Kriminalität

Mehr wert als Gold: Diebe stehlen mehr alte Katalysatoren

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Die Polizei hat in Wilhelmsburg drei Männer festgenommen, die sich auf den Ausbau von Katalysatoren aus Pkw spezialisiert haben (Symbolbild).

Die Polizei hat in Wilhelmsburg drei Männer festgenommen, die sich auf den Ausbau von Katalysatoren aus Pkw spezialisiert haben (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt | Daniel Bockwoldt

Zuletzt hat die Polizei in Wilhelmsburg drei Männer festgenommen. Welche Fahrzeuge in das Beuteschema der Diebe fallen.

Hamburg. In Wilhelmsburg hat die Hamburger Polizei in der Nacht zu Montag drei Diebe festgenommen, die sich auf den Ausbau von Katalysatoren aus Pkw spezialisiert haben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hat ein Zeuge gegen 1.25 Uhr die drei Männer (28, 30, 33) in Wilhelmsburg dabei beobachtet, wie sie sich an einem geparkten Opel Astra zu schaffen machten.

Diebe bauen Katalysator mit einer Akkusäge ab

Als die alarmierten Beamten dort eintrafen, waren die drei mit einem Auto bereits einige Meter weitergefahren. Bei ihrer Überprüfung ließ einer von ihnen ein Sägeblatt fallen. In der Nähe fanden die Beamten auch einen Wagenheber sowie das mutmaßliche Tatwerkzeug, eine Akkusäge mit einem eingespannten Sägeblatt. Außerdem stellte die Polizei fest, dass der Katalysator des Opel Astra abgebaut worden war.

Immer wieder in der jüngeren Vergangenheit haben es in Hamburg Täter auf dieses Teil der Auspuffanlage abgesehen. Ihnen geht es dabei um den sogenannten Monolith, den keramischen Kern des Katalysators, der mit Platin, Palladium und Rhodium beschichtet ist.

Begehrtes Stehlgut: Katalysatoren sind mehr Wert als Gold

„Aufgrund der gestiegenen Edelmetallpreise stellen Katalysatoren derzeit ein bevorzugtes Stehlgut dar“, sagt Polizeisprecherin Nina Kaluza. Wer die Preise kennt, weiß: Diese Edelmetalle sind mehr wert als Gold. Herausragend ist dabei das Rhodium, das pro Feinunze, etwa 31 Gramm, über 25.000 Euro kostet. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Gold gibt es für knapp 1500 Euro.

Zielobjekte der Diebe sind ältere, oft 20 Jahre alte Fahrzeuge. Damals wurde mengenmäßig mehr Edelmetall in Katalysatoren verbaut. Zudem sind die alten Katalysatoren leichter zu erreichen, als bei neuen Modellen. Für Autobesitzer ist solch ein Diebstahl oft folgenreich. Die alten Fahrzeuge sind in vielen Fällen nicht gegen Diebstahl versichert. Nach einer solchen Tat ist der Wagen ein Totalschaden.

Katalysatoren-Diebe: Polizei führt Schwerpunkteinsätze durch

Hinter den Diebstählen stecken in der Regel organisierte Banden. „Gelegentlich kommt es zu zeitlich und örtlich stark begrenzten Mehrfachtaten. So werden – häufig im Laufe einer Nacht – mehrere Fahrzeuge des gleichen Typs aufgebrochen oder es werden Autoteile wie Felgen oder Katalysatoren entwendet“, so Kaluza. Werden Brennpunkte erkannt, führt die Polizei Schwerpunkteinsätze durch.

In Wilhelmsburg wurden drei Bulgaren festgenommen, die offenbar extra für solche Taten angereist waren. Die Männer kamen in Haft.

( cw/zv )

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