Alte Leute verzweifeln

Was Leser bei der Vergabe von Impfterminen erleben

| Lesedauer: 24 Minuten
Im Hamburger Corona-Impfzentrum in den Messehallen: Aufklärungsgespräch über das Impfen.

Im Hamburger Corona-Impfzentrum in den Messehallen: Aufklärungsgespräch über das Impfen.

Foto: Michael Rauhe

Besetzte Hotline, hilflose Callcenter-Mitarbeiter: Ernüchternde Berichte von Lesern des Hamburger Abendblatts.

Bisher habe ich keinen Termin
Seit der Benachrichtigung durch den Senat habe ich an 20 Tagen die Hotline angerufen, habe eine Strichliste geführt. Bei 200 Anrufen habe ich aufgehört zu zählen. Bisher habe ich keinen Termin. Für mich grenzt die Terminvergabe schon an Körperverletzung. Bei den nächsten Wahlen werde ich mein Wahlverhalten überdenken müssen.
Bernd Rosenquist

Frustrierende Erfahrung
Meine Erfahrungen sind leider frustrierend. Nach unzähligen Versuchen über das Internet und die Hotline sagte mir um kurz nach 10 Uhr eine Dame am Telefon der Nummer 116 117, dass es keine Impftermine mehr geben wird. In den Medien wurde aber, auch vom Sprecher der Sozialbehörde, angekündigt, dass über den Tag verteilt immer wieder neue Termine eingestellt würden. Das ist doch ein offensichtlicher Widerspruch!
Godehard Lotz, Hamburg

Es fehlt eine Warteliste
Neue Terminvergabe, vollmundig angekündigt. Besetzte Hotline, wenn sie frei ist, hilflose Callcenter-Mitarbeiter, die meisten sind freundlich. Auskunft: keine Impftermine. Webseite mit immer derselben Nachricht: keine Impftermine. Schon klar, aber warum, bitte, gibt es keine Warteliste in Hamburg? Einmal anrufen und registriert werden, wenn der Anspruch geprüft wurde. Stattdessen 40 Anrufe innerhalb der Frist, mehr als 50 Online-Versuche innerhalb von 24 Stunden. Täglich seit dem 1. Januar, auch heute. Unzumutbar. Ich bin Jahrgang 1923 – wenn Sie es ausrechnen mögen: 97 Jahre alt!
Prof. Dr. Christian Farenholtz

Endlich einen Termin!
Ich habe endlich einen Termin für meinen 80 Jahre alten Vater erhalten. Die Online-Vergabe hat hervorragend geklappt. So wünscht man sich das. Mein Vater war nach Erhalt der Ankündigung durch die Gesundheitssenatorin schon richtig ungeduldig geworden. Das war keine gute Kommunikation. Ich habe seitdem täglich fünf bis sechs Versuche online und telefonisch unternommen. Mein Vater hätte das ohne Unterstützung nicht geschafft.
Ralf Hüttenrauch, Hamburg-Lohbrügge

Die Gemeinde hilft
Ich möchte nicht in Klagen über ein angebliches Impfchaos oder Impfdesaster einstimmen. Aber bei einer solchen beispiellosen Aktion gibt es selbstverständlich Verbesserungsmöglichkeiten. Wir bieten in unserer Gemeinde Hilfe bei der Online-Impfterminbuchung an, da die telefonische Buchung ziemlich nervenaufreibend zu sein scheint – was übrigens für alle Hotlines gilt! Dabei sind wir auf das Problem gestoßen, dass man keine gemeinsamen Termine für Ehepaare online buchen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine solche Funktion nicht relativ schnell einprogrammieren kann, und würde eine Nachbesserung sehr begrüßen!
Dr. Inge Blatt

