Eißendorf

Nach Raub auf Seniorin: Angeklagter begeht Suizid in U-Haft

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Die Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis.

Die Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis.

Foto: Future Image / imago

Als Paketboten verkleidet hatten Männer in Eißendorf eine 83-Jährige brutal überfallen. Ein 27-Jähriger starb nun im Gefängnis.

Hamburg. Ein 27-Jähriger, der im Verdacht steht, einen schweren Raub auf eine 83-Jährige verübt zu haben, hat sich jetzt in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Bedienstete fanden den Mann am Dienstagmorgen leblos in seinem Haftraum. Sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Hinweise auf Fremdverschulden liegen laut Justizbehörde nicht vor. Wie es aus der Behörde auf Anfrage weiter hieß, habe es vorher keinerlei Anzeichen gegeben, dass der Mann suizidgefährdet sein könnte.

Der 27-Jährige hatte sich seit dem 6. Januar diesen Jahres als Angeklagter wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten müssen. Er soll einer von zwei Männern gewesen sein, die sich am Nachmittag des 8. Juli 2020 als Paketboten ausgegeben haben und so eine Seniorin brutal überfielen. Laut Anklage klingelten die Männer an der Wohnungstür einer 83-Jährigen an der Denickestraße in Hamburg-Eißendorf. Dabei soll einer von ihnen zum Schein ein Päckchen bei sich gehabt haben.

Falsche Paketboten überfallen und knebeln 83-Jährige

Nachdem die Rentnerin, die tatsächlich ein Paket erwartete, die Männer vollkommen arglos in die Wohnung gelassen hatte, drängten sie die Frau in das Schlafzimmer. Dort, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weiter, sprühten sie ihr Reizgas in das Gesicht, knebelten und fesselten das Opfer.

Sodann sollen die Täter der Frau eine Goldkette vom Hals gerissen und die Wohnung durchsucht haben, bis sie im Wäscheschrank rund 1000 Euro Bargeld fanden. Anschließend flüchteten sie. Einer der beiden Täter ist nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft der 27-Jährige gewesen. Der zweite Räuber ist noch unbekannt.

Beim Prozessauftakt am 6. Januar hatte sich der Angeklagte zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert, dann aber an einem weiteren Verhandlungstag die Tat zumindest grundsätzlich eingeräumt. Auf seine Spur war die Polizei gekommen, weil die Räuber nach dem Überfall auf die Seniorin mit einem Auto geflüchtet waren und Zeugen sich das Kennzeichen hatten merken können. Kurze Zeit später hatten Ermittler den Besitzer des Wagens festnehmen können. Das Auto wurde als Tatmittel sichergestellt. Nach dem zweiten Verdächtigen wird noch gesucht.

( bem )

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