Pandemie

Wo kann man jetzt in Hamburg noch einen Corona-Test machen?

| Lesedauer: 12 Minuten
Friederike Ulrich und Andreas Dey
Das Covid-Zentrum in der Innenstadt testet an jedem Tag außer sonntags.

Das Covid-Zentrum in der Innenstadt testet an jedem Tag außer sonntags.

Foto: Chris van Tolle

Rathausmarkt, St. Pauli, AEZ : Mehrere Anbieter haben ihre Kapazitäten vor Weihnachten noch erhöht. Die Nachfrage ist groß.

Hamburg. Weihnachten mit den Verwandten zu feiern, ist in Pandemie-Zeiten heikel. Eine Möglichkeit, das Risiko einer Ansteckung etwas zu verringern, ist ein negativer Corona-Test. Da die Nachfrage bei den Hamburgern groß ist, haben etliche Anbieter ihr Angebot erweitert. Die Preise reichen von 25 Euro (Gurgel-Test) bis 139 Euro (PCR-6-Test).

So hat das Testzentrum Corona-freepass, das auf dem Spielbudenplatz PCR-Gurgel-Tests anbietet, seine Öffnungszeiten auf 8 bis 20 Uhr erweitert. Letztmöglicher Termin ist der 23. Dezember. Das Covid-Zentrum an der Großen Bäckerstraße nahe dem Rathausmarkt bietet bis auf sonntags täglich Antigen-Schnelltests an – vor den Feiertagen bis um 24 Uhr, an den Weihnachtstagen bis um 16 Uhr. Auch bei Sanovia Healthcare am Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) können bis zum 24. Dezember noch Antigen-Schnelltests gebucht werden.

Ex-Hockey-Star Moritz Fürste bietet mit seinem Schnelltest-Service-Team nicht nur Tests an der Großen Elbstraße an, sondern kann Kunden auch zu Hause oder in der Firma aufsuchen (täglich außer vom 25. bis zum 27. Dezember und am 1. Januar). Im Centogene-Testzentrum am Flughafen können die Kunden zwischen verschiedenen Tests wählen: PCR-Tests werden zwischen 6.30 und 20.30 Uhr vorgenommen, Antigen-Tests zwischen 8 und 15 Uhr. Über die Feiertage wird eingeschränkt getestet.

Hamburg bereitet sich auf die Impfung vor

Auch viele Arztpraxen bieten Tests an. Und im Stadtteil Eimsbüttel bringen sogar Lieferroboter Corona-Tests bis an die Haustür – im Auftrag des Asklepios-Großlabors Medilys.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Unterdessen bereitet sich die Stadt auf den Beginn der Impfungen vor. Wenn der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer heute für die EU zugelassen wird, erwartet der Senat innerhalb weniger Tage die erste Lieferung von rund 12.000 bis 15.000 Dosen. Das würde für 6000 bis 7500 Menschen reichen, da dieser Impfstoff zweimal innerhalb von drei Wochen verabreicht werden muss. Nachschub werde „eher innerhalb von Tagen als von Wochen“ erwartet, hieß es. Im ersten Schritt, vermutlich vom 27. Dezember an, sollen mobile Impfteams Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen impfen, die besonders gefährdet sind. Aufklärungsschreiben an Betroffene wurden bereits verschickt.

Hier gibt es in Hamburg noch Corona-Tests

Die Möglichkeit, vor dem Familientreffen zu Weihnachten einen Corona-Test zu machen, stößt bei den Hamburgern auf ausgesprochen großes Interesse. Die ersten Anbieter waren zu den Feiertagen schnell ausgebucht. Auf der Website des Testzentrums Corona­freepass auf dem Spielbudenplatz etwa konnten erst ab dem 27. Dezember wieder freie Termine für den angebotenen PCR-Gurgel-Test gebucht werden.

Wie andere Anbieter auch schuf Betreiber Axel Strehlitz wegen der großen Nachfrage nun weitere Kapazitäten. Er verlängerte die regulären Öffnungszeiten (10–19 Uhr) und bietet seine Tests, die mit 24,95 Euro die günstigsten PCR-Tests in Hamburg sind, nun von 8 bis 20 Uhr an. „Ein paar 100 zusätzliche Termine“ habe er auf diese Weise noch vor Weihnachten geschaffen, so Strehlitz. Mit ein wenig Glück kann man also noch einen Termin ergattern. Da es sich um PCR-Tests handelt und ein Labor die Tests auswertet, muss man bis zum nächsten Vormittag auf das Ergebnis warten. Der letzte Termin für den Gurgel-Test, der in Österreich mittlerweile zum Standard gehört, ist am 23. Dezember. Über die Feiertage wird nicht getestet.

