Wetter in Norddeutschland

Uelzen: Gestrandete Fahrgäste setzen Reise fort

| Lesedauer: 38 Minuten
Auf einer Anzeigentafel im Hauptbahnhof wird ein bereit gestellten Aufenthaltszug angezeigt. Viele Fernverkehrsverbindungen ab Hamburg wurden wegen des heftigen Wintereinbruchs gestrichen.

Auf einer Anzeigentafel im Hauptbahnhof wird ein bereit gestellten Aufenthaltszug angezeigt. Viele Fernverkehrsverbindungen ab Hamburg wurden wegen des heftigen Wintereinbruchs gestrichen.

Foto: picture alliance/dpa

Tief Tristan sorgt für klirrende Kälte bei gefühlten minus 16 Grad. In Niedersachsen gibt es heftige Schneefälle. Der Wetterblog.

Hamburg. Schnee, Dauerfrost, eisige Kälte: Das Winterwetter begleitet die Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auch in den kommenden Tagen. Besonders extrem zeigte sich das Wetter am Wochenende in Niedersachsen.

Das erwartete Schneechaos in Niedersachsen trat ein: Die Stadt Hannover musste wegen starker Schneefälle sogar ihren Busverkehr einstellen. Auch der Präsenzunterricht an Schulen fällt in Niedersachsen in einigen Städten und Landkreisen wegen des Wetters am Montag aus.

Mehr zur Verkehrslage und weitere Meldungen zum Wetter im Norden finden Sie im Newsticker:

Gestrandete Zugreisende setzen Reise fort

In Uelzen gestrandete Zugreisende des Bahnunternehmens Metronom haben am Montagmorgen ihre Reise fortgesetzt. Einige der rund 50 im Uelzener Bahnhof festsitzenden Fahrgäste seien mit dem Zug am frühen Morgen in Richtung Hamburg gefahren, sagte ein Unternehmenssprecher. Auf der Strecke von Uelzen nach Hamburg und Hannover fuhren wieder Züge, es kam aber teilweise zu Verspätungen.

Metronom habe am Sonntagabend im Uelzener Bahnhof wegen des Schneechaos einen Zug als Hotelzug eingerichtet und das Deutsche Rote Kreuz mit der Betreuung der gestrandeten Fahrgäste beauftragt, sagte der Sprecher. Die Hilfskräfte versorgten die Menschen mit Decken, heißen Getränken und einer Suppe.

Auch am Montagmorgen war die Situation auf den Strecken der Bahnunternehmen Metronom, Enno und Erixx immer noch angespannt. Wegen des teilweise anhaltenden starken Schneefalls komme es auf allen Strecken zu Einschränkungen. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtbeginn informieren, ob die Züge tatsächlich fahrplanmäßig fahren.

Mit starken Einschränkungen sei auf der Strecke RE 2 Hannover-Göttingen zu rechnen, hier fuhren die Züge nur vereinzelt. Auf den Strecken RE 30 Wolfsburg-Gifhorn-Hannover und auf der RE 50 Wolfsburg-Braunschweig-Hildesheim seien voraussichtlich bis Mittag keine Zugfahrten möglich, hieß es.

Dasselbe gilt auch für die Strecken der Bahngesellschaft Erixx RB 47, RE 10, RB 42/43, RB 37, RB 38 und RB 37. Hier seien bis zum Vormittag keine Zugfahrten möglich, hieß es. Die Lage auf der Strecke RB 32 Lüneburg-Dannenberg war zunächst unklar.

Schneefall behindert Verkehr auf A7 - Vollsperrung bei Göttingen

Starker Schneefall hat den Verkehr auf der Autobahn 7 bei Göttingen zum Erliegen gebracht. Die Polizei sperrte am frühen Montagmorgen die Fahrbahn Richtung Süden, hieß es in einer Mitteilung. Der Verkehr wurde am Dreieck Drammetal auf die A38 umgeleitet. Großfahrzeuge sollten bei der nächsten Gelegenheit anhalten. Auch in Fahrtrichtigung Nord blieben demnach vermehrt Lastwagen zwischen Hedemünden und Drammetal liegen.

Hamburg: Kein Regional- und Fernverkehr Richtung Süden

Wegen des starken Schneefalls bleibt der Regional- und Fernverkehr in Niedersachsen weiter gestört. Die Bahn kündigte am Sonntagabend an, dass der Regionalverkehr voraussichtlich noch bis Montagmorgen (10 Uhr) eingestellt sei. Von Hamburg aus verkehren bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge mehr in Richtung Dortmund und Köln sowie Hannover, Frankfurt und München, wie es in einer Bahn-Mitteilung heißt.

Allein die Regionalzüge der Linie RE5 zwischen Cuxhaven und Hamburg sollen weiterhin fahren. Am Montag soll der Nahverkehr dann nach und nach wieder aufgenommen werden. Am Sonntag hatten starker Schneefall und eingefrorene Weichen den regionalen Bahnverkehr in Niedersachsen deutlich behindert.

