Judentum

Hamburgerin will Jekkes Museum in Israel retten

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Sonja Lahnstein-Kandel, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Fördervereins der Universität Haifa.

Sonja Lahnstein-Kandel, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Fördervereins der Universität Haifa.

Foto: Andreas Laible

Weil der Museumskomplex nun geschlossen wird, stehen Museum und Archiv vor dem Aus. Entscheidung im April.

Hamburg.  1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – im ganzen Bundesgebiet wird 2021 an dieses Jubiläum erinnert. Auch die Hamburgerin Sonja Lahnstein-Kandel verfolgt die coronakonformen Feierlichkeiten in diesem Festjahr. Zugleich blickt sie aber als Vorstandsvorsitzende des Deutschen Fördervereins der Universität Haifa mit Sitz in Hamburg sorgenvoll in die Zukunft eines Museums in Israel.

Es geht um das Jekkes Museum, das Museum der deutschsprachigen Juden in Israel. „Es verfügt über einzige wirklich umfassende Dokumentation der Einwanderung aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum nach Israel“, sagt Sonja Lahnstein-Kandel. Das Museum befindet sich im Industriepark Tefen in Nordisrael. Bislang wurde es von einem inzwischen 94 Jahre alten Indus­triellen finanziert. Seine Kinder, heißt es, hätten die Finanzierung eingestellt.

Universität Haifa gilt als erstklassiger wissenschaftlicher Ort

Weil der Museumskomplex nun geschlossen wird, stehen Museum und Archiv vor dem Aus. Inzwischen versucht die Universität Haifa gemeinsam mit dem Haifa Zentrum für Deutschland- und Europastudien die Jekkes und ihr Erbe für die Nachwelt zu retten.

In der Fachwelt gilt die Universität Haifa als erstklassiger wissenschaftlicher Ort für Museum und Archiv. Wie Sonja Lahnstein-Kandel sagt, muss die Uni bis Anfang April eine Entscheidung treffen, ob sie das Museum schultern kann. „Es fehlen knapp zwei Millionen Euro für die nachhaltige Absicherung – im Vergleich ein kleiner Betrag.“

Vorstandsvorsitzende des Förderkreises gibt nicht auf

Als Hanseatin mit Herz meint sie: „Auch Hamburg könnte beitragen.“ Die Hansestadt sei für viele Juden der Einschiffungshafen für Palästina gewesen, um der NS-Verfolgung zu entkommen. Und Haifa war der Ankunftshafen in eine rettende Welt. Leider, so fügt sie hinzu, hatte der Senat entschieden, keine weiteren Städtepartnerschaften einzugehen – und damit auch nicht zu Haifa.

Trotz der noch nicht ausreichend vorhandenen Unterstützung für den Umzug des Jekkes Museums an die Universität Haifa gibt die Vorstandsvorsitzende des Förderkreises nicht auf: „Unser bundesweiter Verein sitzt in Hamburg. Wir versuchen alles, auch den Umzug und das neue Leben des Jekkes Museums an der Universität Haifa zu ermöglichen.“ Mehr Informationen unter uni-haifa.de​.

( esh )

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