Schifffahrt

Arbeiten für Elbvertiefung abgeschlossen: Freigabe im Mai

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dpa
Ein Bagger holt bei Arbeiten zur Elbverteifung Schlick aus einem Hafenbecken.

Ein Bagger holt bei Arbeiten zur Elbverteifung Schlick aus einem Hafenbecken.

Foto: dpa

Die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung sind weitgehend abgeschlossen. Nun folgt das Freigabeverfahren für die Seeschifffahrt. Voraussichtlich im Mai können Containerriesen erstmals schwerer beladen zum Hamburger Hafen gelangen.

Hamburg. Die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung sind nach etwa eineinhalb Jahren weitgehend abgeschlossen. So kann voraussichtlich wie geplant Anfang Mai eine erste Freigabe für die Seeschifffahrt erfolgen. "Eine Mammutaufgabe ist geschafft, eines der wichtigsten Verkehrsprojekte steht vor dem Abschluss", erklärte der Präsident der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Hans-Heinrich Witte, am Dienstag.

Im Mai folge die erste Freigabe für die neuen Tiefgänge, "voraussichtlich im zweiten Halbjahr kann die Schifffahrt dann die neue Tiefe vollständig nutzen". Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lobte: "Der Bund hat geliefert." Das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe, ein Zusammenschluss der Umweltverbände BUND, Nabu und WWF, sprach dagegen von einer schlechten Nachricht für den Fluss.

Der rund 130 Kilometer lange Abschnitt der Elbe zwischen Hamburg und der Nordsee zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Fluss dort schon sechsmal den Anforderungen der Schifffahrt angepasst, zuletzt 1999. Diesmal wurde der Fluss so ausgebaggert, dass auf ihm Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter unabhängig von Ebbe und Flut fahren können. Tideabhängig soll die Elbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 14,50 Metern passierbar sein. Die Kosten für die Elbvertiefung werden auf insgesamt rund 800 Millionen Euro geschätzt.

Derzeit stimmten WSV und die Hamburg Port Authority (HPA) Details der Freigabe ab, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde auf Anfrage. Bislang sei vorgesehen, dass Großcontainerschiffe bei der ersten Stufe je nach Schiffstyp und Gezeitenstand mit 30 bis 90 Zentimeter mehr Tiefgang auf der Elbe verkehren können. Nach der endgültigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte sollen dann etwa die doppelten Werte möglich sein.

WSV und HPA nutzen den Angaben zufolge das gleiche zweistufige Freigabeverfahren wie schon 1999. Damit sollen nach Abschluss der Baggerarbeiten zum einen noch mögliche Veränderungen an den Unterwasserböschungen korrigiert werden können. Zum anderen sollen Kapitäne, Lotsen und Verkehrszentralen die Zeit bekommen, um erste Erfahrungen mit den veränderten Rahmenbedingungen zu sammeln.

Aus Sicht des Umweltbündnisses verschlechtert sich der Zustand der Elbe zusehens. Stintsterben, zunehmende Trübung und eine immer höher auflaufende Tide seien dafür klare Belege. "Die aktuellen ökonomischen Probleme des Hamburger Hafens werden durch die Elbvertiefung nicht gelöst, die ökologischen Probleme nehmen aber deutlich zu", erklärten die Umweltverbände. Es werde sich rächen, dass trotz völlig veränderter Rahmenbedingungen an dieser Elbvertiefung festgehalten werde. Auch von niedersächsischer Seite hatte es viele Bedenken gegen die Elbvertiefung gegeben, unter anderem von Obstbauern.

Die Handelskammer Hamburg nannte die Elbvertiefung dagegen eine große Chance für den Hafen, die aber nur funktioniere, "wenn wir gleichzeitig eine energische und konsequente Zukunftsausrichtung des Gesamtsystems Hafen anstoßen", sagte Handelskammer-Präses Norbert Aust. Basis für den neuen Hafenentwicklungsplan des Senats müsse eine unabhängige Potenzialanalyse für den Hafen mit einem internationalen Benchmarking sein.

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