Kollision im Hamburger Hafen

Fotos: Kreuzfahrtschiff-Reling durch Megafrachter zerstört

| Lesedauer: 3 Minuten
Bob Geisler
Frachter rammt Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen

Frachter rammt Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen

Beim Wendemanöver eines Frachters im Hamburger Hafen kam es am Morgen zur Kollision mit einem Kreuzfahrtschiff.

Beschreibung anzeigen

Das Containerschiff "CSCL Star" hatte die "Hanseatic Inspiration" gerammt. Der Sachschaden ist erheblich.

Hamburg. Es waren dramatische Szenen im Hamburger Hafen: Ein Containerfrachter ist vergangene Woche beim Ablegemanöver am Containerterminal Tollerort mit dem Kreuzfahrtschiff "Hanseatic Inspiration" von Hapag-Lloyd Cruises zusammengestoßen.

Dabei berührte der Frachter Teile des Vorschiffs des Kreuzfahrers, wie ein Polizeisprecher sagte. Es entstand erheblicher Sachschaden. Bilder zeigen, wie Teile der Reling massiv beschädigt wurden. Nach ersten Ermittlungen der Wasserschutzpolizei soll "nautisches Fehlverhalten" Ursache für den Unfall gewesen sein.

Containerfrachter kollidiert wie in Zeitlupe mit Kreuzfahrtschiff

Es ist etwa 7.40 Uhr, als die "CSCL Star" mit der Hilfe von Schleppern den Containerterminal verlassen will. Dichter Nebel liegt über dem Hafen, wie ein Video der Kollision zeigt. Bei der Ausfahrt in die Norderelbe gerät der 366 Meter lange und 52 Meter breite Frachter gefährlich nah an die "Hanseatic Inspiration" heran, die fest vertäut am Kai der Werft Blohm+Voss liegt.

Wie in Zeitlupe schiebt sich der Containerriese auf den weniger als halb so großen Kreuzfahrer der Expeditionsklasse zu. Ein Abbremsen ist offenbar nicht mehr möglich. Der Frachter gerät immer näher an das Kreuzfahrtschiff heran, bis schließlich der Bug der "CSCL Star" die "Hanseatic Inspiration" im Bereich der Brücke berührt.

Abstimmungsprobleme zwischen Lotse und Kapitän?

Laut ersten Ermittlungen der Wasserschutzpolizei hat es offenbar Abstimmungsschwierigkeiten zwischen dem Kapitän und dem an Bord befindlichen Lotsen während des Manövers gegeben. Der Lotse berate den Schiffsführer bei der Fahrt im Hamburger Hafen, dieser müsse die Hinweise dann aber umsetzen, hieß es vonseiten der Polizei. Dabei habe es offenbar ein "nautisches Fehlverhalten" gegeben.

"Zum Glück sind bei der Kollision nur Schäden oberhalb der Wasserlinie entstanden", so der Polizeisprecher. "Es sind weder Öl noch andere Schadstoffe ausgetreten." Auch Personen seien bei dem Crash nicht verletzt worden.

Nach Kollision: Containerschiff fährt zunächst weiter

Das Containerschiff konnte seine Fahrt zunächst fortsetzen, wurde dann aber von der Wasserschutzpolizei bei den Finkenwerder Pfählen gestoppt. Die Beamten gingen an Bord, um den Unfallhergang aufzunehmen und Beweise zu sichern.

Mittlerweile hat der Frachter, der unter der Flagge Hongkongs fährt, die Hansestadt nach Polizeiangaben verlassen. Das Schiff zählt zur Klasse der Ultra Large Container Ships und damit zu den größten derzeit eingesetzten Frachtern weltweit.

Hapag-Lloyd ermittelt Schaden am Kreuzfahrtschiff

Eine Sprecherin von Hapag-Lloyd Cruises erklärte vergangene Woche, dass zu den Schäden an Bord des Kreuzfahrtschiffes zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden könnten. "Die Prüfungen laufen und sie werden voraussichtlich noch die kommenden Tage andauern."

Direkte Auswirkungen auf geplante Kreuzfahrten hat die Kollision zunächst nicht, da die "Hanseatic Inspiration" pandemiebedingt im Augenblick ohnehin nicht im Einsatz ist. Bei Blohm+Voss würden derzeit Schönheitsreparaturen an dem Schiff vorgenommen, so die Sprecherin.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg