Bezirke 2021

Hamburg-Nord rüstet auf: 2400 neue Wohnungen werden fertig

Eines der vielen Bauprojekte im Bezirk Hamburg-Nord: Das Wohnquartier Tarpenbeker Ufer soll im Herbst fertig sein.

Eines der vielen Bauprojekte im Bezirk Hamburg-Nord: Das Wohnquartier Tarpenbeker Ufer soll im Herbst fertig sein.

Foto: Frank Hasse / HA Grafik, HA Infografik, F. Hasse

Stadtplanung, Verkehr, Umwelt, Soziales: Was sich 2021 in Hamburgs Bezirken ändert – die große Abendblatt-Serie. Viertel Teil.

Hamburg. In Hamburg-Nord bleibt der Wohnungsbau auch in 2021 das zentrale Thema. Rund 1650 Wohneinheiten konnten genehmigt werden – deutlich mehr als die 1200, die im Bündnis für Wohnen festgelegt wurden. „Seit Jahren kämpfen wir für ausreichend und bezahlbaren Wohnraum“, sagt der neue Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz, der seit Februar 2020 im Amt ist. „Deshalb müssen weitere Wohnungen geschaffen werden.“ In diesem Jahr befinden sich 2600 Wohnungen in der Realisierungsphase.

Im aktuellen Wohnungsbauprogramm hat der Bezirk Flächen für 9100 potenzielle Wohnungen aufgelistet, 54 Prozent davon öffentlich gefördert. 600 Apartments könnten etwa über flachen Discountern errichtet werden, heißt es. Untersuchungen dazu wurden in der neu geschaffenen Datenbank „LüDiA“ („Leben überm Discounter in Aussicht“) festgehalten.

Als überzeugter Fußgänger legt Werner-Boelz aber auch einen Schwerpunkt auf den Fußverkehr – und will die für dessen Verbesserung entwickelten Konzepte für Hoheluft-Ost und Alsterdorf umsetzen. In den Radverkehr will der Bezirk dieses Jahr 11,6 Millionen Euro investieren. Insgesamt sollen auf 5,6 Kilometern neue Radwege auf einer Strecke von 2,8 Kilometern angelegt werden.

Stadtplanung im Bezirk Hamburg-Nord

Mit dem Pergolenviertel (1) entsteht seit 2016 in Winterhude ein Quartier mit 1700 Wohnungen, davon 60 Prozent öffentlich gefördert. Wichtiges Projekt in diesem Jahr ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit 257 Wohneinheiten als Apartments, Studentenwohnungen und Jugendwohnungen, mit einer Kita, Praxisflächen, Einzelhandel und einer Tiefgarage. Im Viertel wird es nach Fertigstellung 170 nachverdichtete Kleingärten, 300 Kita-Plätze und ein Lehrschwimmbad geben.

In Groß Borstel wird in diesem Jahr das Wohnquartier Tarpenbeker Ufer (2) vollendet. Mit 940 Wohnungen, einer Kita und einem zentralen Park, der in diesem Jahr angelegt wird, trägt es zu einer deutlichen Veränderung des Stadtteils bei. Das gilt auch für den Petersen-Park (3) zwischen Papenreye und Niendorfer Weg: Im südlichen Teil des 60.000 Quadratmeter großen Grundstücks entstehen in den kommenden Jahren 400 Wohnungen im Drittelmix, im Norden Gewerbe.

Auf der Fläche der ehemaligen Schiffbauversuchsanstalt an der Dieselstraße (4) wird ein Wohnquartier mit 700 Wohnungen, Kleingärten, einer Kita und Nahversorgungsangeboten gebaut. Etliche Wohnungen sind bereits bezogen. 2021 entsteht das Quartier „Helling“ mit 75 Eigentums- und 74 Mietwohnungen sowie Hamburgs längstem Abwasserwärmetauscher. Auch die Planungen für das Urban Village Klein Borstel (5) werden konkreter.

Bis 2022 wird die Fläche des ehemaligen Anzuchtgartens für den Ohlsdorfer Friedhof noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Danach soll auf dem städtischen Grundstück ein Quartier mit 97 Wohneinheiten entstehen. Im Grünen Grunde (6), auf dem ehemaligen Gelände des Schwimmbads Ohlsdorf, wachsen drei Häuser mit insgesamt 116 Wohnungen (53 öffentlich gefördert) in die Höhe. Ab Sommer 2022 werden sie bezogen.

Auf dem Gelände des Schröderstifts, unmittelbar am Kiwittsmoor (7) in Langenhorn, entsteht eine neue Wohnanlage mit 480 Apartments für Senioren. Sie ersetzt alte Gebäude mit 240 Wohnungen. In Alsterdorf sollen auf einem Teilgrundstück der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (8), 70 neue Wohnungen entstehen, die Baugenehmigung steht kurz bevor. Auf einer brachliegenden Gewerbefläche am Salomon-Heine-Weg (9), zwischen Eppendorfer Mühlenteich und Alsterlauf, sind 115 Wohnungen geplant, der Bezirk hat für das Projekt bereits grünes Licht gegeben.

Die City Nord wandelt sich zu einem Bürostandort, an dem auch gewohnt wird. Am Überseering 30 (10), wo früher die Postpyramide stand, starten im Frühjahr die Rohbauarbeiten für das Projekt Ipanema. Nach einem Eigentümerwechsel werden jetzt auf 28.500 Quadratmeter 523 Wohnungen gebaut, daneben ein zwölfstöckiger Büroneubau.

Nördlich davon, zwischen Überseering und Sidneystraße, sind auf dem ehemaligen Postbank-Areal (11) 180 Wohnungen geplant. Eine denkmalgeschützte Fußgängerbrücke soll integriert werden. Am Kapstadtring 5 (12) wird der 16-stöckige Büroneubau für Signal Iduna fertig, der das abgerissene 1977 errichtete Vorgängergebäude ersetzt. Ebenfalls zwölf Geschosse bekommt ein Hochhaus mit 166 Mikroapartments für Studenten und Auszubildende, das ab 2021 am Mexikoring 21 (13) errichtet wird.

Am Holsteinischen Kamp (14) in Barmbek-Süd eröffnet Mitte 2021 Built in Barmbek, ein innovativer Mix aus Produktion, Handwerk, Gewerbeateliers, Büros und einem Bandhaus mit Proberäumen. In Barmbek-Nord beginnt gleich im Januar der Neubau der 50 Meter langen Maurienbrücke (15), die parallel zur Bramfelder Straße eine historische Fußverbindung wiederherstellen und in November fertig werden soll.

132 Wohnungen sollen an der Hufnerstraße (16) entstehen. Die Genehmigung für die Bebauung des Grundstücks am Osterbekkanal wurde bereits erteilt. Auf einem brachliegenden Uhlenhorster Tankstellengrundstück (17) am Mundsburger Damm/Ecke Hartwicusstraße sind 165 Mietwohnungen geplant. Ein Gutachterverfahren und eine Bürgerbeteiligung haben bereits stattgefunden. Auf dem ehemaligen Busdepot Mesterkamp (18) rückt die Bebauung mit 450 Wohnungen näher.

Was im Verkehr geplant ist

Im Straßenbau liegt der Fokus auch 2021 auf Langenhorn, Barmbek und Hohenfelde. Von Juni 2021 bis August 2022 wird die Tangstedter Landstraße (19) zwischen der Landesgrenze und dem Klinikum Nord instand gesetzt und die Nebenflächen erneuert. Am Wiesendamm-Ost (20) werden im April 2021 die Maßnahmen zur Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs beendet. An der Hohenfelder Bucht (21) hat die zweite Bauphase begonnen, in der die Brückenbauwerke abgerissen und neu gebaut werden. Bis 2025 wird der Verkehrsknotenpunkt umgestaltet und für den Auto-, Fuß- und Radverkehr optimiert.

Für den Radverkehr wird auch die Veloroute 4, die von der City nach Langenhorn führt, weiter ausgebaut. Bereits begonnene Maßnahmen in Langenhorn, zu denen auch die Herstellung barrierefreier Gehwege und Baumpflanzungen gehören, können an folgenden Straßen beendet werden: in der südlichen Tangstedter Landstraße (22) im August, Fibigerstraße (23) im September, Fuhlsbüttler Damm (24) im Juni, und Kleekamp (25) im Juli.

Von Juli bis Dezember wird der Abschnitt Höpen – Am Ohmoorgraben (26) gebaut. Gegen den weiteren Ausbau der Tangstedter Landstraße zwischen Wördermoorweg und Wattkorn (27) - und damit parallel zur Veloroute 4 - wurde ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht. Es soll verhindern, dass hier maximal breite Radwege angelegt und dafür rund 200 Parkplätze geopfert werden.

