Corona-Pandemie

Forscherin: "Wir brauchen neue Motivation und Hoffnung"

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Marc Hasse
Die Hamburger Forscherin Elvira Rosert gehört zu einer Forschergruppe, die ein "No Covid"-Positionspapier an Kanzlerin Angela Merkel geschickt hat.

Die Hamburger Forscherin Elvira Rosert gehört zu einer Forschergruppe, die ein "No Covid"-Positionspapier an Kanzlerin Angela Merkel geschickt hat.

Foto: Privat

Im „No Covid“-Positionspapier fordern Wissenschaftler einen Stufenplan. Er soll festlegen, was bei welchen Inzidenzen zu tun sei.

Wie lassen sich künftig langwierige Lockdowns vermeiden? Dazu müsse in
in Städten, Landkreisen und Regionen mit niedrigen Corona-Fallzahlen konsequent das Infektionsgeschehen auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden, heißt es in einem sogenannten „No Covid“-Positionspapier, das eine interdisziplinäre Forschergruppe am Montag an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schickte. Unter den Wissenschaftlern ist Prof. Elvira Rosert vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Der aktuelle Zustand sei für die Gesellschaft kaum erträglich und für die Wirtschaft ruinös, sagt Rosert. So könne das nicht weitergehen. „Wir brauchen neue Motivation und Hoffnung.“

Die Politikwissenschaftlerin und ihre Co-Autoren, unter ihnen etwa die Virologin Melanie Brinkmann und der Physiker Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, fordern eine Perspektive für alle Bürger und einen Stufenplan, der festlegt, was bei welchen Inzidenzen zu tun sei. Nach der ersten Welle sei es in Deutschland gelungen, die Inzidenz auf 2,5 Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche zu drücken. Eine weitgehende Eindämmung sei also möglich, erklären die Forscher.

Das Ziel: Grüne Zonen mit Nullinzidenz erreichen

Sie machen keine genauen Vorschläge für neue Maßnahmen im aktuellen Lockdown, sondern erörtern vielmehr, was bei einer Inzidenz unter 10 zu tun wäre. Dann müsse alles daran gesetzt werden, dass Sars-CoV-2 nicht erneut in nahezu oder vollständig virusfreie Gebiete eingetragen werde, heißt es in dem Positionspapier. Dazu müsse räumlich unterschieden werden zwischen „grünen Zonen“, in denen möglichst die Nullinzidenz erreicht ist, und Zonen mit höheren Infektionszahlen. Kontakte zwischen unterschiedlichen Zonen sollten reduziert werden, um die Zirkulation des Virus zu stoppen.

In grünen Zonen könnte die Bevölkerung sukzessive zur Normalität zurückkehren. Außerhalb dieser Zonen sollten weiter Kontakt- und Mobilitätsbeschränkungen sowie Quarantäneregeln gelten, die womöglich mehr Kontaktpersonen als bisher üblich einbeziehen sollten. Schrittweise würden immer mehr Regionen grün werden, so das Ziel der Strategie. Das Zonenmodell basiert auf Überlegungen des US-amerikanischen Physikers Yaneer Bar-Yam und des Physikers Matthias F. Schneider von der TU Dortmund.

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