag mittteilte.

Mit dem jetzt erschienen 163 Seiten starken Libellenatlas liegt eine aktuelle Darstellung zum Vorkommen und dem Gefährdungsstatus der Libellen in Hamburg vor. Während deutschlandweit bislang 81 Libellenarten nachgewiesen wurden, konnten für den Hamburger Libellen-Atlas 62 Arten beschrieben werden, die in den letzten Jahren auch auf Hamburger Stadtgebiet beobachtet wurden.

Hamburg: 30 Libellenarten gefährdet, sechs verschollen

Alarmierend: Von den 62 bewerteten Arten gelten 20 noch als ungefährdet, während für 30 Arten eine Gefährdung unterschiedlichen Ausmaßes angenommen wird. Zudem gelten sechs weitere Arten als verschollen und bei sechs Arten reichten die Daten zur Einstufung nicht aus. Für eine Überraschung sorgte die Libellenart „Kleiner Blaupfeil“: Seit der letzten Roten Liste 2008 ist diese nach langer Zeit wieder in Hamburg aufgetaucht. Der Grund ist jedoch weniger erfreulich, denn möglicherweise ist die Erderwärmung dafür verantwortlich, wie die Behörde mittteilte.

"Der Libellen-Atlas stellt fest, dass der Klimawandel insbesondere für Libellen eine große Herausforderung darstellt", heißt es in der Mitteilung weiter. Nordische Arten wie die Moorlibelle wichen zurück, da sie meistens auf besondere Standorte wie Moore angewiesen seien. Südliche, mediterrane Arten hingegen – wie die Frühe Heidelibelle – wanderten in Hamburg ein.

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Besorgniserregend ist Rückgang der gefleckten Heidelibelle

„Wir arbeiten daran, die Lebensbedingungen in Hamburg für Libellen und andere Insekten zu verbessern", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). "Wir weisen weitere Naturschutzgebiete aus und setzen neue Pflege- und Entwicklungspläne um." Nur mit einem funktionierenden Biotopverbund mit ausreichenden und unterschiedlichen Gewässern zwischen den Schutzgebieten, den Parks und Grünanlagen bis in die Stadt hinein, könnten sich seltene Libellen-Arten halten und bestenfalls auch wieder in Hamburg ausbreiten.

Besorgniserregend ist vor allem der Rückgang der gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum): In der letzten Roten Liste von 2008 galt sie noch als ungefährdet. Als Grund für den starken Rückgang der Art nennt die Behörde die vorzeitige und langandauernde Austrocknung ihrer Fortpflanzungsorte – kleine und flache Gewässer und Überschwemmungsbereiche.

( coe )

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