Auch an der Außenalster geht der Ausbau der Veloroute 4 weiter: Noch bis Ende Juni 2021 werden dort die Neben- und Fahrbahnflächen zwischen Fontenay und Alsterglacis (28) umgestaltet. Wegen der Baumaßnahmen muss der Radverkehr in der Zeit vom 4. Januar bis 21. März über Mittelweg und umgeleitet werden.

Am U-Bahnhof Kellinghusenstraße (29) wird im Frühjahr das zweistöckige Fahrradparkhaus mit 600 Plätzen eröffnet, das eigentlich schon im vergangenen Jahr fertig werden sollte. Auch die bezirkliche Fußwegestrategie für Alsterdorf (30a) und Hoheluft-Ost (30b) konnte wegen mangelnder personeller und finanzieller Ressourcen noch nicht umgesetzt werden. Das will Bezirksamtsleiter Werner-Boelz in diesem Jahr nachholen.

Grün und Umwelt

Im Alstertal beginnt der barrierearme Ausbau des Alsterwanderweges zwischen der Ohlsdorfer Schleuse und Meenkwiese. Im ersten Abschnitt (Sengelmannstraße bis Ringkanalbrücke) werden bis zum Sommer die Treppen am Alsterdorfer Damm (31a) und an der Rathenausstraße (31b) durch Rampen ergänzt. Außerdem ist die Sanierung der Ringkanalbrücke (32) geplant.

Für den Stadtpark (33) wurde ein Gutachten zur inneren und äußeren Erweiterung erstellt, 13.000 Anwohner und Besucher wurden befragt. Erste Ergebnisse sollen Anfang des Jahres vorgestellt werden. Im Februar beginnt die bezirkliche Klimaschutzmanagerin (34) ihre Arbeit. Sie soll das Thema in der Verwaltung etablieren, Ansprechpartnerin für Bürger sein und klimaschützende Maßnahmen durchführen.

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Soziales, Sport und Kultur

An der Gert-Marcus-Straße (2) in Groß Borstel ist eine öffentliche Grünanlage mit einem Spielplatz geplant, Hingucker wird ein sechs Meter hoher Kletter- und Rutschturm. In Barmbek wird der Spielplatz Biedermannplatz (35) grundlegend saniert und inklusiv umgestaltet; das Planschbecken bekommt eine innovative technisch-biologische Wasseraufbereitungsanlage. Der Sportplatz Finkenau (36) wird mit Kunstrasen ausgestattet und so angelegt, dass Platz für eine neue Sporthalle entsteht.

Der Sportplatz am Südring (37), das sogenannte Borgweg Stadion, erhält ebenfalls einen Kunstrasenplatz. Das soll den wachsenden Bedarf durch den Wohnungsbau in Winterhude auffangen. Der Sportplatz Königshüttenstraße (38) in Dulsberg wird umgestaltet, die Leichtathletik-Anlage modernisiert und um Flächen für Trendsport ergänzt. Für die ebenfalls geplante Sanierung der Sportanlage des SC Sperber am Heubergredder (39), der Kunstrasen und ein neues Funktionsgebäude erhalten soll, hofft der Bezirk auf den Zuschlag im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen“.

Um den Bürgern Tipps und Anregungen für wohnortnahe und individuelle Bewegungsmöglichkeiten zu geben, plant das Bezirksamt (34) die Neuauflage, bzw. Aktualisierung und Veröffentlichung aller Wanderwege, Bewegungsplätze und Velorouten in Hamburg-Nord.

Soziales, Familie und Stadtteilkultur

Im Jugendhilfeausschuss (34) werden im Februar die ersten Ergebnisse einer Kinder- und Jugendbefragung vorgestellt und diskutiert. Vom 20. September bis 20. November gibt es insbesondere Aktionen zu Kinderrechten.

Mit der „Kanufreizeitstätte“ (40) soll am Osterbekkanal (an der Grenze von Barmbek und Dulsberg) ein Ort entstehen, an dem Wassersportgeräte an Kinder, Jugendliche und Familien verliehen werden. Zudem könnte sie ein möglich­es Ausweichquartier sein, wenn das Haus der Jugend Barmbek (41) neu gebaut wird. In 2021 sollen die Planungen für das Gebäude, das unter anderem eine Grünfassade erhalten soll, fortgeführt werden.