Pandemie

Corona: Wer wird in Hamburg wann geimpft? Die Reihenfolge

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Christoph Heinemann
Bürgermeister Peter Tschentscher besucht das im Aufbau befindliche Impfzentrum in den Messehallen (im Hintergrund Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg).

Bürgermeister Peter Tschentscher besucht das im Aufbau befindliche Impfzentrum in den Messehallen (im Hintergrund Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg).

Foto: Daniel Reinhardt / picture alliance/dpa

Das ist die Impf-Prioritätenliste: Auf ihr stehen unter anderem Regierungsmitglieder, Obdachlose und Angestellte im Einzelhandel.

Es ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Kampf gegen die Pandemie: Die Ständige Impfkommission des Bundes (Stiko) hat eine Prioritätenliste für die geplante Impfung gegen Corona erarbeitet. Sie soll am Donnerstag beschlossen und in eine Rechtsverfügung übergeführt werden. Anhand der Liste steht erstmals fest, in welcher Reihenfolge auch die Hamburger immunisiert werden sollen.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen demnach die Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen sowie alle Mitarbeiter, die in direktem Kontakt zu ihnen stehen. Sie sind in der Stiko-Liste in der höchsten von sechs Kategorien zu finden. Eine ebenso „sehr hohe“ Priorität bei der Impfung sollen pauschal alle Menschen genießen, die 80 Jahre oder älter sind.

Höchste Impfpriorität auch für Ärzte, die mit Corona-Fällen arbeiten

Auch Ärzte und Pfleger, die Covid-19-Patienten behandeln oder in sehr sensiblen Bereichen wie der Onkologie arbeiten, werden den schnellsten Zugang zu einer Corona-Impfung haben.

In die zweithöchste Kategorie fallen demnach Menschen zwischen 75 und 79 Jahren – aber auch medizinisches Personal mit einem „hohen Expositionsrisiko“. Hierzu könnten je nach Auslegung der Bundesländer auch Hausärzte gehören. Die dritte Prioritätsstufe umfasst Menschen im Alter von 70 bis 75 Jahren – aber auch Schwangere und ihre engsten Kontaktpersonen sowie Bewohner von Asyl- und Obdachlosenunterkünften.

Polizisten und Feuerwehrleute haben nur niedrige Priorität

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Diese sollen damit früher geimpft werden als Lehrer, Erzieher und Personen mit Vorerkrankungen und „moderatem Expositionsrisiko“, denen in der vierthöchsten Kategorie aber ebenfalls eine „erhöhte“ Impfpriorität zugesprochen wird. Sie bewegen sich in derselben Gruppe wie prekär Beschäftigte, die etwa in Schlachthöfen tätig sind – und Menschen zwischen 65 und 70 Jahren ohne bekannte Vorerkrankungen.

Polizisten und Feuerwehrleute fallen dagegen in die zweitniedrigste Kategorie. Auch Kassierer und politische Amtsträger wurden vergleichsweise niedrig priorisiert. Wer zwischen 60 und 65 Jahren ist, genießt „gering erhöhte“ Priorität. In die niedrigste Kategorie fällt die gesamte übrige Bevölkerung unter 60 Jahren. Hamburger Kliniken bereiten sich bereits intensiv auf die Impfung ihrer Mitarbeiter vor.

Corona-Impfung – die Prioritätenliste der Stiko:

Sehr hohe Priorität

  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von mehr als 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z.B. Notaufnahmen, medizinische Betreuung von Covid-19-Patienten)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z.B. in der Geriatrie, Onkologie)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern

Hohe Priorität

  • Personen im Alter von 75-80 Jahren
  • Personal mit hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderungen in Institutionen
  • Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung

Moderate Priorität

  • Personen im Alter zwischen 70 und 75 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko und deren engste Kontaktpersonen
  • Personen in Asylbewerberunterkünften
  • Personen in Obdachlosenunterkünften
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personal mit moderatem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen und an besonders relevanten Positionen für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personal im öffentlichen Gesundheitsdienst

Erhöhte Priorität

  • Personen im Alter zwischen 65 und 70 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen mit moderatem Risiko und deren engste Kontaktpersonen
  • Personal mit niedrigem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Lehrer
  • Erzieher
  • Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen (z.B. Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder Fleisch verarbeitenden Betrieben)

Gering erhöhte Priorität

  • Personen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren
  • Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierung
  • Beschäftigte im Einzelhandel
  • Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur (z.B. Feuerwehr, Polizei, ÖPNV, Abfallwirtschaft, Bundeswehr)

Niedrige Priorität

  • Alle übrigen Personen, die jünger sind als 60 Jahre

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