Personalie

Wird Franziska Hoppermann Amtsleiterin in der Justizbehörde?

| Lesedauer: 3 Minuten
Franziska Hoppermann (CDU) will in
den Bundestag.

Franziska Hoppermann (CDU) will in den Bundestag.

Foto: Marcelo Hernandez

CDU-Fraktionschefin in Bezirksversammlung Wandsbek und Landesvorsitzende der Frauen-Union will auch für den Bundestag kandidieren.

Hamburg.  Es ist eine der Top-Positionen in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz unterhalb der Chefinnenetage: Der Leiter oder die Leiterin des Zentralamtes hat nicht nur rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern ist für die gesamte Personalsteuerung verantwortlich und zudem Beauftragte(r) für den Haushalt der Behörde.

Justizsenatorin Anna Gallina und Staatsrätin Katja Günther (beide Grüne) suchen einen neuen Mann oder eine Frau an der Spitze, nachdem Dörte Liebrecht als Leiterin des Amtes für zentrale Dienste in die Sozial- und Gesundheitsbehörde wechselt. Die Zeit drängt: Es geht darum, die Stelle „schnellstmöglich“ zu besetzen, heißt es in der Ausschreibung. Wahrscheinlich soll der Posten schon zum 1. März besetzt werden.

Sicherer Einzug in den Bundestag

Die Behörde hüllt sich in Schweigen angesichts des laufenden Bewerbungsverfahrens. Nach Informationen des Abendblatts hat sich Franziska Hoppermann, die Landesvorsitzende der Frauen-Union, auf die Stelle beworben. Hoppermann arbeitet schon als Abteilungsleiterin im Zentralamt und ist fachlich sehr anerkannt.

Die 38 Jahre alte Christdemokratin ist allerdings bereits als Direktkandidatin ihrer Partei im Wahlkreis Wandsbek für die Bundestagswahl im September nominiert. Und die CDU-Fraktions­chefin in der Bezirksversammlung Wandsbek, die auch dem Kompetenzteam des CDU-Spitzenkandidaten bei der Bürgerschaftswahl 2020, Marcus Weinberg, angehörte, wird aller Voraussicht auf Platz zwei der CDU-Landesliste für die Bundestagswahl kandidieren. Mit anderen Worten: Der Einzug in den Bundestag ist ausgesprochen sicher.

„Jeder weiß um meine politischen Ambitionen, die sich nicht geändert haben. Sollte man mich für die Leitung des Zentralamtes in Erwägung ziehen, wird dieser Aspekt sicher Berücksichtigung finden“, sagte Hoppermann dem Abendblatt.

Haushalt der Justizbehörde steht unter Druck

Allerdings erhebt sich die Frage, wie gut die Einarbeitung in das neue Amt und der Wahlkampf vereinbar wären. Wegen der negativen finanziellen Folgen der Pandemie steht der Haushalt der Justizbehörde, für die die Amtsleiterin verantwortlich ist, in den kommenden Monaten unter besonderem Druck.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

„Franziska Hoppermann ist eine hoch qualifizierte Beamtin, die seit vielen Jahren für die Bürger unserer Stadt arbeitet – es ist daher naheliegend, dass sie sich auf die Stelle der Amtsleiterin in der Justizbehörde bewirbt“, sagte der CDU-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß.

„Wo kommen wir denn hin, wenn eine Kandidatin für ein politisches Amt nicht mehr ihre berufliche Karriere vorantreiben kann? Wenn man das zu Ende denkt, könnten wir kaum mehr Persönlichkeiten mit einer solchen Expertise für die Politik gewinnen“, sagte Ploß.

Lesen sie auch:

Falls Hoppermann die Stelle bekommt und in den Bundestag einzieht, müsste die Leitung des Zentralamtes zum zweiten Mal in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Hoppermann hätte in jedem Fall ein Rückkehrrecht in den öffentlichen Dienst der Stadt, wenn sie dem Bundestag nicht mehr angehören sollte.

Dabei muss sie entsprechend ihrer letzten Besoldungsstufe beschäftigt werden. Die Leitung des Zentralamtes wird nach B 4 im Range einer Senatsdirektorin oder eines Senatsdirektors besoldet. Es gibt im öffentlichen Dienst der Stadt 30 B 4-Stellen.

( pum )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg