Hamburg

Urin, Schreie und Salzstangen überführen gesuchte Männer

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Mit Salzstangen sollte man an Bahnsteigen besser nicht um sich werfen – erst Recht nicht bei ausstehenden Haftbefehlen.

Mit Salzstangen sollte man an Bahnsteigen besser nicht um sich werfen – erst Recht nicht bei ausstehenden Haftbefehlen.

Foto: Imago/agefotostock

Mehrere Männer machen am Hauptbahnhof sowie am Bahnhof Harburg lautstark auf sich aufmerksam. Es gab schon mal bessere Ideen.

Hamburg. Insgesamt vier per Haftbefehl gesuchte Männer sind am Montagabend auf Hamburgs Bahnsteigen durch eigenes Zutun der Bundespolizei ins Netz gegangen.

Den Anfang machte ein Duo am Hamburger Hauptbahnhof, das dort gegen 20.45 Uhr lautstark miteinander in Streit geraten war. Für den einen am Boden liegenden Kontrahenten leisteten die Beamten zunächst Erste Hilfe und forderten dann einen Rettungswagen an.

Beide Streithähne wurden bereits gesucht

Bei eingehender Untersuchung wurde bei dem 34-Jährigen zwar keine gesundheitliche Beeinträchtigung festgestellt, dafür aber ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Diebstahls und Widerrufs der Aussetzung einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe zur Bewährung – weshalb er schließlich direkt weiter ins Gefängnis wanderte.

Sein 25 Jahre alter Widersacher kam hingegen auf freien Fuß – obwohl er zuvor ebenfalls bereits polizeilich gesucht worden war. Gegen ihn bestand eine offene Fahndungsnotierung zur Ermittlung des Aufenthaltsortes nach gefährlicher Körperverletzung.

Harburg Bhf: Gesuchte Männer werfen Salzstangen

Auch am Bahnhof Harburg ging es rund eine halbe Stunde später lauter zu als gewöhnlich. Dort machten mehrere Männer auf sich aufmerksam, indem sie schrien, auf den Bahnsteig pinkelten und mit Salzstangen um sich schmissen.

Die Kontrolle der Gruppe durch die Bundespolizei ergab für einen 55-Jährigen einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Verden (Diebstahl) und für einen 36-Jährigen gleich drei offene Fahndungsnotierungen der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Während dem alkoholisierten 55-Jährigen (1,2 Promille) 150 Euro zur Vermeidung einer 15-tägigen Haftstrafe fehlten, forderte der noch betrunkenere jüngere Kompagnon (mehr als zwei Promille) sein Schicksal weiter heraus.

36-Jähriger wurde mehrfach gesucht

Weil er sich schier nicht beruhigen wollte, kam der aggressive 36-Jährige mit Handfesseln fixiert auf die Bahnhofswache, wo er erheblichen Widerstand leistete und die Beamten beleidigte. Die Überprüfung ergab, dass er mehrfach nach Diebstahl und Unterschlagung gesucht wurde.

Nach ein paar Stunden zur Beruhigung in der Gewahrsamszelle durfte der Mann aber wieder seiner Wege gehen. Weiteren Ermittlungen sieht er sich dennoch ausgesetzt – wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung.

( jdr )

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