Impftermin: Ein Lotteriespiel
Ich bin 88 Jahre alt, geistig noch rüstig und bewege mich auch – wie diese Mail ja zeigt – noch ausgiebig im Internet. Seit mehreren Wochen bemühe ich mich täglich telefonisch und per Internet um einen Impftermin für mich und meine Frau, aber bisher ohne Erfolg. Entweder man kommt gar nicht erst durch (alle Leitungen belegt, „Rufen Sie später an“) oder man landet in endlosen Musik-Warteschleifen (15 Minuten und mehr sind keine Seltenheit). Und kommt man dann doch einmal durch, heißt es, alle Impftermine seien bereits vergeben, und wann es neue gebe, wisse man nicht. Das Ganze gleicht einem Lotteriespiel, und die hoffnungslos überforderten Callcenter-Kräfte sind offenkundig angewiesen, auf keinen Fall konkrete Angaben dazu zu machen, wann eventuell wieder Termine zur Verfügung stehen. So hört man gleichzeitig dann „vielleicht heute Nachmittag“ oder „rufen Sie am besten morgen mal wieder an“. Was man damit älteren Menschen wie mir zumutet, ist unbeschreiblich und – ich kann es leider nicht anders nennen – auch in höchstem Maße zynisch: Insbesondere wenn man dann sieht, dass sich die Politiker von Bund, Ländern und Kommunen für dieses ja leider schon lange absehbare Desaster gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben. Besonders bitter, dass dann auch noch die Presse als Instrument missbraucht wird, um den Bürgern zu suggerieren, es stünden gerade mal wieder einige Impftermine zur Verfügung, und man habe alles bestens im Griff. Selbst einige der Callcenter-Mitarbeiter gestanden heute auf bohrende Nachfragen dann irgendwann ein, dass sie selbst offenkundig auch nicht so recht mehr an dieses Vergabesystem und seine Gerechtigkeit glauben können. Vage hieß es, man arbeite ja schon an irgendwelchen Alternativen. Wie lange also, bitte schön, soll dieses unwürdige Spiel eigentlich noch weitergehen?
Walter Reißmann

Lesen Sie hier den Kommentar von Lars Haider

Meine Eltern verzweifeln
Nach der Ankündigung, dass neue Impftermine vergeben werden, habe ich für meine Eltern (91 und 85 Jahre alt) versucht, einen solchen zu bekommen. Online klappte es nicht, da das System nach Benennung eines Termines und Angabe der Daten immer meldete, dass der Termin nun schon vergeben ist. Nach diversen Warteschleifen gelang es mir drei Mal, einen Mitarbeiter ans Telefon zu bekommen. Jedes Mal die Ansage: „Es gibt keine Termine mehr.“ Mein Hinweis, dass im Radio doch ständig gesagt werde, im Laufe des Tages gebe es neue Termine, wurde als Falschmeldung benannt. Auf den Monitoren der Hotline-Mitarbeiter gab es jedenfalls nach deren Angaben keine Termine mehr. Langsam verzweifeln meine betagten Eltern, und ich und wir fragen uns, ob man sich überhaupt um eine Lösung dieses Chaos bemüht.
Silke Kloppenburg, Hamburg-Bergedorf

Alle Versuche schlugen fehl
Die neue Impfterminvergabe hat überhaupt nicht geklappt! In den Medien wurde mitgeteilt, dass die Vergabe der neuen Impftermine über die Woche und auch über den Tag verteilt werden sollte. Wir versuchten ab 8 Uhr mit der Rufnummer 116 117 und per Internet ununterbrochen, zwei Termine für uns zu bekommen. Alle Versuche schlugen fehl. Um 9.30 Uhr versuchten wir es noch einmal, bekamen schließlich auch Anschluss und erfuhren, dass bereits alle verfügbaren Termine für den Tag entgegen genannter Ankündigung der Senatorin vergeben worden seien. Wir sind über 80 Jahre und Risikopatienten und wissen nicht, wie wir zu einem Impftermin kommen können. Wir haben kein Verständnis dafür, dass die angekündigte Neuorganisation nicht durchgeführt worden ist. Die falschen Informationen wirken sehr verstörend und sind unserer Meinung nach total unerträglich. Warum kann die Organisation nicht wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein geordneter und klarer durchgeführt werden? Die Hamburger Briefeinladungen waren völlig sinnlos!
Silke und Hans Steinwärder

Desolate Organisation
Seit meine 89-jährige Mutter den Brief der Sozialbehörde erhalten hat, versuche ich vergeblich, einen Termin für sie zu bekommen. Ich habe gegen 9 Uhr und noch einmal gegen 18.10 Uhr auf dem Online-Portal tatsächlich mal Termine angezeigt bekommen (jeweils einen einzigen). Sofort habe ich die Termine angeklickt und die Anmeldedaten ausgefüllt. Beim Absenden habe ich jeweils die Meldung erhalten „der Termin ist bereits vergeben, bitte wählen Sie einen anderen Termin“. Sehr lustig. Einen anderen Termin gab es natürlich nicht. Telefonisch habe ich es auch versucht und um 10.30 Uhr, nach 20 Minuten Warteschleife, die Aussage erhalten, dass heute keine Impftermine mehr vergeben würden. Ich solle am nächsten Tag wieder anrufen. Das war also alles mal wieder erfolglos. Sehr frustrierend. Was für eine desolate Organisation.
Bärbel Sicker-Bähr

