Hamburg. Für die offizielle Liebe scheint das Corona-Jahr 2020 schwierig gewesen zu sein. Viele haben - vielleicht in der Hoffnung auf eine große Feier später - ihre Hochzeit in Hamburg ausfallen lassen oder verschoben. Auch bei den Scheidungen sieht es nicht gut aus.

Das Corona-Jahr 2020 hat es Paaren nicht leicht gemacht. Aus den amtlichen Hamburger Hochzeits- und Scheidungsdaten geht hervor, dass nicht nur seltener geheiratet wurde. Es gingen im Vergleich zu 2019 auch mehr Ehen in die Brüche. So haben sich im vergangenen Jahr in den Hamburger Standesämtern etwa 4780 Paare das Ja-Wort gegeben, wie eine Sprecherin des zuständigen Bezirksamtes Harburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im Jahr zuvor waren es noch fast 6000 Paare. Im Januar 2021 sind in Hamburg zudem 252 Eheurkunden ausgestellt worden. Vor einem Jahr waren es noch 359.

Sowohl 2019 als auch 2020 ließen sich die meisten Menschen in den Bezirken Nord und Eimsbüttel trauen. Am seltensten mussten die Standesbeamten in den Bezirken Bergedorf und Harburg ran.

Zudem hat es 2020 deutlich mehr Anmeldungen zur Eheschließung als offizielle Hochzeiten gegeben. So hatten mehr als 9900 Heiratswillige die geplante Hochzeit bei den Standesämtern an ihren Wohnorten angemeldet (2019: fast 11 320). Geheiratet hat in der Hansestadt am Ende des Jahres jedoch nur rund Hälfte. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Rest die Heirat abgeblasen hat. Es ist auch möglich, dass die Paare schlicht an einem anderen Ort geheiratet haben. Denn auch 2019 - ganz ohne coronabedingte Hindernisse - war das Verhältnis ziemlich ausgeglichen.

Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr 4044 Anträge auf Ehescheidungen an den Amtsgerichten in Hamburg eingegangen, wie aus der Antwort der Bürgerschaft auf eine Anfrage der AfD hervorgeht. Das sind 212 mehr als im Vorjahr und 256 mehr als 2018. Den Angaben zufolge wurden 2018 2802 Ehen auch geschieden, 2019 waren es 3079. Die Zahlen für 2020 werden erst im Sommer veröffentlicht.

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