Jahreswechsel

Weniger Einbrüche in 2020 wegen Corona-Maßnahmen

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dpa
Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln.

Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln.

Foto: dpa

Im Unterschied zu Internetbetrügern können Einbrecher und Taschendiebe nicht im Homeoffice arbeiten. Der Lockdown im Frühjahr stellte sie vor große Schwierigkeiten, auch in Hamburg. Die Polizei erwartet einen erheblichen Rückgang der Taten.

Hamburg. Die Zahl der Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle in Hamburg ist nach vorläufiger Einschätzung der Polizei im Jahr 2020 erneut gesunken. "Durch den Shutdown im Frühjahr und diverse weitere Einschränkungen des alltäglichen Lebens erfolgte ein Rückgang der allgemeinen Kriminalität im polizeilichen Hellfeld", erklärte eine Polizeisprecherin. Wie sich der Lockdown zum Jahresende ausgewirkt hat, ist noch unklar.

Als Hellfeld wird die von der Polizei erfasste Kriminalität bezeichnet. 2019 war die Zahl der Wohnungseinbrüche laut polizeilicher Kriminalstatistik um 6,3 Prozent auf 4313 Fälle zurückgegangen. Während der Corona-Beschränkungen im Frühjahr seien noch einmal erheblich weniger Einbrüche als im Vorjahreszeitraum verübt worden, erklärte die Sprecherin. Auch während der folgenden Lockerungen im Sommer sei es zu keiner Angleichung an das Vorjahresniveau gekommen.

Ursache seien vor allem die veränderten Alltagsroutinen der Bevölkerung. Die Menschen hielten sich mehr zu Hause auf, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass Einbrecher auf frischer Tat entdeckt würden, zugenommen habe. "Hierfür spricht auch der deutlich gestiegene Versuchsanteil während des ersten Shutdowns", bemerkte die Sprecherin. Auch die verstärkte Polizeipräsenz zur Durchsetzung der Eindämmungsmaßnahmen dürfte Einbrüche verhindert haben.

Die Polizei schließt nicht aus, dass Wohnungseinbrecher auf andere Objekte ausweichen, die in Coronazeiten weniger Aufmerksamkeit erfahren. Hierfür könnte nach Einschätzung der Polizei die Zunahme der Einbrüche in Boden- und Kellerräume im Frühjahr 2020 sprechen.

Besonders deutlich sei auch der Rückgang bei den Taschendiebstählen, hieß es. Mit Beginn des Lockdowns sei die Zahl schlagartig gesunken, wofür vor allem die Corona-Maßnahmen verantwortlich sein dürften. Seit Mai sei die Zahl der Taschendiebstähle langsam wieder gestiegen, liege aber immer noch unter dem Niveau der Vorjahre. 2019 hatte die Polizei 11 722 Taten dieser Art in Hamburg registriert, 15,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die genauen Zahlen für 2020 werden voraussichtlich im Februar veröffentlicht.

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( dpa )