Keine Termine frei
Nach zwei vergeblichen Anläufen (überlastete Leitung) und relativ kurzer Verweildauer­ in der Warteschleife wurde mir um 8.12 Uhr auf meine Bitte um einen Impftermin für mich und meine Frau kurz erwidert, man habe keine Termine­. Bei erneuten Bemühungen von 9 Uhr an gelangte ich irgendwann in die übliche Warteschleife von gut 20 Mi­nuten, worauf mir eine sehr freundliche Dame eröffnete, dass man noch keine Termine habe, und ich es doch später noch einmal versuchen möge. Als ich dann nach 11 Uhr endlich wieder in eine Warteschleife vorgedrungen und mich über 25 Minuten hatte akustisch „foltern­“ lassen, teilte eine wiederum sehr freundliche Dame mit Bedauern mit, dass alle Termine schon vergeben seien.
Willi Filter

Wir fühlen uns veräppelt
Bei dem Online-Versuch vor etwa zehn Tagen wurden uns noch einige Termine zur Auswahl gestellt. Nachdem wir zweimal­ den Terminwunsch eingegeben hatten, teilte uns das System dann mit, dass diese bereits bestätigt wurden. Nach telefonischer Rückfrage wurde uns mitgeteilt, dass es schon passieren könne, dass fünf Sekunden vorher diese Termine vergeben wurden. Nachdem im Hamburger Abendblatt wie auch im Radio mitgeteilt wurde, dass wieder aus­reichend Termine vergeben würden, haben wir es um 8.30 Uhr sowie 9.30 Uhr und auch um 10.45 Uhr versucht. Die Mitteilung in allen Fällen war dieselbe: „Es können zurzeit keine Termine ver­geben werden.“ Langsam fühlen wir uns als ältere Bürger total veräppelt, um es freundlich auszudrücken. Unser Bürgermeister Peter Tschentscher sollte sich auch nicht über die Bundesregierung beschweren­, wenn es im eigenen Hause ebenfalls in keiner Weise funktioniert. Man sollte sich bei einem Thema nur über andere beschweren, wenn man es selbst perfekt vorlebt.
Karin und Wolf Folger

Armes Deutschland
Ich bin 84 Jahre alt und habe, von 8 Uhr bis 13 Uhr, die Nummer 116 117 gewählt und anschließend die 1 und die 2 gedrückt. Da folgte doch bei jedem Versuch nur Musik und keine Ansage, dass ich in der Warteschleife bin. Um 13 Uhr hatte ich endlich eine Person am Apparat, und man sagte mir, dass die Termine bereits alle vergeben seien, ich solle es irgendwann erneut probieren. Im Internet das Gleiche, ich habe einen zwölfstelligen Code über SMS erhalten, dieser gilt nur zehn Minuten, auch da wieder die Meldung: sind „Termine alle vergeben“, ich solle es wieder versuchen. Wie fühlt man sich bei dieser schlechten Information, man fühlt sich auf den Arm genommen. Wie kann man eine solche Hotline in­stallieren? Armes Deutschland.
Hermann Groenefeld

Seit Wochen das gleiche Chaos
Es hat sich an den Impfterminen nichts geändert. Es ist das gleiche Chaos wie die letzten drei Wochen: „Wir haben leider keine freien Termine, bitte versuchen Sie es morgen wieder.“ Ich werde mich wohl nicht mehr impfen lassen.
Klaus Herbert

Hurra, wir haben Impftermine!
Hurra, mein Mann und ich haben Impftermine! Telefonisch war kein Durchkommen, aber unser Sohn hat es dann per Internet geschafft. Jeweils 1. und 2. Termin für beide. Endlich ein Lichtblick, denn wir gehören zur Risikogruppe mit Vorerkrankungen. Nun schauen wir mit Zuversicht nach vorne, was ich vielen Mitmenschen auch wünsche.
Lilo Müller