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Auch im Covid-Zentrum wurden die Termine schnell knapp

Auch im letzte Woche eröffneten Covid-Zentrum wurden die Termine schnell knapp. Wie berichtet, werden in ehemaligen Büroräumen an der Großen Bäckerstraße bis Februar Antigen-Schnelltests der Firmen Roche und AMP Ameda durchgeführt. Sie kosten 49,90 Euro, das Ergebnis wird dem Kunden innerhalb von 20 Minuten per Mail mitgeteilt. Laut Manager Daniel Tümpel wurden auch im Covid-Zentrum die Kapazitäten für die Weihnachtsfeiertage nachträglich erhöht. Termine können unter www.covidzentrum.de abgefragt und gebucht werden. Hier wird jeden Tag bis auf sonntags getestet – vor den Feiertagen bis 24 Uhr, an den Weihnachtstagen selbst bis 16 Uhr.

Frank-Thomas Sippel, der mit seinem Unternehmen Sanovia Healthcare am AEZ einen gerätebasierten Antigen-Schnelltest der Firma Boditech (49 Euro) anbietet, reagiert ebenfalls auf die große Nachfrage. Sippel will von heute an die Kapazitäten noch einmal erhöhen. Termine können dann bis zum 24. Dezember unter www.sanovia-coronatest.de vereinbart werden.

Steigende Nachfrage auch am Hamburg Airport

Auch Moritz Fürste, der mit seinem Schnelltest-Serviceteam Kunden zu Hause oder in Firmen aufsucht (39 Euro, ab vier Personen, www.schnelltest-hamburg.de), hat sein Angebot ausgeweitet. An der Großen Elbstraße 145f können sich Interessierte jetzt vor Ort testen lassen. Verwendet wird ebenfalls der gerätebasierte Antigen-Test der Firma Boditech. Getestet wird täglich – außer vom 25. bis zum 27. Dezember und am 1. Januar. Das Besondere: Das Unternehmen upsolut Sports GmbH gibt pro Test 10 Euro an die Spendenaktion Hörer helfen Kindern von Radio Hamburg.

Auch der Testanbieter Centogene, der am Flughafen ein Testzentrum betreibt, erlebt derzeit eine stark steigende Nachfrage. Die Teststation in Terminal 1 (Ebene 2) führt drei verschiedene Tests durch: einen herkömmlichen PCR-Test (59 Euro, Ergebnis liegt nach maximal 24 Stunden vor), einen PCR-6-Test (139 Euro, Ergebnis liegt nach sechs Stunden vor) und einen Antigen-Test (79 Euro, Ergebnis liegt nach 90 Minuten vor). PCR-Tests werden in der Regel zwischen 6.30 und 20.30 Uhr vorgenommen, Antigen-Tests zwischen 8 und 15 Uhr. Über die Feiertage wird eingeschränkt getestet: Heiligabend zwischen 6.30 und 15 Uhr, am 25. und 26. Dezember zwischen 8 und 17 Uhr. Die PCR-Schnelltests werden in dieser Zeit nicht angeboten. Anders als bei den anderen Anbietern können Kunden bei Centogene keinen festen Termin buchen. Wartezeiten können aber durch eine Onlineregistrierung verkürzt werden (www.centogene.com).

Auch viele Hausärzte bieten die Tests vor Weihnachten an

Corona-Tests sind aber auch in einer Arztpraxis möglich – etliche Haus- und HNO-Ärzte bieten das quasi als Weihnachtsservice für ihre Patienten an – etwa Dr. Stefan Tesche und seine Kolleginnen von der HNO-Praxis an der Oper. „Wir nehmen Abstriche für PCR-Tests und Antigen-Schnelltests vor“, sagt Tesche. Wie üblich liege das Ergebnis des Schnelltests nach etwa 15 Minuten vor und könne dem Patienten persönlich oder per SMS mitgeteilt werden, die Kosten hierfür betragen rund 45 Euro.

Auf das Ergebnis des PCR-Tests müsse man je nach Laborauslastung etwa 24 Stunden warten. Für den Abstrich dieses Tests stelle seine Praxis 25 Euro in Rechnung, das Labor noch einmal 55 Euro. Wer sich vor Weihnachten testen lassen will, muss für einen PCR-Test spätestens am 22. Dezember kommen; den Schnelltest bietet Tesche bis zum 23. Dezember um 12.30 Uhr, an (Anmeldung telefonisch unter 040/34 56 44 oder per E-Mail an contact@hno-hamburg.net möglich).

Den Unterschied zwischen den beiden Tests erklärt Tesche wie folgt: „PCR-Tests sind genauer, weil sie nur geringe Erbgutspuren auf dem Tupfer für eine Auswertung benötigen. Sie können also auch eine geringfügige Virusbelastung feststellen. Antigen-Schnelltests können geringere Virusmengen nicht nachweisen, sind also etwas weniger zuverlässig.“

In Eimsbüttel kommt der Lieferroboter

Antigen-Schnelltests dürfen derzeit nicht an medizinische Laien verkauft werden, da die Abstriche nur von medizinisch geschultem Personal vorgenommen werden sollen. Doch mittlerweile bieten die ersten Anbieter eine ärztliche Begleitung per Video-Sprechstunde an. Das Online.Labor EasyTest etwa schickt einen Antigen-Schnelltest der Firma Roche für 39 Euro nach Hause (www.easy-testen.de/antigen-test). Der Abstrich findet unter Anleitung des Arztes statt, der anschließend auch den per Handyfoto übermittelten Teststreifen auswertet.

Neu ist auch ein Angebot, das derzeit nur in Eimsbüttel zur Verfügung steht: Dort bringen ab sofort Lieferroboter von Starship Technologies im Auftrag des Asklepios-Großlabors Medilys Corona-Tests bis an die Haustür und bringen sie anschließend ins Labor. Eine Anleitung zum Testabstrich erfolgt ebenfalls per Videosprechstunde durch medizinische Fachangestellte des E-Health-Anbieters Samedi. Das Testergebnis wird den Kunden innerhalb von maximal 24 Stunden mitgeteilt. Als Test stehen wahlweise ein PCR-Test für 99 Euro zur Verfügung und ab Anfang Januar auch ein Antigen-Test (75 Euro).

Ottensen: An Heiligabend soll eine Teststation öffnen

Am Montag kündigte die Firma Corona Schnelltest Hamburg eine weitere Teststation in Hamburg an: Ab Heiligabend werden in den Räumen der Bar Knuth (Große Rainstraße 21) in Ottensen Antigen-Schnelltests für 29 Euro durchgeführt. Laut Mitteilung können ab dem 22. Dezember Termine für einen Test gebucht werden: "Das Ergebnis wird rund 15 Minuten nach dem Test direkt per E-Mail aufs Handy gesendet. Bei einem positiven Testergebnis wird der Betroffene persönlich angerufen und beraten."

Die Proben sollen von "medizinisch geschultem Personal oder Ärzten vor Ort" als Nasen- oder Rachenabstrich entnommen werden. Das verwendete Testkit sei in Deutschland entwickelt worden und weise "eine Sensitivität von 97,44% und eine Spezifität von 99,30%" auf.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Antigen-Schnelltests sind reine Momentaufnahmen

Dr. Benno Kreuels, Oberarzt der UKE-Ambulanz am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, steht den Do-it-yourself-Angeboten skeptisch gegenüber. „Ein Abstrich im Nasenrachen ist extrem unangenehm – das bekommt kaum jemand bei sich selbst hin.“ Werde er zu weit vorne in der Nase vorgenommen, könne die falsch negative Quote deutlich höher sein als bei korrekt vorgenommenen Abstrichen. Besser sei es, wenn ein anderes Familienmitglied den Abstrich mache – allerdings sei das mit einer höheren Ansteckungsgefahr verbunden.

Auch Kreuels verweist auf die höhere Genauigkeit von PCR-Tests, da sie in der Frühphase einer Infektion das Virus deutlich früher nachweisen könnten. Zudem seien insbesondere Antigen-Schnelltests reine Momentaufnahmen. Während man sich nach einem negativen PCR-Test bis zu einem Tag relativ sicher sein könne, nicht ansteckend zu sein, sei das bei Antigen-Schnelltests nur wenige Stunden der Fall. Generell gelte, dass ein Rachenabstrich nach ausreichender Quarantäne mehr Wert habe.

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