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1,22 Milliarden Euro für neue Wohnungen in Hamburg

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Axel Ritscher
Baukräne stehen auf einer Baustelle in Hamburg. (Symbolbild)

Baukräne stehen auf einer Baustelle in Hamburg. (Symbolbild)

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Trotzdem prognostizieren Genossenschaften für die nächsten Jahre einen Rückgang der Fertigstellungen und Probleme mit dem Bauland.

Hamburg. Steigende Investitionen, mehr Neubauten und Modernisierungen, dabei mit 1,9 Prozent ein moderater Anstieg der Mieten. Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat auf seiner Jahresbilanz für 2020 gute Zahlen präsentiert und sich als Hamburgs sozialer Vermieter präsentiert. VNW-Chef Andreas Breitner äußerte sich allerdings auch kritisch zur Entwicklung der Baupreise und zur Grundstückspolitik der Stadt.

Der VNW vertritt 50 Wohnungsgenossenschaften, 17 am Gemeinwohl orientierte Wohnungsgesellschaften und 67 Fördermitglieder. Sie verwalten mit 300.000 Wohnungen fast jede zweite Hamburger Mietwohnung. Die VNW-Durchschnittsmiete beträgt 6,95 Euro kalt und stieg damit um 13,5 Cent pro Quadratmeter. 25 Prozent des VNW-Wohnungsbestandes sind Sozialwohnungen.

2020 investierten die VNW-Unternehmen rund 1,22 Milliarden Euro in Neubau, Instandhaltung und Modernisierung. Das waren 80 Millionen Euro mehr als 2019. Für 2021 wird ein Anstieg um 200 Millionen bzw. 16 Prozent prognostiziert.

Hälfte aller Investitionen floss in den Neubau

Die Hälfte aller Investitionen floss in den Neubau. Mit 615 Millionen Euro waren es 40 Millionen mehr als 2019. Mit 2475 Fertigstellungen stieg die Zahl der neu gebauten VNW-Wohnungen gegenüber 2019 noch einmal um 67 Einheiten. Allerdings scheint der Höhepunkt überschritten zu sein: Für 2021 rechnet der VNW mit nur noch 1900 Fertigstellungen, auch die Zahl der Baubeginne, 2020 waren es noch 2600, wird in diesem Jahr auf 2140 sinken.

Probleme mit dem Bauland in Hamburg:

  • Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat sich bei der Vorlage der Jahresbilanz kritisch zur Hamburger Grundstückspolitik geäußert.
  • Die VNW-Unternehmen konnten im Jahr 2020 nur noch zwei städtische Grundstücke kaufen, um dort Mietwohnungen zu bauen – 2019 waren es noch sechs.
  • Es werde jetzt schwieriger, die im Bündnis für das Wohnen angestrebten 10.000 Wohneinheiten pro Jahr zu bauen, sagte VNW-Chef Andreas Breitner.
  • Die Stadt will Grundstücke nur noch in Erbpacht vergeben. Das verteuere die Kredite, so der VNW.

Demgegenüber ist die Zahl der Abrisse kleiner geworden: 356 waren es 2020, im Jahr zuvor noch 408. Der Anteil geförderter Wohnungen soll von rund 70 Prozent 2019 auf 85 Prozent 2021 steigen.

Die Konzentration auf geförderten Wohnungsbau liegt sicherlich auch an den stark steigenden Baukosten, die laut VNW-Gutachten bei mittlerweile 4000 Euro pro Quadratmeter Neubau angekommen sind. Entsprechend muss ein VNW-Unternehmen 12,55 Euro netto kalt nehmen, um kostendeckend zu vermieten.

Mangel an Baugrundstücken kostentreibend

Kostentreibend wirkt sich laut VNW auch der Mangel an Baugrundstücken aus. Konnten die VNW-Unternehmen 2019 noch sechs städtische Grundstücke kaufen, waren es 2020 nur noch zwei. Es werde in den kommenden Jahren schwieriger werden, die im Bündnis für das Wohnen mit der Stadt angestrebten 10.000 Wohneinheiten pro Jahr zu bauen, sagte VNW-Chef Breitner.

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Mit der Umstellung ihrer Bodenpolitik will die Stadt für den Mietwohnungsbau keine Flächen mehr verkaufen, sondern nur in Erbpacht vergeben. Das verteuert laut VNW die Kredite für die Neubaufinanzierung. Die Genossenschaften sehen darin eine Schlechterstellung gegenüber Investoren, die für den Weiterverkauf Eigentumswohnungen bauen.

Als „Herkulesaufgabe“ sieht der VNW die energetische Sanierung der Bestandwohnungen, ohne dabei die Bezahlbarkeit der Mieten aufs Spiel zu setzen. Bei der Lösung dieser Aufgabe sei auch die Politik gefordert.

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