Es ist aussichtslos ...
Es ist aussichtslos im Impfzentrum. Seit zwei Stunden versuche ich, einen Termin zu bekommen. Nach 30 Versuchen bin ich zweimal in die Warteschleife vorgedrungen. Einmal bin ich nach 30 Minuten Musik wieder aus der Leitung geflogen. Beim zweiten Mal und 25 Minuten Musik war eine nette Dame dran, die dann erwartungsgemäß sagte, dass sie keine Termine habe. „Bitte rufen Sie frühestens morgen wieder an.“ Online geht es bei mir nicht, weil ich einen Termin für meine Tante und einen für meine Mutter brauche. Wenn mein Mann in der nächsten Runde und ich in der übernächsten Runde dran sind, dann habe ich keinen Impfschaden, aber einen Warteschleifenschaden.
Ingrid Wulff

Lieber nicht impfen lassen?
Ich habe schon vor 8 Uhr versucht, über das Internet zwei Impftermine zu bekommen. Erfolglos. Punkt 8 Uhr bin ich über 116 117 in die Warteschleife gekommen. Um 8.25 Uhr wurde mein Gespräch angenommen, da wurde mir gesagt „alle Impftermine sind vergeben“ , ich solle es doch am Nachmittag erneut versuchen. Dieses ist unglaubwürdig, wann und wie soll man zu Impfterminen kommen? Ich sehe da kein Weiterkommen, ich gebe bald auf und lasse mich nicht impfen. Ist das die Lösung?
Dieter Axel

Leitungen überlastet
Es ist ein Skandal, wie das in Hamburg (und nicht nur hier) gehandhabt wird. Bis 7.59 Uhr keine Termine bei der Online-Buchung vorhanden. Ab 8 Uhr etliche Termine angezeigt, aber nach dem Ausfüllen des Formulars waren dann alle Termine schon vergeben. So ein Programm braucht keiner, Lottospielen ist erfolgreicher. Von der Hotline 116 117 ganz zu schweigen. Sofort abgeblockt, alle Leitungen überlastet. Nicht einmal in die Warteschleife gekommen. Soll das jetzt jeden Tag um 8 Uhr morgens so sein?
Andreas Lettow

Tschentscher stellt Impfversprechen bis Sommer infrage:

Tschentscher stellt Impfversprechen bis Sommer infrage

Digitales Unvermögen
30.000 neue buchbare Impftermine sollte es geben. Meine Eltern sind 91 und 88 Jahre. Als Sohn habe ich seit vier Wochen versucht, online und telefonisch einen Termin zu bekommen, aussichtslos. Heute nun Hoffnung, denn online wurde mir ein Termin für Sonnabend angezeigt. Ich gab, so schnell es ging, die Daten meines Vaters ein und drückte den Button „Termin buchen“, dann erschien ein roter Balken „Termin bereits vergeben“. Die Enttäuschung war groß, also versuchte ich es für meine Mutter. Auch da ein Termin, die Freude war groß, schnell Adresse eingeben und Button drücken, aber auch hier „Termin leider bereits vergeben“. Frustration über ein derart digitales Unvermögen. Sind denn die Programmierer und Verantwortlichen dieses Online-Meldesystems nicht einmal in der Lage, dass der angezeigte Termin mindestens zwei bis drei Minuten reserviert bleibt? Das kann mittlerweile jedes Buchungssystem und ist längst „Stand der Technik“. Der Bürger wird in seinen Bemühungen vom Staat alleinegelassen. Wohin soll das führen?
Hans-Joachim Hess

Kein Land in Sicht
Seit drei Wochen habe ich die Anmeldecodes für meine Mutter als E-Mail in der Inbox und probiere es täglich mehrfach. Voller Hoffnung setzte ich mich um 8.05 an den Rechner, um einen Impftermin für meine Mutter zu buchen und – oh Wunder – es wurden mir diverse Termine als buchbar angezeigt. Ich wähle, ohne lange zu zögern, den nächstbesten aus und gebe den Namen, die Adresse und die Telefonnummer ein. Bei der E-Mail-Adresse hängt sich die Seite auf, erkennt die Adresse als nicht korrekt, obwohl sie richtig ist. Zweiter Versuch: Diesmal scheint alles richtig, auch die E-Mail-Adresse wird akzeptiert. Dann kommt die Meldung: Termin bereits vergeben. Dritter Versuch: Keine Impftermine mehr verfügbar. Es ist 8.12 Uhr – und wieder kein Land in Sicht ... Ich verstehe die gesamte Problematik durchaus, wo kein Impfstoff, da kann es keine Termine geben. Also werde ich weiter probieren. Das alte Leute an so etwas verzweifeln, kann ich nachvollziehen.
Mirjam Blümel Eilken

Ein echter Skandal
Es sollten laut Radiomeldung ab 8 Uhr 14.000 Termine zur Verfügung stehen. Also rief ich zeitgenau die Hotline 116 117 an. 16-mal mit kurzen Unterbrechungen wurde ich abgewiesen wegen Überlastung der Hotline. Beim 17. Mal landete ich in der Warteschleife. Nach 20 Minuten Wartezeit endlich ein Mensch in der Leitung, der mir aber versicherte, dass es keine Termine gebe. Parallel versuchte ich es über Internet, wo ich schon Mitte Januar einen Vermittlungscode für mich und meine Frau ergattert hatte. Allerdings war’s das dann auch. Alle weiteren Versuche, daraus einen Termin zu generieren, scheiterten, weil die Vergabeseite einfach nicht mehr aufrufbar war. Heute nun hatte ich einen Scheinerfolg: Ich konnte meinen Code eingeben und war glücklich, die Seite verhieß mir einen Termin am 10. Februar um 17 Uhr. Nun war nur noch die Eingabe der Personalien erforderlich, auch das war schnell geschafft, allerdings mit dem Ergebnis, dass die Seite mir mitteilte, dass der Termin inzwischen vergeben sei. Ein weiterer Versuch ging genauso daneben. Ein echter Skandal, wie mit den Sorgen und Hoffnungen von uns alten Menschen umgegangen wird. Man hätte die Organisation eben nicht in Beamtenhände legen dürfen, sondern sie der freien Wirtschaft überlassen sollen, dann wäre dieses Desaster nicht passiert.
Edgar Baumann

Eine Katastrophe
Ich habe ab 7.50 Uhr versucht, für meine Eltern telefonisch Impftermine zu vereinbaren. Um 7.50 Uhr habe ich den ersten Versuch gestartet und wurde zurückgewiesen, weil die Bürozeit erst um 8 Uhr beginnt. Ab 8 Uhr habe ich geschätzte 25-mal die Nummer angerufen, und das Gespräch wurde immer beendet, weil so viele Menschen versuchen, Impftermine zu erhalten. Es ist eine Katastrophe. Um 9 Uhr startete ich dann auch online einen Versuch, war aber leider nicht schnell genug und habe auch keinen bekommen. Wie sollen wir unsere alten Menschen schützen, wenn allein die Vergabe der Impftermine katastrophal ist? Ich frage mich, warum die Bundesregierung mit der Impfberechtigung, die die über 80-Jährigen bekommen haben, nicht auch gleich die Termine mit rausgegeben hat?
Birgit Kühl

Dankbar für den Impftermin
Es ist mir heute gegen 8 Uhr gleich gelungen, zwei Impftermine für meine betagte Mutter im Internet zu belegen. Mittlerweile sind die Bestätigungsmails bei mir eingetroffen. Nach den anfänglichen wiederholten Problemen, Termine zu belegen, bin ich jetzt dankbar, diese für meine Mutter bekommen zu haben.
Jürgen Thal

Zufrieden mit der Organisation
Mit 82 Jahren bin ich impfberechtigt. Ich habe Verständnis dafür, dass in der Vergangenheit die Impftermine nur zögerlich vereinbart werden konnten. Heute wurden mir die Termine für die erste und zweite Impfung im Februar und März bestätigt. Mit dem organisatorischen Verlauf bin ich zufrieden.
Helmut Pommerenck

Peinlich und beschämend
Ist es technisch so schwer, eigene Service-Leitungen für Impftermine zu schalten? Warum wurden die Termine nicht einfach zugeteilt, zumal ohnehin alle der Hochbetagten im Lockdown sind? Wer ist verantwortlich für diese schlechte Umsetzung und vor allem für die schlechte und falsche Kommunikation? Ich finde das peinlich und beschämend, wie schlecht alles organisiert ist.
Gudrun Petri

Wir freuen uns riesig
Ich habe bereits in den letzten Wochen (leider vergeblich) versucht, für meine 83-jährige Mutter online einen Termin zu bekommen. Der Vermittlungscode lag vor, aber es gab eben keine Termine. Heute Morgen, gleich um 8 Uhr, brauchte ich nur drei Anläufe, und beide Termine waren gebucht – und das schon für nächste Woche. Ich freue mich riesig, meine Mutter auch. Dass es am Anfang etwas holprig läuft, vor allem da nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, war eigentlich zu erwarten. Diese schreckliche Krankheit lehrt uns, neben allem anderen, eben auch Geduld zu haben. Hoffen wir nur, dass diese Geduld nicht so viele Menschenleben kostet!
Sabine Gaethke