Metronom rechnet auch Montag mit Verzögerungen

Auch der regionale Bahnbetreiber Metronom stellt sich zum Betriebsstart am Montagmorgen auf Verzögerungen ein. „Wir rechnen damit, dass es nicht regulär los geht“, sagte ein Metronom-Sprecher am Sonntagabend. Auf den Enno-Verbindungen Wolfsburg-Braunschweig-Hildesheim und Wolfsburg-Gifhorn-Hannover könne voraussichtlich erst ab dem Vormittag der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Zufluchtsort in der Kälte: Obdachlose schlafen in Marktkirche

Obdachlose haben in der geöffneten Marktkirche in Hannover Zuflucht vor der Kälte gefunden. Am Sonntagabend seien zunächst sieben Menschen ohne Obdach in die Kirche gekommen, die eine Übernachtungsmöglichkeit suchten, sagte Insa Becker-Wook, Sprecherin des evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover. Schlafmöglichkeiten gebe es für zehn Personen. „Aber auch wer sich nur bei Tee, Kaffee oder Gebäck aufwärmen möchte, ist jederzeit willkommen“, sagte die Sprecherin.

Die Marktkirche öffnete am Sonntagabend erstmals für das Übernachtungsangebot die Türen. Es soll vorerst noch bis Mitte Februar gelten. Ehrenamtliche versorgten Hilfesuchende mit warmen Getränken und Essen. Das Angebot der Marktkirchengemeinde und des Diakonischen Werks wird von der Stadt Hannover unterstützt. Bei der Unterbringung müssen die Corona-Regeln beachtet werden.

Hamburger Stadtreinigung nutzt schneefreie Tage

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) konnte die Tage ohne Schneefall nutzen, "um gemeldeten Hinweisen nachzugehen und Radwege zu bearbeiten". Das teilte die SRH am Sonntag auf Twitter mit. Die Rufbereitschaft für die Nacht sei aktiviert, hieß es weiter.

Niedersachsen: Schneefall lässt nachts nach

Der anhaltende Schneefall soll in Niedersachsen in der Nacht zum Montag zunächst nachlassen – Meteorologen erwarten aber, dass in den Morgenstunden von Süden her neue Flocken aufziehen. In einem Gebiet ab Göttingen und weiter gen Norden werde es dann erneut 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee verteilt über etwa 8 Stunden geben, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagabend in Hamburg. „Es wird dort zu Verkehrsbehinderungen kommen“.

Zwar sei der neue Schneefall dann in Südniedersachsen nicht so stark wie noch am Sonntag, der bisher gefallene Schnee könne bis dahin aber kaum so schnell geräumt sein, sagte er. Der stürmische Wind bleibe insbesondere an der Küste erhalten. Es bestehe weiter die Gefahr von Schneeverwehungen.

Lkw-Fahrverbot auf Autobahnen in Südniedersachsen

as unwetterbedingte Lastwagen-Fahrverbot auf den Autobahnen in Westfalen und im südlichen Niedersachsen wird bis Montagmittag um 12 Uhr ausgeweitet. Grund sei der anhaltende Schneefall, teilte die Autobahn Westfalen am Sonntagabend mit. Zudem seien einige Autobahnen so stark vereist, dass es derzeit unmöglich sei, die Fahrbahnen komplett eis- und schneefrei zu bekommen.

Das Fahrverbot war in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zunächst in den Regierungsbezirken Detmold und Münster, später auch im Regierungsbezirk Arnsberg angeordnet worden. Die Winterdienstzentrale der Autobahn Westfalen in Hamm rechnet nach eigenen Angaben nicht vor Montagmittag mit einer wesentlichen Wetterberuhigung.

Entgleister Straßenbahn-Waggon – Autokran im Einsatz

Die Feuerwehr hat mit schwerem Gerät in Braunschweig einen Straßenbahn-Waggon geborgen, der aufgrund des Schnees aus den Schienen gesprungen war. Der Waggon gehörte zu einem Sonderfahrzeug mit Schneepflug, mit dem die Verkehrsgesellschaft eigentlich unterwegs war, um Schienen von den Schneemassen zu befreien.

Der Waggon war wohl durch eine Schneewehe aus dem Gleis gesprungen, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag sagte. Rettungskräfte hoben den tonnenschweren Wagen mit einem Autokran zurück in die Spur. Laut Feuerwehr türmten sich im Braunschweiger Stadtgebiet Schneeverwehungen mit bis zu 70 Zentimetern Höhe.

Hannover: Impfungen gegen Corona trotz des Schnees

Trotz des massiven Wintereinbruchs finden Impfungen gegen das Coronavirus im gemeinsamen Impfzentrum der Stadt und der Region Hannover auch am Montag statt. Impftermine können aber im Notfall um einen Tag verschoben werden, wie die Stadt Hannover am Sonntagabend mitteilte.

Wer eine Terminbestätigung erhalten habe, aber aufgrund der Witterung nicht zum Impfzentrum anreisen könne, erhalte demnach die Möglichkeit, auch am Dienstag zur gleichen vereinbarten Uhrzeit geimpft zu werden. Dazu müssen Bürgerinnen und Bürger ihre Terminbestätigung mitbringen.

>> Lesen Sie hier auch unseren aktuellen Corona-Blog

Feuerwehr zieht Bilanz: 28 Einsätze wegen des Wetters

Die Hamburger Feuerwehr zählt am Sonntag bis zum frühen Abend insgesamt 28 Einsätze wegen des Wetters. Darunter vier Stürze – etwa wegen vereisten Gehwegen – sowie 24 Einsätze, weil Dinge wie Äste von Bäumen zu fallen drohten.

Auch nach Lokstedt in die Straße Herlingsburg mussten die Einsatzkräfte ausrücken, weil ein etwa drei Meter langes Metallteil teilweise unbefestigt an einem Haus hing. Vermutlich war es wegen des Sturms abgerissen worden, so ein Feuerwehrsprecher. Die Feuerwehr konnte das Teil, das in Höhe der dritten Etage des Hauses hing, mit einer Drehleiter erreichen und entfernen.

Niedersachsen: Präsenzunterricht fällt teilweise aus

Wegen des Wintereinbruchs fällt in zahlreichen Kreisen und Städten insbesondere im Süden und Südosten Niedersachsens der Präsenzunterricht an allgemein- und berufsbildenden Schulen am Montag aus. Das Homeschooling bleibe von der Absage des Präsenzunterrichts aber unberührt, teilten die Kommunen mit. Schulausfälle meldeten bis zum frühen Sonntagabend unter anderem die Region Hannover sowie die Kreise Göttingen, Hameln-Pyrmont, Helmstedt, Holzminden, Diepholz, Cloppenburg, Vechta, Osnabrück sowie die Grafschaft Bentheim.

Als Grund für den Schulausfall führte etwa die Region Hannover zum einen an, dass der Schülertransport angesichts der Witterung nicht sichergestellt sei. Zum anderen solle vermieden werden, dass Lerngruppen in Schulen größer werden, falls einzelne Lehrkräfte die Einrichtungen nicht erreichen könnten.

Auch die Städte Hannover, Braunschweig und Wolfsburg teilten mit, dass der Unterricht an allgemein- und berufsbildenden Schulen am Montag ausfalle. In Wolfsburg soll eine Notbetreuung in Schulen und Kindertagesstätten in eingeschränkter Form angeboten werden. In Braunschweig werde die Corona-Notbetreuung in Schulen dagegen nicht angeboten.

Niedrigwasser und Sturm behindern Fährverkehr

Aufgrund extrem niedriger Wasserstände und starken Ostwindes sind einige Fährverbindungen in Niedersachsen am Sonntag ausgefallen. Die Fähre zwischen Neßmersiel und Baltrum fuhr am Sonntag nicht, auch am Montag sollte der Betrieb der Baltrum-Linie komplett eingestellt bleiben. Die Fähren von Norddeich nach Norderney und zurück fuhren am frühen Sonntagmorgen zunächst, auch die Fähren am späten Nachmittag sollten fahren, sagte Lars Feldmann, Fahrdienstleiter bei der Reederei Norden-Frisia.

Drei Fähren nach Norderney sowie vier Fähren von der Insel fielen allerdings aus. Die Verbindungen von Norddeich nach Juist wurden für Sonntag komplett gestrichen. Der Fährverkehr zwischen Emden und Borkum hingegen lief nach Plan. „Wir haben bisher keinerlei Beeinträchtigungen, der Sturm ist noch nicht so stark“, sagte Corinna Habben, Sprecherin der AG Ems.

Wegen Schnee: Hannover stellt Busverkehr ein

Heftiger Schneefall und Verwehungen: In Hannover fährt vorerst kein Bus mehr, auch der Schienenersatzverkehr fällt aus. Der Busverkehr sei komplett eingestellt, sagte der Sprecher der Hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra, Udo Iwannek, am Sonntag. Die Straßenverhältnisse seien "so schwierig, dass wir das Risiko nicht eingehen konnten". Wann die Busse wieder fahren können, war zunächst noch offen. Die Stadtbahnen dagegen seien weiter unterwegs, wenn auch mit Einschränkungen und "diversen Störungen".

Bahnverkehr auch am Montag eingeschränkt

Der Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn wird auch am Montag wegen der starken Schneefälle und des heftigen Windes deutlich eingeschränkt sein. Die Kulanzregelung für Reisende im Fernverkehr werden daher laut Bahn auf Tickets für Fahrten am 8. Februar ausgeweitet. Bereits gebuchte Fahrkarten können demnach bis einschließlich 7 Tage nach Störungsende flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden.

„In Niedersachsen, Bremen und insbesondere im Großraum Hannover gibt es keine Entspannung der Lage“, hieß es in einer Erklärung der Deutschen Bahn. In besonders schwer vom Winterunwetter betroffenen Regionen gibt es laut Bahn Aufenthaltszüge für Reisende, etwa in Hamburg, Hannover, Dortmund, Münster, Halle, Leipzig und Kassel. Dort können sich gestrandete Fahrgäste aufwärmen.

Am Sonntag wurden aufgrund der Wetterlage zahlreiche Verbindungen gestrichen. Unter anderem verkehrten keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland. Auch der Fernverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde bis auf weiteres eingestellt. Besonders betroffen waren nach Angaben der Bahn am Sonntag die Strecken zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln sowie Hamburg und Dortmund/Köln.

Starker Wind lässt Wasserstände an der Ostsee steigen

Menschen in Norddeutschland müssen sich auf Hochwasser an der Ostsee einstellen. Ein kontinuierlicher Ostwind bringt Wassermassen an die Ostseeküste, wie Meteorologe Frank Böttcher am Sonntag in einer Online-Pressekonferenz sagte. Am Sonntag gebe es vor allem im Raum Flensburg erhöhte Wasserstände von bis zu 90 Zentimetern. Für den Montag sei in der Kieler Bucht mit bis zu 80 Zentimeter höheren Wasserständen zu rechnen und auch in der Lübecker Bucht steige das Wasser deutlich an.

An der Nordseeküste war Böttcher zufolge hingegen Niedrigwasser angesagt. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei strich für den Sonntag einige Fährverbindungen zwischen Dagebüll und den Nordseeinseln Föhr und Amrum aufgrund der niedrigen Wasserstände. Zwischen Schlüttsiel und den Halligen Hooge und Langeneß entfiel der Fährverkehr komplett.

In Kombination mit den vorherrschenden frostigen Temperaturen erwartete Böttcher angesichts des Hochwassers für die nächsten Tage auch Eisschollen auf der Ostsee sowie geschlossene Eisflächen auf den Seen im Binnenland. Er warnte jedoch davor, diese zu betreten. Aufgrund der zu geringen Dicke bestehe Lebensgefahr.

Alles nach Plan am Hamburger Flughafen

Das aktuelle Wetter über Norddeutschland hat auf die Starts und Landungen am Hamburger Flughafen zumindest keine Auswirkungen. „Es ist kalt, fällt aber kein Schnee. Es finden demnach Enteisungen statt“, aber das sei zu dieser Jahreszeit auch ganz normal, sagte eine Flughafensprecherin am Sonntag. Einschränkungen im Flugverkehr gebe es nach wie vor nur wegen der Corona-Pandemie. Für den Sonntag waren etwa 20 Landungen und rund 20 Starts geplant.

Klirrende Kälte in Hamburg, viel Schnee im Umland

Derzeit schneit es stark in der Lüneburger Heide, wie der Hamburger Meteorologe Alexander König dem Abendblatt am Sonntagmittag auf Anfrage erklärt. Zusammen mit dem kräftigen Ostwind ergibt das die Mischung, vor der Wetterexperten in den vergangenen Tagen warnten. Denn der Schnee kann sich auftürmen und für Chaos auf Straßen und Bahnstrecken sorgen. So fuhren sich vereinzelt Fahrzeuge in Schneeverwehungen fest, wie zum Beispiel am frühen Sonntagmorgen in der Schnellenberger Straße zwischen Reppenstedt und Lüneburg, wie die Polizei mitteilte.

Bislang ist der Norden aber glimpflich davongekommen. Denn das Tief Tristan tobt besonders heftig im Norden von Nordrhein-Westfalen, im südlichen Niedersachsen, im nördlichen Thüringen und in Sachsen-Anhalt. Allerdings sind Ausläufer eben auch bis Hamburg spürbar.

Laut König ist noch nicht klar, inwieweit diese auch noch südliche Stadtteile Hamburgs am Sonntagabend treffen werden. Klar ist dagegen, dass es klirrend kalt in der Hansestadt ist. Minus 5 Grad Celsius steht zwar nur auf dem Außenthermometer, aber durch den starken Wind von bis zu 69 km/h fühlt es sich laut König an wie Minus 16 Grad Celsius.

Und die Kälte bleibt. Bis Dienstag soll sich der Wind nicht abschwächen und auch dann wird es nicht wirklich wärmer, da noch kältere Luft im Anmarsch ist. König sagt: "In Hamburg müssen wir jetzt länger warm anziehen."

In Hamburg hält sich Tief Tristan bislang zurück

Es ist zwar ungemütlich in Hamburg. Sturmböen fegen über den Norden. Allerdings halten sich die Auswirkungen des gefürchteten Tiefs Tristan für die Einsatzkräfte in Hamburg bislang in Grenzen. Laut Feuerwehr-Sprecher seien nur vereinzelt Bäume umgestürzt. Unter anderem machte ein acht Meter langer Baum, der auf die Straße Hasenhöhe in Blankenese gefallen war, eine längere Straßensperrung nötig.

Metronom stellt Zugverkehr auf einigen Strecken ein

Wie Metronom-Sprecher Björn Pamperin am Sonntagmorgen mitteilte, müsse wegen des starken Schneefalls und eingefrorener Weichen der Verkehr auf folgenden Strecken bis mindestens 13 eingestellt werden:

metronom:

  • RE2 Hannover - Göttingen
  • RE2/3 Hannover - Uelzen

enno:

  • RE50 Wolfsburg - Braunschweig - Hildesheim

erixx:

  • RE10 Bad Harzburg - Goslar - Hannover
  • RB42/43 Bad Harzburg - Braunschweig

Auf allen anderen Strecken läuft der Zugverkehr, teilweise jedoch mit Verspätungen:

metronom:

  • RE3 Hannover-Uelzen-Lüneburg-Hamburg
  • RE4 Hamburg-Rotenburg-Bremen

erixx:

  • RB47 Braunschweig - Gifhorn - Uelzen
    leichte Einschränkungen
  • RB37 Uelzen - Soltau - Bremen
  • RB38 Hanover - Soltau - Buchholz - Harburg
  • RB32 Lüneburg - Dannenberg

enno:

  • RE30 Wolfsburg - Gifhorn - Hannover

Fahrgäste sollen sich vor Antritt der Fahrt online bei der elektronischen Fahrplanauskunft informieren.

Eisige Kälte und starker Wind in Hamburg und dem Norden

Die Menschen im Norden müssen sich weiter auf eisige Kälte und starken Wind einstellen. Insbesondere an den Küsten Schleswig-Holsteins bestehe am Sonntag die Gefahr von schweren Sturmböen, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen sagte. Von einer winterlichen Unwetterlage bleiben Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern demnach jedoch verschont. „Es ist absolut nicht mit dem zu vergleichen, was in Mittel- und Südniedersachsen passiert“ sagte sie.

Menschen in Norddeutschland sollten sich aber trotzdem warm anziehen. Die Meteorologin rechnete für den Norden mit sogenannten „Eistagen“ – also Tagen, an denen die Temperaturen auch tagsüber nicht über null Grad steigen und somit Dauerfrost herrscht. Hinzu komme ein starker Wind. Vor allem in Nordfriesland, Angeln und auf der Insel Rügen seien am Sonntag zeitweise auch Schneeschauer zu erwarten. Auch die neue Woche soll im Norden mit frostiger Kälte starten. Im nördlichen Schleswig-Holstein und auf Rügen sei auch am Montag mit Schneeschauern zu rechnen, wie die Meteorologin weiter berichtete. Örtlich könne es dann auch zu Verwehungen kommen.

Deutsche Bahn: Schneefall behindert Fernverkehr

Wegen heftiger Schneefälle kommt es am Sonntag auch im Fernverkehr der Bahn zu größeren Einschränkungen. Züge verkehrten derzeit nicht zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Hamburg und Hannover – zwischen Hamburg und Berlin komme es zu Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte. Nicht vom Fernverkehr angefahren werde die Region Leipzig/Halle. „Besonders starker Wind und Schneeverwehungen machen den Einsatzkräften zu schaffen.“

In NRW und Niedersachsen war bereits zuvor von Problemen im Regionalverkehr berichtet worden. „In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen ist der Zugverkehr durch starken Schneefall beeinträchtigt“ hieß es nun weiter. Die Situation an den Bahnhöfen sei aber ruhig. Die meisten Menschen hätten sich an die Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes gehalten und seien zu Hause geblieben.

Verkehrschaos in Niedersachsen bleibt bislang aus

Trotz intensiver Schneefälle in der Nacht haben die Lagezentren der Polizeien in Niedersachsen eine erste vorsichtig positive Bilanz gezogen. Zwar sei die Lage beispielsweise auf den Straßen in Göttingen am frühen Sonntagmorgen teilweise „katastrophal“, größere Unfälle habe es dort aber nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Manche Straßen waren durch Schneeverwehungen nicht befahrbar und mussten gesperrt werden. Der Straßenräumdienst war ständig im Einsatz.

In Uelzen mussten mehrere kleinere Straßen gesperrt werden. In der Nacht gab es dort mehrere Unfälle, bei denen allerdings niemand verletzt wurde. Auf der A30 bei Schüttorf kam ein Lastwagen ins Schlingern, kippte auf die Seite und blieb quer auf der Straße liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Wegen der Bergungsarbeiten soll die A30 in dem Bereich voraussichtlich noch mindestens bis zum Sonntagmittag in Richtung Osten gesperrt bleiben. Im Bereich Oldenburg gab es starke Böen. Mehrere Bäume knickten um. Äste fielen auf Autos. Auch hier gab es keine Verletzten.

Bis mindestens zum Sonntagmittag soll es besonders im Süden Niedersachsens weiter stark bis extrem stark schneien, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Morgen. Wie viel Schnee in der Nacht in den einzelnen Gebieten gefallen sei, könne man noch nicht sagen.

Bahn bietet Gestrandeten Übernachtungsmöglichkeit

Die Bahn hat in mehreren Städten Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende organisiert. Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin am Sonnabendabend. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstärkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

Reisende sollten sich vor der Abfahrt auf jeden Fall informieren, ob ihr Zug fährt – entweder im Internet, in der Bahn-App oder unter der extra eingerichteten Hotline 08000 996633. Die Bahn hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass der erwartete Wintereinbruch zu Einschränkungen im Schienenverkehr führen könne. Die Menschen sollten sich an die Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes halten und wenn möglich zu Hause bleiben, sagte eine Sprecherin.

Keine Schneeausfälle bei Regionalbahnen in Niedersachsen

Beim regionalen Bahnanbieter Metronom in Niedersachsen hat es am Sonnabend keine wetterbedingten Zugausfälle gegeben. Auch für Sonntag sei dies nicht zu erwarten: „Nach aktuellen Vorhersagen rechnen wir mit einem regulären Betriebsstart am Sonntagmorgen“, sagte ein Sprecher in Uelzen. Man beobachte die Lage aber weiter genau.

Metronom bedient in Niedersachsen die Strecken von Göttingen über Hannover nach Hamburg sowie Hamburg–Bremen. Die Tochterfirma Enno fährt unter anderem zwischen Hannover und Wolfsburg, die Tochter Erixx durch die Lüneburger Heide und Richtung Harz.

Die Deutsche Bahn hat angesichts der Wetterlage vorsorglich einige Fernverbindungen im Norden gestrichen, unter anderem die Intercity-Züge von Bremen nach Norddeich Mole. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet ab Sonnabendnacht im Süden von Niedersachen mit starkem Schneefall.

Einsatzkräfte rechnen mit Extremsituationen

Eisige Kälte, Schneestürme und Glatteis: Räumtrupps und Feuerwehren sind bereit für einen der größten Einsätze seit Jahren. In Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts gilt am Sonnabend die Höchste Warnstufe des DWD. In Niedersachsen waren Feuerwehr und Katastrophenschutz, Polizei, Verkehrsbetriebe und Bahnen, Straßenmeistereien und Räumdienste in Alarmbereitschaft. „Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!“, heißt es in der amtlichen Warnmeldung des DWD vom Sonnabend.

Wetterdienst warnt vor starken Schneefällen in Niedersachsen

Vor starken Schneefällen in Teilen Niedersachsens hat der Deutsche Wetterdienst am Sonnabend gewarnt. Demnach müssen sich die Menschen im südlichen Teil des Bundeslandes von den Abendstunden an auf extrem starke Schneeverwehungen und Glatteis einstellen.

Die Meteorologen rechneten damit, dass es im mittleren und vor allem im südlichen Teil Niedersachsens stark schneit. Am frühen Nachmittag war die Wetterlage zunächst ruhig. „Wir haben in Südniedersachsen ein bisschen Schnee“, sagte ein DWD-Meteorologe. Örtlich gebe es gefrierenden Regen. „Die stärksten Niederschläge wird es in der Nacht zum Sonntag geben.“

Die Bahn weist derweil erneut darauf hin, dass der Bahnverkehr in weiten Teilen beeinträchtigt ist.

Bisher nur wenige Ausflügler im Harz

Ausflügler haben den verschneiten Harz am Sonnabend weitgehend gemieden und sich nicht wegen der angekündigten Winterwetterextreme in unnötige Gefahr begeben. Die Polizei in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stuften die Lage auf den Straßen und Parkplätzen als „entspannt“ ein. So seien die sonst von Spaziergängern, Rodlern oder Bikern stark frequentierten Parkplätze in Schierke, Torfhaus, Braunlage oder Hahnenklee zu keiner Zeit ausgelastet gewesen.

Warnung: Waldbesuch im Harz könnte lebensgefährlich werden

Schneefall, Eisglätte, Sturm und Kälte: Wegen der angekündigten Wetterextreme hat die Harzer Nationalparkverwaltung davor gewarnt, die Wälder zu betreten. Ein Waldbesuch könne am Wochenende lebensgefährlich werden, heißt es in einer im Internet veröffentlichen Warnmeldung.

Es drohten nicht nur Gefahren durch abbrechende oder umstürzende Bäume, es könne auch zu Erfrierungen, Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen. Außerdem seien vereiste Flächen unter dem Neuschnee nicht zu erkennen, hieß es. Die in Wernigerode ansässige Nationalparkverwaltung appellierte an die Harzbesucher, sich und andere nicht in Gefahr zu bringen.

Bahn streicht Zugverbindungen im Norden

Die Deutsche Bahn hat angesichts des prognostizierten Wintereinbruchs am Wochenende Anpassungen im Fahrplan vorgenommen. Auch mehrere Fernverkehrsverbindungen im Norden sind hiervon betroffen. Am Sonnabend und Sonntag sind laut Mitteilung des Unternehmens alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen.

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Ebenfalls von den Anpassungen betroffen ist die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz. Hier wird der Fahrplan laut Deutscher Bahn am Wochenende stark ausgedünnt. Es verkehren nur einzelne Intercity-Züge. Betroffene Fahrgäste können gebuchte Tickets entweder bis zu sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren.

Lesen Sie hier die Meldungen zum Wetter in Norddeutschland vom Freitag:

Auch Metronom bereitet sich auf heftigen Wintereinbruch vor

Starker Schneefall, Eisregen: Auch bei Metronom, Enno und Erixx laufen bereits die Vorbereitungen auf den Wintereinbruch am Wochenende. "So werden bei Metronom, Enno und Erixx alle Züge bereits nachts vorsorglich enteist", teilte ein Metronom-Sprecher am Freitag mit. Das mobile Team sei verstärkt worden, so dass die Züge auch zwischendurch von Eisklumpen befreit werden können.

Das Unternehmen wies darauf hin, dass es ab Sonnabendnachmittag dennoch zu Einschränkungen kommen könnte. Der Grund: Bei starkem Schneefall und Eisregen besteht die Gefahr, dass Weichen einfrieren, Oberleitungen vereisen oder sich große Eisklumpen an den Fahrzeugen festsetzen. "In diesen Fällen ist eine sichere Fahrt mitunter nicht mehr möglich." Fahrkarten, die bereits für das Wochenende gekauft wurden, behalten ihre Gültigkeit bis einschließlich Sonntag, 14. Februar.

Schneesturm: Netzbetreiber bereiten sich auf Störungen vor

Angesichts der vorhergesagten Unwetter mit Schnee, Sturm und Eisregen stellen sich Netzbetreiber auf mögliche Störungen ein. „Mit Blick auf die nächsten Tage halten wir eine erhöhte Alarmbereitschaft und vielfältige Leitungsreserven vor und stehen dazu auch mit anderen Netzbetreibern im Austausch“, teilte der Sprecher von Tennet, Mathias Fischer, mit.

Sollten Leitungen beschädigt werden, könne Tennet den Schaden durch Sicherheitsreserven über andere Leitungen ausgleichen. Auch ein kurzfristiges Hochfahren zusätzlicher Kraftwerke sei möglich. Das Unternehmen betreibt von Schleswig-Holstein bis Bayern das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland.

Der Netzbetreiber Avacon, dessen Hochspannungsnetz von der Nordsee bis an den Main reicht, hat mehrere hundert Techniker und Monteure in Bereitschaft gerufen. Auch Dienstleister und Tiefbauunternehmen seien mit Blick auf mögliche Störungen vorsorglich alarmiert worden, so Unternehmenssprecher Ralph Montag. Sorge bereitet Avacon, dass sowohl größere Schneemengen als auch Eisregen parallel die Netze belasten könnten.

Technisches Hilfswerk wappnet sich für Schneesturm

Das Technische Hilfswerk (THW) Niedersachsen bereitet sich wie andere Katastrophenschutzorganisationen auf ein absehbar heftiges Schneesturmwochenende im Norden vor. „Unsere Ortsverbände machen die Fahrzeuge fit. Schneeketten werde angelegt, Frostschutzmittel wird aufgefüllt“, sagte die Sprecherin des THW-Landesverbandes Bremen und Niedersachsen am Freitag in Hannover.

Das THW als Einrichtung des Bundes arbeitet mit professionellen und ehrenamtlichen Helfern. Es kann im Notfall besonders schweres und robustes Gerät einsetzen. Der Deutsche Wetterdienst verschärfte bereits die Warnungen vor den Auswirkungen von Eis und Schnee. Ab Sonnabendnachmittag könne der Schneesturm Niedersachsen treffen und für versperrte Straßen, Bahnstrecken und Stromausfälle sorgen.

DWD bei Twitter zum Wetter am Wochenende:

Bahn erwartet Zugausfälle wegen Schneechaos

Wegen des angekündigten Schneefalls am Wochenende kann es zu Ausfällen und Verspätungen im Zugverkehr besonders im Norden Deutschlands kommen. Das teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit. Kunden können ihre bereits gebuchten Tickets im Fernverkehr kostenlos stornieren oder in der kommenden Woche nutzen.

Die Bahn bereitet sich eigenen Angaben zufolge darauf vor, vor allem ab Sonnabendmittag schnell reagieren zu können. Schneeräumtrupps stehen demnach für Bahnhöfe bereit, mit schweren Räumfahrzeugen könnten Schienen von Eis und Schnee befreit werden. Die Bahn verwies zudem auf Weichenheizungen, die ein Einfrieren der beweglichen Teile verhindern können.

DWD: Dramatische Auswirkungen von Schnee und Eis

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor massiven Beeinträchtigungen durch Schnee und Eis an diesem Wochenende in der Nordhälfte Deutschlands. „Die Auswirkungen dieser Wetterlage werden dramatisch sein“, sagte ein DWD-Sprecher am Freitag.

In betroffenen Gebieten sollten sich die Menschen durchaus darauf einstellen, dass der Strom ausfällt oder es wegen Glatteis unmöglich sein wird, das Haus zu verlassen. Das sagte Franz Molé, Leiter der Vorhersage und Beratungszentrale des DWD. „Es schaukelt sich hoch ab Sonnabend in der zweiten Tageshälfte.“

Nach Stand Freitagmittag zeichnete sich ab, dass ab Sonnabendmittag heftige Schneefälle und Schneeverwehungen einen Streifen vom Emsland über das südliche Niedersachsen bis Sachsen-Anhalt treffen könnten. Erwartet werden dort bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Tipp des Meteorologen Sven Plöger: Decken ins Auto legen

Der Meteorologe und Wettermoderator Sven Plöger wies am Freitag darauf hin, dass sich vor allem Autofahrer wegen der Wetterlage am Wochenende in Acht nehmen sollten. Durch Schnee und Schneeverwehungen könnte es für Autofahrer ernsthafte Gefahren geben. Sein Tipp: "Legen Sie sich warme Decken ins Auto, um vorbereitet zu sein."

Böttcher: Bis zu einem halben Meter Schnee in Niedersachsen

"Es kommt am Wochenende in Norddeutschland örtlich zu kräftigen Schneefällen, aber das bedeutet nicht, dass es automatisch katastrophale Zuständen gibt", sagte der Meteorologe Frank Böttcher am Freitag.

Bereits am Freitag gebe es entlang der Elbe Schnee. Entscheidend ist am Wochenende, wie heftig der Aufprall der kalten und warmen Luft ausfällt, so Böttcher. Weitere wichtige Faktoren: Die Feuchtigkeit und die Temperaturen. Die heftigsten Schneefälle wird es im südlichen Niedersachsen geben. Hinzu kommt der Wind. "Ob es zu großen Schneeverwehungen kommt, hängt davon ab, wie viel Schnee tatsächlich fällt", so der Wetterexperte.

Am Montagmorgen könnte laut Böttcher in einigen Regionen Niedersachsens 40 Zentimeter Schnee liegen, durch Schneeverwehungen örtlich maximal ein halber Meter. In Hamburg und Schleswig-Holstein fällt von Sonnabend, 22 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, maximal fünf Zentimeter Schnee.

Die Regionen in Niedersachsen mit den stärksten Schneefällen:

  • Rehren
  • Münster
  • Osnabrück
  • Hannover

Fährbetriebe an der Nordseeküste: Verbindungen fallen aus

Fährbetriebe an der Nordseeküste rechnen am Wochenende mit starkem Ostwind – einige Fahrten von und zu den ostfriesischen Inseln fallen deshalb aus. „Der Wind drückt dann das Wasser aus dem Wattenmeer“, sagte der Sprecher der Reederei Norden Frisia, Fred Meyer, am Freitag. Den Fähren fehle mitunter der nötige Tiefgang. Wegen des absehbaren Ostwindes sind alle Fährverbindungen am Wochenende von und nach Juist daher bereits gestrichen. Im Fahrplan zwischen Norderney und Norddeich fallen einzelne Fähren aus. „Wir planen da um das Niedrigwasser herum“, sagte Meyer.

Im Fährverkehr zwischen Harlesiel und Wangerooge fallen am Sonntag alle Verbindungen aus, wie die Bahn als Betreiberin mitteilte. Einzelne Fahrten wurden für den Sonnabend bereits abgesagt.

Die AG Ems in Emden meldete am Freitag zunächst keine absehbaren Einschränkungen für den Fährverkehr von und nach Borkum. Die Reederei habe den vorhergesagten Ostwind aber „auf dem Schirm“, sagte Sprecherin Corinna Habben. „Der erwartete Schneefall macht uns weniger Sorgen.“ Es könne aber zu Vereisungen an technischen Geräten wie Laderampen kommen.

Meteorologe: "Es wird richtig winterlich in Hamburg"

Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net rechnet damit, dass es am Sonntag immerhin bis zu zehn Zentimeter Schnee in Hamburg geben kann. "Schneeverwehungen sind ebenfalls möglich", so Jung.

Und auch temperaturmäßig wird es "richtig winterlich". Nachts könne das Thermometer laut Wetterexperten in den kommenden Tagen nur noch –10 Grad anzeigen.

Winterwetter in Hamburg und dem Norden:

Autobahnmeistereien im Norden für Wintereinbruch gerüstet

Der Winterdienst bereitet sich auf einen Schneeeinsatz auf den Autobahnen in Norddeutschland vor. Die Autobahnmeistereien stünden mit rund 100 Räum- und Streufahrzeugen und 250 Mitarbeitern rund um die Uhr bereit, um am Wochenende die etwa 750 Kilometer Autobahn im Norden schnee- und eisfrei zu halten, sagte eine Sprecherin der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes am Freitag. Die Niederlassung ist für die Autobahnen in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen zuständig.

Die Sprecherin appellierte an die Autofahrer, ihre Fahrweise den Witterungsverhältnissen anzupassen und Schneeräum- und Streufahrzeuge nicht zu überholen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) muss vor allem ab Sonntag im Norden mit Schneefall, Glätte, Schneeverwehungen und tiefen Temperaturen gerechnet werden.

Besonderes Wetterphänomen in Schleswig-Holstein

"Lake-Effect": Zu diesem lokalen Phänomen kommt es am Wochenende in Schleswig-Holstein. "Hochreichende Kaltluft über der Ostsee nimmt Feuchtigkeit auf", so der Meteorologe Alexander König. An der Küste entlädt sich dann das Ganze. "Es kann zu starken Schneeschauern entlang der Küste, aber auch im Landesinneren kommen", sagt der Wetterexperte.

Welchen Ort es lokal genau es trifft, kann noch nicht gesagt werden. Man spricht von sogenannten "Schauerstraßen". Dabei kann es zu enormen Niederschlagsmengen kommen. Ein Beispiel: Am Donnerstagabend fielen am Kap Arkona auf Rügen innerhalb von zwei Stunden zehn Zentimeter Schnee. Jedoch nicht überall auf der Insel. "Es war ein lokales Phänomen", so König.

Tief "Tristan" bringt dem Norden Schnee und klirrende Kälte

Ab dem Wochenende heißt es: warm anziehen! Es wird eisig kalt in Hamburg und dem Norden. Bereits am Freitag bleiben die Temperaturen knapp unter 0 Grad, sagt der Meteorologe Alexander König. "Später kann es in Hamburg und dem Umland schneien." Von der weißen Pracht kann auch etwas liegen bleiben – aber nur einige wenige Zentimeter.

Am Sonntag bringt schließlich Tief "Tristan" kräftig Schnee in den Norden. "Die Wettermodelle deuten aktuell darauf hin, dass der Schwerpunkt über dem südlichen Niedersachsen liegen wird", so der Wetterexperte. Zwischen dem Emsland und dem Osnabrücker Land muss mit bis zu 40 Zentimeter Schnee gerechnet werden. "Auch Schneeverwehungen sind möglich, da starker Wind erwartet wird."

Hamburg, wo voraussichtlich eine Woche lang Dauerfrost herrschen wird und die Höchsttemperatur am Sonntag nur noch –6 Grad beträgt, liegt genau an der Grenze. König: "Dort kann es auch ein paar Zentimeter Schnee geben, aber keine großen Mengen." Dafür betrage die gefühlte Temperatur –20 Grad.

Glätteunfälle in Schleswig-Holstein

Die Glätte hat einige Fahrzeuge in der Nacht zum Freitag in Schleswig-Holstein ins Rutschen gebracht. Die Polizei in Kiel meldete am frühen Morgen zwei Unfälle. „Das fängt jetzt erst an“, so ein Sprecher.

Auf der Bundesstraße 502 bei Mönkeberg war ein Auto ins Schleudern geraten und hatte sich überschlagen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Auf der Bundesstraße 404 war ein Lastwagen in einen Graben gefahren. Es sei niemand verletzt worden. Der Laster konnte bereits geborgen werden.

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( coe/hie/krk/ras/lag/dpa )

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