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Wo Wohnen in Hamburg besonders teuer ist – und wo nicht

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Weit entfernt von günstig, aber es geht sogar noch teurer in Hamburg: die Grindelallee am Übergang zwischen Rotherbaum und Harvestehude.

Weit entfernt von günstig, aber es geht sogar noch teurer in Hamburg: die Grindelallee am Übergang zwischen Rotherbaum und Harvestehude.

Foto: imago images/Hoch zwei Stock/Angerer

Auswertung zeigt, wo die Mieten besonders hoch sind und wo man noch für weniger als zehn Euro pro Quadratmeter wohnen kann.

Hamburg. Dass die Mieten in Hamburg nicht gerade günstig sind, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Welches aber sind die teuersten Viertel der Hansestadt, geht es noch teurer – und kann man in Hamburg noch für weniger als zehn Euro pro Quadratmeter mieten?

Diese Fragen beantwortet eine neue Auswertung des Immobilienportals Immowelt, die die Nettokaltmieten in den vier größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München und Köln) verglichen hat. Basis waren Inserate auf dem Portal, "die vermehrt nachgefragt wurden", so das Unternehmen.Unangefochten auf Platz eins der kostspieligsten Städte Deutschlands ist München. Rund um den Englischen Garten und den Marienplatz werden Mieten von 23,20 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Nur geringfügig "günstiger" sind Schwabing-Freimann (23,00 Euro) und Schwabing-West (22,80 Euro).

Hamburg: Wo es besonders teuer ist – und wo besonders günstig

Verglichen mit den Rekordsummen, die in der bayerischen Landeshauptstadt verlangt werden, ist Hamburg geradezu preiswert – aber weit entfernt von günstig. Für wen Geld bei der Miete keine Rolle spielt, der zieht in die HafenCity und zahlt dort durchschnittlich 16,30 Euro pro Quadratmeter. Altbau-Liebhaber mit tiefen Taschen werden in Rotherbaum (16,10 Euro) und Harvestehude (16,00 Euro) fündig.

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Auf den weiteren Plätzen: Die Altstadt (15,90 Euro) und – eher überraschend – Hammerbrook (15,70 Euro). Auch hier sind in der jüngsten Vergangenheit viele neue Wohnungen entstanden, zudem haben sich in der City Süd immer mehr Unternehmen niedergelassen. Ein Umstand, der mit dazu beigetragen haben dürfte, dass auch die Nachfrage vom Beschäftigten nach Mietwohnungen gestiegen ist, damit sie möglichst kurze Wege zum Job haben. Nur knapp dahinter die Sankts der Hansestadt: St. Georg (15,50 Euro) und St. Pauli (14,80 Euro – St. Ellingen gehört nicht zu den Toplagen Hamburgs, obwohl dort das größte Zweitliga-Stadion des Landes steht).

Schaut man ans preisliche Ende der Immowelt-Auswertung, so finden sich auch noch Stadtteile, in denen man im Schnitt weniger als zehn Euro Miete überweisen muss. Dazu zählen Kirchwerder (9,90 Euro), Marmstorf (9,70 Euro), Wilstorf, Rothenburgsort und Rönneburg (jeweils 9,60 Euro) sowie Steilshoop (9,50 Euro). Am günstigsten wohnt man in Hausbruch (9,00 Euro).

Berlin weniger teuer als Hamburg – Köln auf Platz vier

Die Rivalität zwischen Hamburg und Berlin hat zumindest bei den Mietpreisen einen Gewinner, der nicht Hauptstadt ist. 16,00 Euro pro Quadratmeter in Tiergarten würden in Hamburg gerade zu einem geteilten dritten Platz reichen. Schmargendorf, Prenzlauer Berg und Mitte (je 15,50 Euro) teilen sich den Silbernen Bären, Friedrichshain (15,20 Euro) verdrängt Kreuzberg (15,00 Euro) vom Treppchenplatz.

Die viertgrößte Stadt des Landes liegt auch auf dem vierten Platz bei den Mieten: "Nur" 14,10 Euro pro Quadratmeter muss ein Kölner für die Miete in Altstadt-Süd veranschlagen, Neustadt-Nord und Lindenthal (je 13,30 Euro) sowie Neustadt-Süd (13,20 Euro) folgen auf den Plätzen.

Sorgt Corona für ein Ende der Mietpreis-Spirale?

Der Datensatz berücksichtigt nur Angebote aus dem zweiten Halbjahr 2019 und dem ersten Halbjahr 2020 – inwiefern sich die Corona-Pandemie auf die Mietpreise auswirken wird, dazu macht die Untersuchung keine Angaben.

Allerdings geht die dem Abendblatt vorliegende Studie des Immobiliendienstleisters Prea davon aus, dass die nahezu ungebremste Steigerung der Mietpreise nun zu einem abrupten Ende kommen wird. Schon jetzt stünden viele Neubauten leer.

( josi/ode )

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