Unmut, Ärger, Verdruss ...
Egal, wann man aufsteht oder welchen Weg ich versucht habe: Über die 116 117 lande ich meist in der Warteschleife oder bei der Ansage, dass alle Leitungen überlastet sind, oder komme sogar zu einem „Menschen“ durch, der mir nur sagen kann, dass ich es später wieder versuchen solle. Ich habe es auch übers Internet versucht, obwohl ich wusste, dass ich dann keine zusammenhängenden Termine für meine Frau und meine Mutter erhalten würde. Ohne Erfolg! Es muss doch möglich sein, sein Anliegen vorzutragen und dann einen Termin zu erhalten oder wenigstens auf eine Warteliste mit Rückruf zu kommen, damit man nicht Stunden und Tage verplempert, ohne ans Ziel zu kommen! All dieses führt zu Unmut, Ärger, Verdruss und Verzweiflung, denn ich will nicht schuld an der Ansteckung oder dem Tod meiner Mutter oder meiner Frau sein. Vielleicht helfen diese Zeilen, das Chaos mit der Terminvergabe zu verbessern.
Michael Slabon

Programmierer haben versagt
Die „Vergabe“ von Corona-Impf­termi- nen ist nach meiner Meinung ein nicht zu überbietendes Organisationsversagen. Das begann mit der (zu frühen) Mitteilung der zuständigen Senatorin, dass die über 80-Jährigen zuerst die Impfung erhalten sollten. Da wurden Hoffnungen geweckt, die wegen des fehlenden Impfstoffs gar nicht erfüllt werden konnten. Hinzu kommen die verstopften Kommunikationsleitungen, die ebenso ein Problem sind wie der fehlende Impfstoff. Mehrere Versuche, einen Impftermin zu buchen, scheiterten. Hatte ich mich für einen Termin entschieden, war der bereits vergeben. Auch der Hinweis der Sozialbehörde, Termine in den Abendstunden zu buchen, ist eine Irreführung. Lediglich ein Termin wurde gegen 20 Uhr angeboten. Buchungsversuch: Termin vergeben. Heute teilt die Gesundheitsbehörde nun mit, dass von den angebotenen Terminen nur die Hälfte gebucht worden ist. Nun bekomme ich auch noch Schuldgefühle, weil ich es nicht geschafft habe, einen Termin im Impfzentrum zu erhalten. Vielleicht sollten die Programmierer in einem kleinen Hotel mal nachfragen, wie es gelingt, bei Reservierungsanfragen buchbare Termine anzuzeigen.
Heinz R. Fricke, Hamburg

Lauern auf einen Termin
Da schickt man den Menschen per Post eine Benachrichtigung darüber, dass sie sich online oder telefonisch einen Termin erfragen könnten. Warum wurde eigentlich nicht gleich der Termin per Post mit einem Rücksendeformular verschickt? Zu 90 Prozent sitzen alle „Alten“ zwischen 100 und 80 Jahren zu Hause, sind weder auf Reisen, noch sind sie im Kino oder im Restaurant anzutreffen. Sie lauern auf den Bescheid, wann sie zum Impfen kommen können. Und sie können mit Sicherheit!
Antje Thielking

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Einfach traurig
Deutschlands Länderchefs machen dem Bund viel Druck, dass dieser mehr, sehr viel mehr Impfstoff beschaffen soll, als wenn in Berlin nicht jeder daran arbeiten würde und sicherlich auch in Brüssel. Nur, wenn wirklich diese Mengen geliefert werden würden, was würde denn dann in den Bundesländern, auch in Hamburg, passieren? Denn schon jetzt schaffen es die Länder nicht, eine vernünftige Organisation zu schaffen, um diese „wenigen“ Impfmengen und die dazugehörigen Impftermine zu vergeben. Einfach traurig und unserem Land unwürdig. Es läuft chaotisch, wie wir alle jeden Tag lesen können. Und hier werden die schwächsten Bevölkerungsgruppen zu Versuchskaninchen. Ich kann nur hoffen, dass man hier viel besser wird, wenn entsprechende Impfmengen bereit stehen und Impfwillige geimpft werden wollen.
Ralf Hübner

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