Alsterdorf

Die Brabandstraße wartet seit 2018 auf Ersatz für 27 Bäume

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Axel Ritscher
In der Brabandstraße wurden im Dezember 2018 insgesamt 27 Götterbäume gefällt. Angekündigten Ersatz gab es dazu nie (Symbolfoto).

In der Brabandstraße wurden im Dezember 2018 insgesamt 27 Götterbäume gefällt. Angekündigten Ersatz gab es dazu nie (Symbolfoto).

Foto: imago/Frank Sorge

Bezirksamt kündigt immer wieder Nachpflanzungen an. Außer freundlichem Schriftwechsel ist aber nicht viel passiert.

Hamburg. Der Kahlschlag an der Alsterdorfer Brabandstraße sorgte für Empörung unter den Anwohnern. 27 Götterbäume fielen der Säge zum Opfer. Das Bezirksamt Nord hatte auf Gefahr im Verzuge erkannt und die Anwohnerinformation hinten angestellt.

Die Bäume seien nicht mehr bruchfest gewesen und hätten bei Sturm gefährlich starke Äste verloren. Sie hätten Menschen schwer verletzen können, hieß es. Das war im Dezember 2018.

Keine Ersatzpflanzungen in der Brabandstraße

Für den Herbst 2019 wurden Ersatzpflanzungen angekündigt. In schriftlicher Befragung durften die Bürger sogar die Baumsorte aussuchen. Der Frieden schien wieder hergestellt. Aber dann geschah – nichts.

Die Anwohner fragten nach beim Bezirksamt und wurden vertröstet. Der Gehweg solle gemacht werden und Leitungsarbeiten erfolgten. Gepflanzt wurde trotzdem nichts.

Bezirksamt: Personelle Defizite und volle Auftragsbücher sind Schuld

Im April 2020 teilte das Amt dem Anwohner Ralf Hübner auf wiederholte Nachfrage in einem von gegenseitigem Respekt und empathischen Schilderungen coronabedingter Einschränkungen geprägten Briefwechsel das Folgende mit: "Die seit langem in unserem Bereich vorherrschenden personellen Defizite und die zudem vollen Auftragsbücher unserer Planungsbüros führen derzeit zu erheblichen Zeitverzögerungen. Ihr Wunsch, die Brabandstraße wieder in einen ordentlichen und ansehnlichen Zustand zu versetzen, ist mehr als nachvollziehbar und auch bei uns prioritär eingeordnet. Gerne hätte ich Ihnen heute eine positivere Antwort gegeben, doch eine belastbare Terminschiene steht weiterhin aus."

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Auch die Pflanzsaison im Herbst 2020 verstrich ungenutzt. Im Januar 2021 jetzt kam der nächste Vorstoß aus der zunehmend verständnisloseren Anwohnerschaft. Diesmal über das Abendblatt. "Wir verstehen es nicht, dass das Amt uns keine Planung für die Nachpflanzung nennen kann", sagte Hübner. "Das ist, gelinde gesagt, schlechtes Management."

Pflanzung nun für Herbst 2022 geplant

Zu seiner Verteidigung brachte das Bezirksamt am heutigen Dienstag vor. dass definitiv gepflanzt werde, und zwar gemäß Auswahlverfahren rotlaubiger Spitzahorn. Das aber werde "voraussichtlich im Herbst 2022" geschehen. "Trotz der personalen Engpässe ist es uns gelungen, ein Büro zu beauftragen, sodass die vor dem Bau erforderliche Planung in diesem Jahr durchgeführt wird", erklärte das Amt.

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