Rückblick

Abendblatt-Redakteurin: „Was Corona mit mir gemacht hat“

| Lesedauer: 17 Minuten
Elisabeth Jessen
Elisabeth Jessen schreibt wie viele Redakteure im Homeoffice.

Elisabeth Jessen schreibt wie viele Redakteure im Homeoffice.

Foto: Elisabeth Jessen

„Positiv!“ Vor exakt einem Jahr erhielt Elisabeth Jessen die Diagnose. Mit den Langzeitfolgen der Infektion kämpft sie noch heute.

Hamburg. Wie vielen Menschen haben Sie im zurückliegenden Jahr die Freundschaft aufgekündigt, weil diese Corona verharmlosen, die tückische Infektion als Erkältung oder leichte Grippe ansehen oder plötzlich irgendwelche Verschwörungstheorien nachbeten? Bei mir war es glücklicherweise kein einziger.

Nur in meiner Verwandtschaft gibt es einen kritischen Fall, jemanden, der davon überzeugt ist, dass sich nur Menschen mit einem schwachen Immunsystem mit ­Sars-CoV-2 infizieren. Aber Verwandtschaft kann man sich halt nicht aussuchen, Freunde dagegen schon.

Ein Jahr Pandemie – wie viele Rückblicke haben wir alle schon gelesen in den vergangenen Wochen? Viele, sehr viele. Man möchte das alles eigentlich gar nicht mehr hören, wünscht sich sein Leben zurück, wie es davor einmal war, mit all der Leichtigkeit, die man als gegeben hinnahm, über die man sich keine Gedanken machte, weil sie so selbstverständlich schien.

Man wünscht sich, dass alle wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen, all die Unternehmer, Künstler, Gastronomen, Hoteliers, Minijobber, alle, die heute um ihre Existenzen bangen. Aber Wünschen beendet die Pandemie nicht.

Blauäugig und unwissend

Die Infektionszahlen steigen, und inzwischen sollten wirklich alle wissen, dass Corona keine Krankheit ist, die man automatisch überwunden hat, sobald man vom Gesundheitsamt aus der Isolation entlassen wird. Bilder wie jene aus Kassel vom Wochenende machen mich unendlich zornig, weil diese Menschen ohne Masken und ohne Abstand nicht nur sich selbst, sondern auch so viele andere in Gefahr bringen.

Wie blauäugig und unwissend war ich selbst vor genau einem Jahr, als mich am 23. März der Anruf aus dem Gesundheitsamt Eimsbüttel erreichte. Was wusste man schon vom Post-Covid-Syndrom oder Long-Covid, wie die Spätfolgen genannt werden.

Verheerende Langzeitsymptome

Denn es handelt sich bei Corona keineswegs nur um eine Lungenerkrankung, sondern um eine Erkrankung, die viele verheerende Langzeitsymptome mit sich bringen kann wie Atemprobleme, Schlafstörungen, Depressionen, Herzprobleme, chronische Erschöpfungszustände (Fatigue) und neurologische Schäden wie Konzentrationsschwächen und Gedächtnisstörungen.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Zu dritt waren sie im Gesundheitsamt Eimsbüttel damals im März 2020 im Bereich der Kontaktnachverfolgung. Wenige Wochen später wurde das Personal allein in diesem Bezirk auf 80 Kollegen aufgestockt, weil die Infektionszahlen so rasant in die Höhe gingen.

Ich war erleichtert, als mein Corona-Test positiv ausfiel

Ich war richtiggehend erleichtert, als mir Frau W. mitteilte, dass mein Corona-Test positiv sei, nachdem der erste Test vier Tage davor noch negativ ausgefallen war. Endlich hatte ich die offizielle Bestätigung dafür, warum es mir nicht so gut ging – ich hatte schon tagelang heftige Kopf- und Halsschmerzen. Unser jüngerer Sohn war schon fünf Tage zuvor positiv getestet worden.

Glücklicherweise hatte ich schon die ganze Zeit Woche nach dem Urlaub im Homeoffice gearbeitet, denn am letzten Tag unseres Skiurlaubs war Tirol zum Risikogebiet erklärt worden, und meine Familie und ich lebten ab dem 14. März in freiwilliger Quarantäne.

Meine körperliche Konstitution war zu jenem Zeitpunkt hervorragend

Naiv, wie bestimmt nicht nur ich diese neue Krankheit damals betrachtete, war ich fast erleichtert: wenn man schon infiziert ist, muss man sich wenigstens keine Sorgen vor einer Ansteckung mehr machen, dachte ich vor einem Jahr. Zumal ich keine Vorerkrankungen hatte und sicher war, Covid-19 gut wegzustecken.

Meine körperliche Konstitution war zu jenem Zeitpunkt hervorragend: Ich war in den Monaten davor dreimal pro Woche im Fitnessstudio, hatte Süßigkeiten und Knabbereien abgeschworen und war ohne die kleinste Erkältung durch Herbst und Winter gekommen. Selbst lange Abfahrten auf den Skipisten hatte ich ohne Muskelzittern in den Oberschenkeln durchgestanden. Ich war fit wie lange nicht.

Das Coronavirus übertrumpfte mein Immunsystem mühelos

Für das Coronavirus spielte das keine Rolle – es übertrumpfte mein Immunsystem mühelos. Offiziell hatte es während unseres Skiurlaubs in Serfaus keinen einzigen bestätigten Corona-Fall gegeben. In der Woche nach unserer Rückkehr hörten wir allerdings, dass sich etwa ein Dutzend Hamburger Freunde unseres jüngeren Sohnes in Serfaus ebenfalls infiziert hatten – deren Familienmitglieder erkrankten mit ein paar Tagen Verspätung ebenfalls.

Solange der Massenausbruch in Ischgl nicht publik gemacht worden war, waren die Jugendlichen noch abends gemeinsam in den Aprés-Ski-Bars unterwegs, hatten die Ferien kurz vor dem Abi noch einmal zum Feiern genutzt. Und so waren es die jungen Feierbiester, die sich zuerst ansteckten.

Alle wissen jetzt vieles besser

Zu Beginn unseres Skiurlaubs wurden laut dem Internetportal Statista in ganz Tirol nur sieben Infizierte gezählt (zwei galten bereits als genesen), am Tag unserer Abreise eine Woche später erfasste die Tiroler Statistik schon 223 Infizierte, nicht mitgezählt all jene Skiurlauber, die wie wir in ihre Heimatländer zurückreisten und dann in die dortigen Statistiken einflossen.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Den Vorwurf, wir hätten uns sehenden Auges in Gefahr begeben, weise ich bis heute von mir. Alle wissen jetzt vieles besser, aber wir reden hier von einer Zeit, als von Abstand und Kontaktbeschränkungen noch keine Rede war und selbst führende deutsche Mediziner und Politiker das Tragen von Masken noch wochenlang als überflüssig und unsinnig bezeichneten. Immerhin können wir uns zugute halten, dass wir (zumindest wissentlich) niemanden angesteckt haben.

Wir hatten einen leichten Verlauf

Selbst unsere Freunde, eine vierköpfige Familie und zwei Freunde, die mit uns im Skiurlaub waren und bei den Mahlzeiten immer mit uns am Tisch saßen, blieben gesund. In freiwilliger Quarantäne waren sie trotzdem, denn auch sie kamen ja auch aus dem Risikogebiet Tirol. Als unsere direkten Kontaktpersonen ordnete das Gesundheitsamt später auch für sie Isolation an.

Meine Familie ging in die Hamburger Statistik ein, als die Zahl bei 989 Infizierten lag – am 23. März rief Frau W. noch zwei weitere Male bei uns an – damit war unsere gesamte Familie positiv getestet (inzwischen gibt es in Hamburg mehr als 57.000 bestätigte Fälle). Wir erlebten die Infektion in unterschiedlicher Ausprägung, aber alle Symptome waren dabei: Halsschmerzen, Husten, Fieber, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, Bauchschmerzen, Durchfall, Schnupfen, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Probleme beim Atmen.

Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) erklärte mir später ein Arzt, wir alle hätten einen leichten Verlauf gehabt. Das gelte für alle Infizierten, bei denen kein Krankenhausaufenthalt nötig werde. Als mittlere Verläufe seien jene einzustufen, die in die Klinik müssten, als schwere Verläufe zählten jene, die auf der Intensivstation um ihr Leben ringen.

Mein Kurzzeitgedächtnis ließ mich ständig im Stich

Dass aber trotz meines leichten Verlaufs (ich meldete mich nicht einen Tag krank) etwas längerfristig nicht stimmt, wurde schon früh deutlich. Anfang April schrieb ich in meinem Corona-Tagebuch für das Abendblatt erstmals über meinen „Gedächtnisschwund“. Mein Kurzzeitgedächtnis ließ mich ständig im Stich, ich konnte mir vieles nicht mehr merken, litt an Wortfindungsstörungen, war wenig belastbar. Bei Tisch stieß ich ständig Gläser um – meine Bewegungen waren fahrig und unkoordiniert. Dazu quälten mich häufig starke Kopfschmerzen.

Der Hausarzt, den ich konsultierte, nahm meine Sorgen ernst und schickte mich zum Kopf-MRT. Es gebe leichte Veränderungen an den Blutgefäßen im Gehirn, sagte er, als er mir später den Befund erklärte. Solche Veränderungen in größerem Umfang nenne man Schlaganfall, aber ich solle mir keine Sorgen machen.

Ich entwickelte ein großes Geschick darin, meine kognitiven Defizite zu verbergen

Leicht gesagt. Ein Freund, der sich als Psychiater gut mit solchen Befunden auskennt, erklärte mir die Bilder folgendermaßen: Mein Gehirn sei wie ein grünes Fußballfeld, an dessen Rändern stellenweise kein Gras mehr wächst und auch nicht mehr nachwachsen wird. Allerdings gibt es ja keine Vorher-Bilder. Vielleicht waren die grauen Zonen schon vor Corona da? Wer weiß das schon? Die Kopfschmerzen, die Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis und die mangelnde Belastbarkeit ließen sich jedenfalls nicht wegdiskutieren.

Kompletter Stillstand ab Gründonnerstag in Hamburg:

Kompletter Stillstand ab Gründonnerstag in Hamburg
Kompletter Stillstand ab Gründonnerstag in Hamburg

Ein Glück, dass ich in meinem Beruf seit jeher daran gewöhnt bin, mir viele Notizen zu machen. Ich entwickelte ein großes Geschick darin, meine kognitiven Defizite zu verbergen, aber es strengte mich ungemein an. Da kam mir zugute, dass das soziale Leben durch die Pandemie so eingeschränkt war – kein Kino, kein Theater, kaum Treffen mit Freunden. Zu viel mehr, als am Abend die Beine hochzulegen, war ich über Monate ohnehin nicht imstande. Nur so stand ich die Arbeitswochen durch.

UKE-Studie zu Langzeitfolgen von Corona

Über eine Kollegin bekam ich im Spätsommer Kontakt zum Leiter einer UKE-Studie, die sich mit den Langzeitfolgen von Corona beschäftigt. Als Erstes stand eine ausführliche Diagnostik der Lungenfunktion an. Die Lunge war (für mich erwartungsgemäß) unauffällig, denn ich hatte keine Probleme damit. Lediglich meine Atemmuskulatur sei etwas eingeschränkt, hieß es. Aber das würde sich wohl wieder normalisieren.

Mir kam es ohnehin viel mehr auf den neurologischen Teil der Untersuchung an. Doch dafür bekam ich eine Absage. Die Abteilung sei überlastet, ich möge mir Hilfe bei einem niedergelassenen Neurologen holen, riet man mir.

Gedächtnisstörungen und häufige Kopfschmerzen

Dank großer Hartnäckigkeit erhielt ich schließlich Mitte Oktober doch einen Termin in der Neurologischen Ambulanz des UKE. Inzwischen war schon mehr als ein halbes Jahr seit der Infektion vergangen, die Gedächtnisstörungen und die häufigen Kopfschmerzen waren geblieben. Eine sehr verständnisvolle junge Ärztin hörte sich erst meine Beschwerden an und checkte mich danach durch – sie prüfte meine Reflexe, ich musste balancieren, meine Nasenspitze bei geschlossenen Augen mit der Fingerspitze tasten und vieles mehr. Alles weitgehend unauffällig („Gangbild sicher und flüssig, Zehen- und Fersengang sicher, Seiltänzergang leicht unsicher“).

Immerhin keine Frühdemenz, versicherte mir die Ärztin. Zudem wurde bei einer Blutuntersuchung ein „grenzwertig niedriger Vitamin-D-Spiegel“ festgestellt. Schließlich rief sie noch ihren Chef dazu, um sich mit ihm zu beraten. Der Neurologie-Professor riet zu einer neuropsychologischen Testung und übergab mir die Visitenkarte eines niedergelassenen Psychologen und Psychotherapeuten.

Genesen ist nicht mit gesund gleichzusetzen

Der Neurologe erzählte mir, er sei selbst im Frühjahr 2020 an Corona erkrankt. Ein leichter Verlauf, kein Krankenhausaufenthalt nötig, sagte er, doch immer noch schaffe er seine Arbeit nur mit großer Mühe, seine Atmung mache ihm große Probleme und er sei rasend schnell erschöpft.

Von einem Mediziner wie diesem fühlt man sich endlich verstanden, und die eigenen Beschwerden relativieren sich. Denn es gibt unzählige Menschen, die nach einer Corona-Infektion wesentlich größere gesundheitliche Probleme haben als man selbst, sie müssen sich mühsam zurück ins Leben kämpfen. Genesen ist eben nicht mit gesund gleichzusetzen. Und viele Genesene gehen in keine der inzwischen zahlreichen Studien ein, weil sie maximal beim Hausarzt vorstellig werden, aber nie eingehend untersucht werden.

Probleme ließen sich nicht mit meinem Alter erklären

Ich dagegen habe nun seit Mitte Dezember schriftlich, dass mein Kurzzeitgedächtnis tatsächlich gelitten hat und meine Probleme auch nicht mit meinem Alter (immerhin bin ich erst 51) erklärbar sind: Der Psychologe attestierte mir eine „anterograd-mnestische Abrufstörung“, welche – „soweit medizinisch nicht anders erklärbar – als Folge der Covid-19-Infektion zu werten ist.“

Übersetzt heißt das: Neue Informationen, also solche, die üblicherweise im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden, werden bei mir zwar wie in einer Schublade abgelegt, doch die Lade klemmt und lässt sich bei Bedarf nicht problemlos öffnen. Ein paar Hinweise, etwa, indem mich jemand mit wenigen Worten daran erinnert, was er mir kürzlich erzählt oder in einer Mail geschrieben hat, wirken wie ein Schmiermittel.

Nur einen einzigen positiven Aspekt hat die durchgestandene Infektion

Die Lade öffnet sich, und meistens kann ich das Gespeicherte wieder abrufen. Immerhin kommt in meinem Kopf etwas an. Und bei den Tests, in denen der Psychologe meine Aufmerksamkeitsfunktionen überprüfte sowie die Verarbeitungsgeschwindigkeit, war ich meistens weit über dem Durchschnitt. Je komplexer die Aufgabe, desto besser schnitt ich ab. Immerhin etwas!

Wirklich nur einen einzigen positiven Aspekt hat die durchgestandene Infektion: Ich habe seit einem Jahr keine Angst vor Ansteckung. Zwei Antikörpertests haben ergeben, dass ich immer noch reichlich davon habe. Und deshalb betrachte ich auch das Thema Impfung für mich persönlich recht entspannt.

Genesene benötigen laut RKI nur eine Impfdosis

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist davon auszugehen, dass Menschen, die von einer Sars-CoV-2-Infektion genesen sind, zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. „Nach dem, was wir heute wissen, sind ansonsten gesunde Menschen, die eine Infektion durchgemacht haben, sechs bis acht Monate geschützt“, sagt Martin Helf­rich, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde.

Beim Robert-Koch-Institut heißt es weiter: „Aufgrund dieser anzunehmenden Immunität, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen (überschießende systemische Impfreaktionen) und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollte eine einmalige Impfung von Personen mit durchgemachter Infektion (labordiagnostisch gesichert) nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) unter Berücksichtigung der Priorisierung frühestens sechs Monate nach Genesung erwogen werden“, schreibt das RKI.

Bis zur Impfung wird es noch dauern

Gut, dass ich noch Antikörper habe, denn bis zur Impfung wird es noch dauern, auch für Genesene geht es der Reihe nach. „Die Priorisierungsgruppen bleiben ausschlaggebend, solange ein Impfstoffmangel besteht. Welcher Impfstoff verwendet würde, richtet sich nach der dann aktuellen Nutzung und den Empfehlungen, es gilt also wie üblich, dass der jeweils verfügbare (und geeignete) Impfstoff genutzt wird“, so Helfrich. Laut RKI komme es „durch die einmalige Boosterung durch die Impfung zu einer sehr guten Immunantwort.“

Bei der Diskussion darüber, ob Geimpfte Vorteile haben sollen, bin ich großzügig – nur zu! Sollen sie doch die Wirtschaft ankurbeln! Nur die Herdenimmunität durch ausreichend viele Geimpfte wird uns wieder zu einem Leben verhelfen, in dem Menschen weltweit die Nähe anderer Menschen nicht mehr als potenzielle Bedrohung wahrnehmen.

Corona-Tagebuch:

Eine Herdenimmunität nach durchgemachter Infektion bringt unendlich mehr unkalkulierbare gesundheitliche Risiken mit sich, und die bleibenden Langzeitfolgen bei den Genesenen sind noch gar nicht abschätzbar. Das sollte allen Impfskeptikern klar sein.

Meine Freunde müssen mir auch künftig keine Impfbescheinigung vorlegen, wenn wir uns treffen, aber ihre Haltung zur Impfung und zum Infektionsgeschehen wird in unserer Beziehung absehbar eine entscheidende Rolle spielen.

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