Bezirk Nord

Schilda auf der Uhlenhorst – vier Baustellen in einer Straße

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Bob Geisler
Hamburg: In der Schenkendorfstraße auf der Uhlenhorst blicken die Anwohner aufgrund der zahlreichen Halteverbotsschilder kaum noch durch.

Hamburg: In der Schenkendorfstraße auf der Uhlenhorst blicken die Anwohner aufgrund der zahlreichen Halteverbotsschilder kaum noch durch.

Foto: Privat

Die gerade einmal 350 Meter lange Schenkendorfstraße ist mit Halteverbotsschildern übersät. Anwohner finden keine Parkplätze mehr.

Hamburg. Wenn Marcus Neumann morgens aus seiner Wohnung auf die Schenkendorfstraße tritt, muss er erst einmal einen Hindernisparcours absolvieren: Gleich vier Baustellen gibt es in der gerade einmal 350 Meter langen Straße auf der Uhlenhorst.

Auch die Parkplatzsuche ist für den Projektentwickler und viele andere Anwohner ein Graus. Überall in der Straße stehen Halteverbotsschilder. "In den vergangenen Wochen habe ich mehr als 30 Stück gezählt", sagt der 52-Jährige dem Abendblatt. "Das ist doch ein kompletter Irrsinn. Warum lässt sich das nicht besser koordinieren?"

Baustellenfahrzeuge parken auf Stellplätzen

In der Straße selbst gibt es laut Neumann praktisch so gut wie gar keine Stellplätze mehr. Und die wenigen, die doch noch vorhanden seien, würden von den zahlreichen Baufahrzeugen blockiert. "Das ist eine echte Zumutung für die Menschen hier", sagt Neumann. "Viele arbeiten corona-bedingt im Augenblick im Homeoffice. Wie soll man das aushalten?"

Laut dem Bezirksamt Hamburg-Nord wird in der Straße tatsächlich an mindestens drei Stellen gleichzeitig gebuddelt, gesägt und gehämmert. Die Abteilung Baustellenkoordination, an die sich Neumann hilfesuchend gewandt hat, listet in einer Mail Genehmigungen für zwei Baustellen an Wohngebäuden sowie eine Aufgrabung von Stromnetz Hamburg auf. Bis zum 13. März waren zudem noch Reparatur- und Wartungsarbeiten an einem Telekomschacht genehmigt. Die sind mittlerweile zwar abgeschlossen. "Dafür wird nun aber an der Ecke zum Winterhuder Weg auch noch eine Ladenfläche saniert", sagt Neumann verzweifelt.

Seit Monaten keine Verbesserung

Vom Bezirksamt hat der geplagte Anwohner bislang keine Unterstützung erhalten. "Die Verkehrsführungen und Einschränkungen durch die Baustellen werden in der Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde genehmigt, sodass die Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer möglichst auf ein Minimum beschränkt wird", heißt es in der Mail aus der Abteilung Baustellenkoordination. "Leider gelingt das nicht immer, sodass an der einen oder anderen Stelle größere Einschränkungen für kurze Zeit nicht ausgeschlossen werden können."

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Für Marcus Neumann ist die Antwort des Bezirksamts ein Affront. "Von Einschränkungen für kurze Zeit kann hier keine Rede sein", sagt er. Schon im Oktober vergangenen Jahres hatte er sich wütend an die Behörde gewandt, weil die Situation damals bereits ähnlich problematisch war. "Doch es ist seitdem nicht besser geworden, sondern noch schlimmer."

Bezirksamt: "Kein Einfluss auf Investoren"

Eine Sprecherin der Bezirksamts bat für Verständnis für die Häufung der Baumaßnahmen. Bei privaten Investoren würden Baugenehmigungen stets für drei Jahre erteilt. In dieser Zeit könne ein Bauherr frei entscheiden, wann er mit den Arbeiten beginnen wolle. "Wenn sich zwei Nachbarinvestoren fast zeitgleich zu solchen Maßnahmen entschließen, haben wir keinen Einfluss darauf und können die Umsetzung nicht verhindern", sagte sie.

Weiterhin lägen in den Straßen viele Versorgungsleitungen, die auch erneuert oder repariert werden müssten, so die Sprecherin weiter. "Die Betreiber dieser Leitungen haben ebenfalls grundsätzlich das Recht an Ihren Leitungen zu arbeiten. Hierbei versuchen wir, die Maßnahmen, soweit es sich nicht um Notmaßnahmen handelt, zeitlich in eine verträgliche Reihenfolge zu bringen."

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