Corona

Hamburger Fitnessstudio: Draußen trainieren bleibt verboten

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Prime-Time-Chef Nils Kuprat vor einem
Studio in Winterhude.

Prime-Time-Chef Nils Kuprat vor einem Studio in Winterhude.

Foto: Marcelo Hernandez

Hin und her: Erst hatte der Betreiber Prime Time aus der HafenCity Erfolg, dann setzte sich die Stadt schlussendlich doch durch.

Hamburg.  Das Fitnessstudio ­Prime Time in der HafenCity darf seinen Outdoor-Bereich für Mitglieder doch nicht öffnen – das ergibt sich aus dem am Freitag veröffentlichten Hängebeschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG). Dabei handelt es sich um eine Zwischenentscheidung im Eilverfahren. „Die Entscheidung des OVG ist nicht nachvollziehbar, da ein infektionsfreies Training im Outdoor-Bereich ermöglicht wird“, sagt Nils Kuprat, Geschäftsführer der Fitnesskette Prime Time.

Im November erst hatten die Betreiber des Fitnessstudios erwirkt, dass Outdoortraining für die Mitglieder möglich ist. Nachdem sich jemand Anfang Januar anonym über vermeintliche Verstöße gegen die Corona-Regeln beschwert hatte, nahm ein Arzt vom Infektionsschutz die Trainingsfläche genauer unter die Lupe und entschied: Damit die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können, dürfen die Mitglieder nicht in einem großen Zelt trainieren – in mehreren kleinen Zelten aber schon.

Auch das Fitnesscenter McFit hatte bundesweit zehn Outdoorgyms geöffnet

Auch das Fitnesscenter McFit hatte am 12. Februar bundesweit zehn Outdoorgyms geöffnet – doch schon nach drei Stunden schritten die Behörden ein. Sieben Tage später ergänzte dann der Senat die Corona-Verordnung um den Paragraf 4 b, wonach auch Fitnessstudios im Freien schließen müssen.

Eine Klage gegen diese Vorschrift war zwar erfolgreich. Am vergangenen Dienstag konnte das Training nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts wieder aufgenommen werden. Doch auf die Klage der Stadt am vergangenen Freitag hin entschied das OVG, dass ein Verbot des Outdoor-Trainings doch rechtmäßig sei.

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Die Stadt begründet das allgemeine Verbot unter anderem damit, dass sonst andere Fitnessstudios ebenfalls Outdoor-Training anbieten könnten. In ihrer Risikoeinschätzung beruft sie sich auf das Robert-Koch-Institut, das im Zusammenhang mit Fitnessstudios von möglichen „Superspreader-Events“ spricht.

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Auf städtischen Trimm-dich-Pfaden darf aber trainiert werden – Kuprat findet das nicht in Ordnung. „Es gibt keine Kontrolle, wie viele da trainieren. Im Outdoor-Bereich des Fitnessstudios wüssten wir, wer zu welcher Zeit vor Ort ist durch eine Reservation und zeitliche Begrenzung”. Kuprat: „Es ist falsch mit zweierlei Maß zu messen“.

( hspjk/hspmk )

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