Hamburg

UKE wird neues deutsches Zentrum für Kindergesundheit

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Hamburg: Prof. Dr. Ania C. Muntau, ist die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKE.

Hamburg: Prof. Dr. Ania C. Muntau, ist die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKE.

Foto: Marcelo Hernandez

Netzwerk für bessere Therapien bei Kindern: UKE-Professorin Ania Muntau dringt auf Corona-Impfung für Kinder.

Berlin/Hamburg. Das Universitätsklinikum Hamburg (UKE) wird Standort des neuen Deutschen Zen­trums für Kinder- und Jugendgesundheit. Wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch in Berlin sagte, werde das UKE künftig zu einem Verbund von Krankenhäusern zählen, bei dem mehrere Standorte besonders finanziell gefördert werden. Dazu zählen Berlin, Göttingen, Greifswald, Leipzig, München und Ulm.

Das Bundesforschungsministerium fördert zunächst die Konzeptentwicklung mit 500.000 Euro. Ziel ist es, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die Praxis zu bringen und neue Behandlungsformen zu entwickeln.

Durch die Zusammenarbeit der besten Kinderärzte werde es gelingen, die Behandlung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland deutlich zu verbessern, so Karliczek. Prof. Dr. Ania C. Muntau, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKE, sagte, in der Corona-Pandemie bewegten sich Kinder und Jugendliche „im Konflikt zwischen Gesundheitsschutz und psychosozialer Gesundheit“. Mehr als 80 Prozent der Kinder fühlten sich belastet. Jedes Dritte habe psychische oder psychosomatische Symptome. „Wir wollen nach Wegen suchen, die Kinder wieder in die Spur zurückzubringen.“

UKE neues Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin

Das eine Mittel der Corona-Bekämpfung sei die Teststrategie, die nun auf dem besten Weg sei. Das Zweite seien die Impfungen. Muntau sagte: „In dem Moment, wo die Wirksamkeit und Sicherheit nachgewiesen ist, ist es höchste Zeit, die Studien bei Kindern und Jugendlichen durchzuführen.“ Muntau sprach sich für Impfungen von Kindern und Jugendlichen aus. „Dann kommen auch sie aus dieser Pandemie.“ Das neue Zentrum soll die „Diagnostik, Behandlung und Prävention bei psychischen Erkrankungen beziehungsweise in der Kinder- und Jugendgesundheit verbessern“, wie die Hamburger Wissenschaftsbehörde ergänzte. Das Konzept werde durch ein internationales Expertengremium geprüft.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sagte: „Viele Kinder leiden unter seltenen Krankheiten, zu der die Forschung häufig noch keine Antworten kennt. Das neue Forschungsnetzwerk hilft uns – besonders im Norden Deutschlands –, diese Lücken zu schließen und innovativen Therapie­ansätzen deutlich näherzukommen.“ Mit dem pädiatrischen Transplantationszentrum und den Schwerpunkten auf der Erforschung von Krankheitsgenen und Arzneimitteln bringe das UKE wichtige Bausteine für das neue Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit mit.

Kinderkrankenhaus Altona ebenfalls Teil des neuen Zentrums

Zu diesem Zentrum gehören auch das Kinderkrankenhaus in Altona an der Bleickenallee und das Heinrich-Pette-Institut. Das UKE hatte sich neben 22 weiteren Standorten beworben und wurde nach einem mehrstufigen Verfahren vom Bundesforschungsministerium als Koordinator für Hamburg ausgewählt. Die Standorte werden nun in einer sechsmonatigen Konzeptentwicklungsphase ein Gesamtkonzept für das neue Zentrum erarbeiten. Darin werden eine gemeinsame Strategie zur zukünftigen Forschung und Zusammenarbeit sowie konkrete inhaltliche, programmatische und strukturelle Ziele für den Aufbau des Zentrums erarbeitet.

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Das Konzept soll darauf ausgerichtet sein, Diagnostik, Behandlung und Prävention bei psychischen Erkrankungen beziehungsweise in der Kinder- und Jugendgesundheit zu verbessern. Es wird anschließend durch ein internationales Expertengremium geprüft.

Muntaus Arbeit wird seit Langem unterstützt vom Hamburger Ehrenbürger und Unternehmer Michael Otto. Er hatte auch seine Millionenspende für das Kinder-UKE beim Neubau verdoppelt, weil er die Arbeit so schätze, wie er dem Abendblatt sagte. „Ich bin der Meinung, dass die Kinderklinik wirklich ein ganz großer Fortschritt für die kleinen Patienten ist“, sagte Otto bereits vor einigen Jahren.

( ryb/HA )

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