Eimsbüttel

Tempo-30-Zone am Eppendorfer Weg verzögert sich weiter

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Bob Geisler
Hunderte Radfahrer gedachten im Mai 2018 einer Frau, die an der Kreuzung von Eppendorfer Weg und Osterstraße mit ihrem Fahrrad ums Leben gekommen war. Tempo 30 gibt es am Eppendorfer Weg bisher nur an einigen Stellen.

Hunderte Radfahrer gedachten im Mai 2018 einer Frau, die an der Kreuzung von Eppendorfer Weg und Osterstraße mit ihrem Fahrrad ums Leben gekommen war. Tempo 30 gibt es am Eppendorfer Weg bisher nur an einigen Stellen.

Foto: Axel Heimken/dpa

Unfallschwerpunkt soll entschärft werden. Die Linke mahnt in offenem Brief an Innen- und Verkehrsbehörde eine schnelle Umsetzung an.

Hamburg. Der flächendeckende Umbau des Eppendorfer Wegs zur Tempo-30-Zone verzögert sich weiter. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall im Mai 2018 an der Kreuzung zur Osterstraße sollte eigentlich auf der gesamten Strecke schon bis Ende dieses Jahres ein einheitliches Tempolimit gelten.

Doch nun sind diese Pläne auf die Jahre 2023/24 verschoben worden, wie aus einem offenen Brief des Sprechers der Linken im Verkehrsausschuss im Bezirk Eimsbüttel, Peter Gutzeit, an Innensenator Andy Grote (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hervorgeht. Hintergrund ist offenbar, dass die benötigten EU-Gelder für die Veloroute 13 erst später als geplant zur Verfügung stehen.

Eppendorfer Weg: Linke spricht von Flickenteppich

"Aufgrund der Corona-Pandemie ist selbst diese Zusage nicht gewährleistet", sagte Gutzeit dem Abendblatt. Die angeblich schnelle Umsetzung sei wohl nur eine "Luftnummer" gewesen. "Der Eppendorfer Weg besteht immer noch aus einem undurchsichtigen Flickenteppich von mehreren Tempo-30-Strecken."

Verkehrsbehörde: "Inhaltlichen Pläne werden neu erstellt"

Die Verkehrsbehörde bestätigte die Verzögerungen bei der Veloroute, führte diese aber auf andere Ursachen zurück. „Durch die Einigung mit der Volksinitiative Radentscheid Hamburg haben sich gegenüber den ursprünglichen Planungen die Anforderungen für den Umbau geändert", sagte Dennis Heinert, Sprecher der Verkehrsbehörde, dem Abendblatt auf Anfrage. Das führe dazu, dass der ursprünglich anvisierte Zeitplan mit einer Fertigstellung der Veloroute auf dem Eppendorfer Weg bis 2021 nicht gehalten werden könne.

"Aktuell werden die inhaltlichen Pläne neu erstellt", so Heinert. "Auf dieser Basis werden dann auch die aktualisierten Zeitpläne erarbeitet. Oberstes Ziel ist es hierbei natürlich einen komfortablen und sicheren Standard im Sinne der Mobilitätswende zu gewährleisten.“

Innenbehörde: Tempo 30 gilt schon weitgehend

Daniel Schaefer, Sprecher der Innenbehörde betonte, dass man seit 2018 bereits alle rechtlichen Möglichkeiten genutzt habe, um nahezu auf dem gesamten Eppendorfer Weg Tempo 30 anzuordnen. "Dies war möglich, weil dort eine Reihe von Kitas existiert." Zum anderen seien Tempo-30-Zonen aus Nebenstraßen erweitert worden. "Lediglich bei zwei Kitas im nördlichen Teil liegen die Voraussetzungen zur Anordnung einer Tempo 30-Strecke nicht vor", so Schaefer weiter. Für die Einrichtung einer kompletten Tempo-30-Zone auf dem Eppendorfer Weg sei die Verkehrsbehörde verantwortlich.

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Bezirkspolitiker und Anwohner kämpfen schon seit mehr als zehn Jahren für eine einheitliche Verkehrsberuhigung am Eppendorfer Weg, der als einer der Unfallschwerpunkte in Hamburg gilt. Die Pläne für eine Umgestaltung wurden aber erst konkret, nachdem im Mai 2018 eine Radfahrerin an der Kreuzung zur Osterstraße bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Ein Kühllaster hatte die 33-Jährige überfahren. Sie hinterließ zwei kleine Kinder.

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