Wettbewerb

Hamburger Weltrekorde mit Hammerhand und Nagellack

| Lesedauer: 4 Minuten
Edgar S. Hasse
Die Hamburgerin Carolin Gorra mit Teilen ihrer Nagellacksammlung.

Die Hamburgerin Carolin Gorra mit Teilen ihrer Nagellacksammlung.

Foto: dpa

28 deutsche Bestleistungen hat das Hamburger Rekord-Institut zertifiziert. Dabei sind skurrile Aktionen aus Hamburg und dem Norden.

Hamburg. Während in diesen Tagen häufig von negativen Rekorden bei der Pandemie die Rede ist, freut man sich über jede positive Abwechslung. Dazu trägt jetzt das Rekord-Institut Deutschland (RID) mit Sitz in Hamburg bei. Die Schiedsrichter über Bestleistungen veröffentlichten gerade „Unser Buch der Weltrekorde“ mit außergewöhnlichen Aktionen der vergangenen Monate (60 Seiten, 15 Euro).

Es sind insgesamt 28 deutsche Weltrekorde, die teils im Fernsehen oder bei Wettbewerben erzielt und von Olaf Kuchenbecker, dem obersten RID-Rekordrichter, bzw. seinem Institut zertifiziert wurden. „2020 war ein außergewöhnliches Jahr“, sagt der frühere Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Guinness Buches der Weltrekorde. „Denn in Zeiten von Corona hat sich gezeigt, dass die Rekordszene motivierter ist als je zuvor.“ Die potenziellen Rekordler investierten einfach mehr Zeit für ihre Projekte als sonst.

130 Kokosnüsse in einer Minute mit der Hand zerschlagen

Selbstverständlich gehören auch Hamburger Teilnehmer zum illustren Sammelsurium skurriler Bestleistungen. In Corona-Zeiten hat sich der Hamburger Kraftsportler und Taekwondo-Meister Muhamed Kahrimanovic noch einmal mehr angestrengt und im November 2020 in der Kampfsportschule Schnelsen einen weiteren Rekord aufgestellt: Mit einzigartiger Muskelkraft ist es seiner unschlagbaren „Hammerhand“ gelungen, 130 Kokosnüsse in nur einer Minute ohne fremde Hilfsmittel zu zerschlagen.

Der 61-Jährige trägt ein künstliche Hüfte und hatte sich unter dem Motto „Inklusion braucht Aktion“ für Bestleistungen der besonderen Art stark gemacht. Bereits ein Jahr zuvor sorgte er für Aufsehen, als er binnen einer Minute 91 Getränkedosen ebenfalls mit der Hand zerschlug.

Die größte Nagellacksammlung der Welt

Derweil glänzt die Hamburgerin Carolin Gorra in dem neuen Buch mit einem ganz anderen Rekord: Die 40-Jährige besitzt die größte Nagellack-Sammlung der Welt. Zwei Juristen zählten in ihrer Wohnung erst 11.027 große und kleine Fläschchen, was für den ersten Weltrekord dieser Art im Jahr 2018 bereits reichte. Im Jahr 2020, also mitten in der Pandemie, hat die studierte Betriebswirtin noch einmal nachgelegt und verfügt nunmehr über 12.040 solcher nützlichen Utensilien.

Weil sie monatlich für rund 200 Euro neue Fläschchen aus der ganzen Welt kauft, dürfte auch diese Zahl längst überholt sein. Nur etwa zehn Prozent der Nagellacke verwendet sie allerdings selbst, am liebsten grelle und auffällige Farben.

Lesen Sie auch:

Das größte Online-Orchester

Musikalische Rekordakzente setzt der schleswig-holsteinische Dirigent und Musiklehrer Jens Illemann aus Wewelsfleth. Wie es in dem neuen Buch heißt, gewann er gemeinsam mit seinem Projekt „Corona Spezial Online Orchester“ 2020 den Titel für die „meisten Beteiligten an einem virtuell spielenden Musikensemble“. Ihm war es gelungen, 1320 Musiker aus 44 Nationen für ein Online-Orchester zu gewinnen.

Gemeinsam spielten sie das Lied „Rock you like a Hurricane“ von den Scorpions. Trotz oder gerade wegen Corona seien die Teilnehmer der Wettbewerber so erfinderisch, heißt es beim Rekord-Institut Hamburg.

Durch Feuerspucken Popcorn produzieren

Einen heißen Weltrekord stellte derweil der Hamburger Denni Düsterhöft auf. Der Feuerkünstler schaffte es, in kürzester Zeit (45 Sekunden) durch Feuerspucken Popcorn zu produzieren – eine Fähigkeit, die jeden Hausmann in den Schatten stellt. Dazu mussten die Maiskörner 200 Grad Celsius heißen Flammen ausgesetzt werden, damit das vom Maiskorn eingeschlossene Wasser verdampft und das beliebte Popcorn entsteht.

Während die Produktmenge bei diesem Weltrekord begrenzt blieb, konnte André Domke, Gastronom auf Usedom, aus dem Vollen schöpfen. Er stellte die weltgrößte Fischsülze her (182,4 Kilogramm, 150 Zentimeter lang) und kochte zudem die weltgrößte Fischsoljanka (268 Liter) – sehr zur Freude der versammelten Gourmets. Der Erlös kam einem Kinderhospiz zugute.

Der nächste Weltrekord-Versucht steht an diesem Donnerstag und Freitag ins Haus: Ein WDR-Reporter will das längste Telefonat (24 Stunden) mit den meisten Teilnehmern (500) führen, sagt Rekordrichter Kuchenbecker.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg