Mirkozensus

Statistikamt Nord befragt fast 10.000 Hamburger Haushalte

| Lesedauer: 2 Minuten
Bob Geisler
Ein Statistik-Fragebogen für den Mikrozensus (Symbolfoto). 2021 werden in Hamurg 9900 Haushalte befragt.

Ein Statistik-Fragebogen für den Mikrozensus (Symbolfoto). 2021 werden in Hamurg 9900 Haushalte befragt.

Foto: picture alliance

Einkommen bis Internetnutzung: Zehntausende Bürger im Norden müssen 155 persönliche Fragen beantworten – Weigerung unzulässig.

Hamburg. Zehntausende Hamburger und Schleswig-Holsteiner erhalten in den kommenden Wochen überraschend Post vom Statistikamt Nord: Im Rahmen des jährlichen Mikrozensus befragt das Amt Bürgerinnen und Bürger über ihre Lebens- und Wohnsituation, ihr Einkommen oder auch über die Art und Weise, wie sie das Internet oder andere Informationstechnologien nutzen. 9900 Haushalte werden für die Erhebung in Hamburg in diesem Jahr ausgewählt, 14.700 in Schleswig-Holstein.

Dabei sind die Statistiker ziemlich wissbegierig: 56 Seiten mit insgesamt 155 Fragen umfasst der dicke Bogen, den jeder ausgewählte Bürger oder jede Bürgerin ausfüllen muss. "Welche Sprache sprechen Sie zu Hause?" wollen die Statistiker beispielsweise wissen oder "Wie viele Stunden arbeiten Sie normalerweise pro Woche?"

Mikrozensus: Auskunftspflicht bei den meisten Fragen

Ausgewählt werden die Teilnehmer des Mikrozensus über ein statistisch-mathematisches Zufallsverfahren. Drücken kann man sich vor der Befragung nicht. Für die meisten der 155 Frage besteht eine Auskunftspflicht nach dem Mikrozensusgesetz.

"Wird dem nicht nachgekommen, folgt eine Erinnerung", sagt die Sprecherin des Statistikamts Nord, Alice Mannigel, dem Abendblatt. "Der nächste Schritt ist dann ein Heranziehungsbescheid. Anschließend würde durch unsere Rechtsabteilung ein Zwangsgeld verhängt werden." Dies sei aber nur in wenigen Ausnahmefällen erforderlich.

Interviewer kommen nicht ins Haus

"Alle erfassten Angaben werden gemäß der gesetzlichen Bestimmungen streng geheim gehalten und aus­schließlich für statistische Zwecke verwendet", so Mannigel weiter. "Der Datenschutz und die Geheimhaltung per­sönlicher Daten werden umfassend gewährleistet."

Auch vor einer Ansteckung muss sich in Corona-Zeiten niemand fürchten: Die Befragungen finden derzeit ausschließlich telefonisch oder online statt.

Lesen Sie auch:

Genutzt werden die Ergebnisse des Mikrozensus unter anderem für Statistiken über die Bevölkerungsstruktur, die wirtschaftliche und soziale Lage, über Einkommen und Lebensbedingungen sowie über die Ar­beitsmarktbeteiligung. Auf den Daten basieren wichtige politische Entscheidungen wie etwa zur Anpassung des Eltern- oder Wohngeldes.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg