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Schleswig-Holstein: Höchststand bei neuen Corona-Fällen

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Corona-Schnelltests sollen die Entscheidung Quarantäne ja oder nein beschleunigen helfen (Archivbild)

Corona-Schnelltests sollen die Entscheidung Quarantäne ja oder nein beschleunigen helfen (Archivbild)

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Der Tag im Überblick: Corona-Ausbruch in Pflegeheim, Inzidenz in Hamburg wieder über 100. Elbphilharmonie verlängert Pause.

Hamburg. Es schien, als ob sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen stabilisiert, doch am Freitag folgte die Ernüchterung: Die Hansestadt zählt 496 weitere an Covid-19 Erkrankte, darunter auch einige am Dienstag angekündigte Nachmeldungen. Damit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder auf über 100 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner.

Nun warten viele Menschen auf den Beginn der Massenimpfungen. Im Norden werden mehr als zwei Dutzend Impfzentren übers Land verteilt, in Hamburg dagegen entsteht eine große Anlaufstelle. Mitte Dezember soll es in den Messehallen losgehen.

Die wichtigsten Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am Freitag, 4. Dezember:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 496 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemiebeginn: 26.277), 333 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon 89 auf Intensivstationen), insgesamt 340 Todesfälle (+59 im Vergleich zur letzten Meldung). Sieben-Tage-Wert: 103,8 (Stand: Freitag)
  • Schleswig-Holstein: 318 neue Corona-Fälle (15.383), 114 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 24), 264 Todesfälle (+1 im Vergleich zum Vortag), Sieben-Tage-Wert: 46,7 (Stand: Freitag)
  • Niedersachsen: 1226 neue Corona-Fälle (75.695), 1243 Todesfälle (+18). Sieben-Tage-Wert: 78,7 (Stand: Freitag, Niedersachsen meldet auf Landesebene keine Klinik-Belegungszahlen)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 160 neue Corona-Fälle (6608), 120 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 30), 73 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 48,9 (Stand: Freitag)
  • Bremen: 141 neue Corona-Fälle (10.645), 170 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 29). 133 Todesfälle (+1). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 121,0 / Stadt Bremerhaven: 69,6 (Stand: Freitag, Bremen gibt den Sieben-Tage-Wert nur getrennt nach beiden Städten an)

Schleswig-Holstein: Höchststand bei neuen Fällen

In Schleswig-Holstein sind nach Angaben der Landesregierung von Freitag innerhalb eines Tages 318 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Das ist die bisher höchste Zahl von Neuinfektionen im Land. Der bisherige Höchststand war am 30. Oktober erreicht worden - mit 313 gemeldeten Fällen binnen eines Tages.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, stieg um einen - auf nun 264. Seit Beginn der Pandemie sind 15 383 Infektionen nachgewiesen worden, wie die Landesregierung mitteilte.

In den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein wurden den Angaben zufolge 114 Covid-19-Patienten behandelt. 24 von ihnen befinden sich in Intensivtherapie, 12 müssen aktuell beatmet werden. Die Zahl der genesenen Menschen wird auf 12 100 geschätzt. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in Schleswig-Holstein lag am Freitag nach Angaben der Landesregierung vom Abend bei 46,7. Das ist der bisher höchste Wert in dieser Woche.

Pinneberg meldet beunruhigende Zahlen

Entwarnung sieht anders aus: Die Zahl der Corona-Toten im Kreis Pinneberg ist um drei auf jetzt 56 Menschen gestiegen. Es handele sich um eine 87-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 83 und 74 Jahren, teilte der Kreis mit. Sie seien in ihrem privaten Umfeld an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Es habe innerhalb eines Tages zudem 40 nachgewiesene Corona-Neuinfektionen gegeben. Die Fallzahlen hätten sich „auf einen deutlich zu hohen Niveau stabilisiert“, sodass derzeit noch keine Lockerung der seit Montag für den Kreis Pinneberg geltenden Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung bestehe.

Im Kreis Pinnberg betrug laut Robert Koch-Institut der Sieben-Tag-Inzidenzwert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner 84,1. In Schleswig-Holstein betrug der Inzidenzwert landesweit 44.

Lüneburg verbietet Getränkeverkauf an Weihnachtsbuden

Die weihnachtlichen Buden in Lüneburg dürfen vorerst keine Getränke verkaufen. „Aus Sicherheitsgründen hat die Hansestadt Lüneburg jetzt allen Getränkeständen, die in städtischer Regie am heutigen Freitag mit dem Verkauf starten wollten, den Getränkeverkauf vorerst untersagt“, teilte Stadtsprecherin Suzanne Moenck am Freitag mit.

„Das gilt für alkoholische wie für nicht-alkoholische Getränke.“ Grund ist demnach, dass gastronomische Betriebe in der Innenstadt nun ebenfalls Heißgetränke wie Glühwein zum Mitnehmen anbieten. Die Stadt befürchtet einen zu großen Andrang.

Mittlerweile zwölf Corona-Fälle in Eckernförder Klinik

In der Imland-Klinik in Eckernförde sind elf Beschäftigte und eine Patientin mit dem Coronavirus infiziert. Das ergaben weitere Tests am Freitag. Am Vortag waren acht Beschäftigte positiv getestet worden. 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im betroffenen Gelenkzentrum wurden auf Anordnung des örtlichen Gesundheitsamtes in Quarantäne geschickt, teilte die Klinik mit.

Die infizierte Patientin ist zur weiteren Behandlung auf die Isolierstation in die Imland-Klinik Rendsburg verlegt worden. Die ohnehin geplanten Weihnachtsferien auf der Station in Eckernförde sind vorgezogen worden. Diese bleibt bis zum 4. Januar geschlossen.

Hamburger sendet Appell mit Corona-Weihnachtsbaum

Heino Melzer stellt jedes Jahr zur Adventszeit eine große Nordmanntanne vor seinem Haus am Rande Hamburgs auf – dieses Jahr sollte der Baumschmuck „besonders zeitgemäß“ sein, wie er sagt. Und so zieren nicht nur 60 leuchtende Kerzen die grünen Zweige des drei Meter hohen Baums, sondern auch sechs Mund-Nasen-Bedeckungen. Seinen Appell lesen Sie im ausführlichen Bericht.

Maskenmuffel fällt vor Schreck Schreckschusspistole aus Tasche

Aus Schreck ist einem Mann am Hauptbahnhof in Bremerhaven seine Schreckschusspistole aus der Jackentasche gefallen. Bundespolizisten hatten den 35-Jährigen am Donnerstagabend angesprochen – allerdings weil dieser keine Mund-Nasen-Bedeckung trug. "Nervös suchte er seine Maske", teilte Bundespolizeisprecher Holger Jureczko mit. Dabei fiel ihm versehentlich die Waffe auf den Boden.

"Der Anblick einer täuschend echt aussehenden Walther P22 – zur Nachtzeit bei schwachem Licht und in Griffweite des Mannes – führte zu einer deutlichen Ansprache der Bundespolizisten", sagte Jureczko. "Sie tasteten den Mann an Ort und Stelle ab, durchsuchten ihn in der Wache und stellten die Pistole mit neun Patronen sicher." Der Mann aus Wuppertal sagte, diese "zum eigenen Schutz" zu führen. Einen Waffenschein hatte er nicht. Er wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt.

71 Infektionen: Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Hamburg

Im Pflegeheim Rosendomizil unweit des S-Bahnhofs Othmarschen in Hamburg wächst die Zahl der Corona-Fälle. Von den insgesamt 95 Heimbewohnern wurden bei sogenannten Fasttrack-Tests mittlerweile 57 Bewohner positiv getestet. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der Bewohner ist infiziert. Am Dienstag wurden laut Bezirksamt Altona 122 Personen getestet, sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter des Heims. Betroffen sind neben 57 Bewohnern auch 14 Mitarbeiter der Einrichtung.

Das Virus grassiert nachweisbar schon seit Anfang November in dem Heim. Seit 13. November gilt für eine Wohngruppe, die dementen Menschen vorbehalten ist, eine richterlich angeordnete Isolation. Mehrere Testungen erfolgten. Ende November starben vier infizierte Heimbewohner. Damals gab es dort insgesamt 34 Corona-Fälle.

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Das „Rosendomizil“ gehört zur Frank Wagner Holding. Das Unternehmen betreibt mehrere Heime in Hamburg. Auf der Internetseite des „Rosendomizils“ erfährt der Leser nichts von dem Corona-Ausbruch. Unter dem Stichwort „Maßnahmen gegen Covid-19“ findet sich lediglich eine Beschreibung der seit dem 1. Juli geltenden, aber nun überholten Besuchsregelung und folgender Satz: „Wir freuen uns, dass unsere Bewohner/-innen wieder Besuch empfangen können!“

Klinik-Monitor: So viele Intensivbetten sind belegt

Corona in Hamburg: So ist die Lage an den Schulen

Für Donnerstag wurden der Hamburger Schulbehörde 44 Neuinfektionen mit Corona an 36 Schulen gemeldet, davon seien 34 Schülerinnen und Schüler sowie zehn Schulbeschäftigte betroffen. Es handele sich dabei überwiegend um einzelne Infektionen pro Schule. An der Beruflichen Schule für Sozialpädagogik, der Anna-Warburg-Schule, habe es drei Neuinfektionen gegeben, teilte Behördensprecher Peter Albrecht mit.

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Im Wochenvergleich sei die Anzahl der neuen Fälle an Schulen damit um 21 Prozent gesunken. Die Gesundheitsämter haben sechs Klassen in präventive Quarantäne versetzt. Insgesamt gebe es derzeit 357 Infizierte an 166 Schulen, drei weniger als am Vortag. Betroffen seien mit 283 Schülerinnen und Schülern etwa 0,1 Prozent der Gesamtschülerschaft in Hamburg. 74 und damit 0,2 Prozent aller Beschäftigen an Schulen der Stadt seien ebenfalls an Covid-19 erkrankt. 86 von 9500 Schulklassen befänden sich derzeit vorsorglich in Quarantäne, sechs Klassen mehr als bisher.

Beschäftigte in Eckernförder Klinik mit Corona infiziert

In der Imland-Klinik in Eckernförde sind mindestens acht Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im betroffenen Gelenkzentrum wurden auf Anordnung des örtlichen Gesundheitsamtes in Quarantäne geschickt, teilte das Krankenhaus am Freitag mit. Die ohnehin geplanten Weihnachtsferien auf der Station sind vorgezogen worden. Diese bleibt bis zum 4. Januar geschlossen.

Bisland keine Übertragung auf Patienten

Weitere Beschäftigte und Patienten werden derzeit auf Corona getestet. Solange die Tests andauern, gilt ein Besucherstopp. Die Erstinfektion sei vermutlich außerhalb der Klinik passiert, hieß es. Trotz umfangreicher Hygiene- und Schutzmaßnahmen könne das Virus im Pausen- und Speiseraum der Mitarbeiter übertragen worden sein. Der Erstinfizierte klage über leichte Symptome.

„Wir hatten gehofft, Ausbruchsgeschehen unter den Beschäftigten durch unsere extrem hohen Infektionsschutzmaßnahmen verhindern zu können. Aber das Virus ist und bleibt unberechenbar“, sagte die Medizinische Geschäftsführerin Anke Lasserre. „Ich bin sehr erleichtert, dass es bislang keine Übertragung auf Patienten gegeben hat.“

Interaktive Karte: Corona in Deutschland und weltweit

Corona-Zahlen in Hamburg: Inzidenz steigt auf über 100

Nachdem in Hamburg die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen gesunken ist, schnellt sie nun wieder in die Höhe: Am Freitag hat die Gesundheitsbehörde 496 neue Fälle gemeldet, darunter auch einige Nachmeldungen aus den vergangenen Tagen (306 waren es am Vortag). Freitag der vergangenen Woche lag der Wert bei nur 252.

Damit steigt der Inzidenzwert von 90,9 am Vortag nun auf 103,8 Infizierte pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Vorwoche: 116,3). Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in Hamburg seit Beginn der Pandemie steigt auf 26.277. Als wieder genesen gelten davon 18.400 Menschen.

Die Zahl der Covid-19-Erkrankten, die in den Hamburger Krankenhäusern behandelt werden, ist etwas gestiegen. Derzeit werden nach offiziellen Angaben 333 Patienten behandelt (327 am Vortag), 89 sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen versorgt werden müssen (85 am Vortag). Davon kommen 73 Patienten aus Hamburg.

Die Zahl der Corona-Toten, bei denen die Infektion laut Institut für Rechtsmedizin todesursächlich war, liegt nach den am Dienstagabend gemeldeten 59 Fällen weiterhin bei 340. Es handelt sich dabei um Patienten, die überwiegend seit Mitte November einer Erkrankung an Covid-19 erlegen sind.​

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Elbphilharmonie verlängert Pause zur Orgelreinigung

Die Elbphilharmonie in Hamburg nutzt den Corona-Lockdown für eine Generalreinigung der Orgel und weitere Wartungsarbeiten. Man habe sich entschieden, für diese Arbeiten die entstehende Pause im Großen Saal bis zum 27. Januar zu verlängern, teilte das Konzerthaus am Freitag mit. Dies sei möglich, weil alle Veranstalter ihre Januar-Termine im Großen Saal bereits storniert hätten.

Ursprünglich waren die Generalreinigung und die Wartungsarbeiten erst im Sommer geplant, hieß es. Im Gegenzug werde die Sommerpause 2021 auf zwei Wochen im Juli (12. bis 25. Juli) verkürzt. Ein Teil der ausgefallenen Konzerte solle dann nachgeholt werden. Bund und Länder sind bislang übereingekommen, den Lockdown für die Kultureinrichtungen bis zum 10. Januar weiterzuführen.

HSV setzt auf Corona-Schnelltests

Der HSV nutzt ein mobiles Testlabor, um seine Spieler aber auch Mitarbeiter der Geschäftsstelle regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu prüfen. Vorteil des mobilen Verfahrens: Die Proben müssen nicht ins Labor geschickt werden, sondern können am Ort ausgewertet werden. Lesen Sie die Details im ausführlichen Bericht.

Corona-Krise belastet Niedersachsens Wirtschaft spürbar

Die Corona-Krise hat die niedersächsische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2020 spürbar ausgebremst. Die Wirtschaftsleistung sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 7,3 Prozent, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen am Freitag mitteilte. Bundesweit lag der Rückgang bei 6,6 Prozent. Gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote zum 30. Juni mit 6,0 Prozent um 1,1 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.

„Datenvergleiche mit dem Referenzjahr 2019 werden zeigen, wie gut und wie schnell Niedersachsen die mit der Corona-Pandemie verbundenen Herausforderungen bewältigt“, sagte die Präsidentin des Landesamts, Simone Lehmann.

Mitgliederschwund auch bei Sportvereinen im Norden

Schleswig-Holsteins Sportvereine werden von den Folgen der Corona-Pandemie schwer gebeutelt. Der Mitgliederverlust in 160 Vereinen mit mehr als 1000 Mitgliedern beträgt laut Landessportverband (LSV) im Schnitt zehn Prozent. „Größere Vereine klagen, weil sie neben traditionellen Mitgliedschaften oft auch Kurs- und Kurzzeitmodelle anbieten. Das fällt jetzt in der Pandemie aber alles weg“, sagte LSV-Geschäftsführer Thomas Niggemann. Momentan gebe es lediglich Abgänge, aber keinen Zulauf. Ein gravierendes Beispiel ist der Kieler MTV. Dort ist die Mitgliederzahl von 7125 auf 5800 gesunken.

Hamburg: Beiersdorf schenkt Mitarbeitern freien Tag

Als Dank für die Arbeit im Corona-Jahr schenkt der Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf seinen Mitarbeitern einen zusätzlichen freien Tag. Vor Kurzem hatten die weltweit 20.000 Beschäftigten Post von ihrem Arbeitgeber im Briefkasten. In dem Schreiben bedankte sich Konzernchef Stefan de Loecker in persönlichen Worten für Durchhaltevermögen und außerordentliches Engagement in einem Jahr von historischer Bedeutung und kündigte an: „Am 21. Dezember bleibt Beiersdorf geschlossen“.

Deutlich weniger Insolvenzen in Hamburg – wegen Corona

Von Januar bis einschließlich September hat das Insolvenzgericht Hamburg 1611 entschiedene Anträge auf Insolvenz gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt Nord am Freitag mitteilte. Auch die Corona-Pandemie hat dabei eine Rolle gespielt.

„Zu dieser Entwicklung hat unter anderem die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen beigetragen, wenn die Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit auf den Folgen der Covid‑19‑Pandemie beruhte“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Statistikamts. Zudem haben Verbraucher wegen der angekündigten Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens die Beantragung eines Insolvenzverfahrens in den letzten Monaten herausgezögert.

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Bis September wurden in Hamburg 446 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das sind 138 Verfahren (oder 24 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die Zahl der von einer Unternehmensinsolvenz direkt betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg um 46 Prozent auf 8 517“, so das Statistikamt. In den ersten drei Quartalen 2020 schuldeten die insolventen Unternehmen Gläubigern durchschnittlich knapp 1,6 Millionen Euro.

Noch deutlicher sank die Anzahl der beantragten Insolvenzen von Verbrauchern – und zwar um 37 Prozent. Während 2019 von Januar bis September noch 1236 Privatinsolvenzen gemeldet wurden, waren nun nur 781. „Insbesondere im August und im September waren die Fallzahlen mit 17 bzw. 10 Insolvenzen außerordentlich niedrig“, teilte das Statistikamt mit.

245 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein – vier Tote

In Schleswig-Holstein sind nach Angaben der Landesregierung von Donnerstag innerhalb eines Tages 245 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Das waren in etwa so viele wie jeweils am Dienstag und Mittwoch. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, stieg um vier – auf nun 263. Seit Beginn der Pandemie sind 15.065 Infektionen nachgewiesen worden, wie die Landesregierung mitteilte.

In den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein wurden den Angaben zufolge 109 Covid-19-Patienten behandelt. 24 von ihnen befinden sich in Intensivtherapie, zwölf müssen aktuell beatmet werden. Die Zahl der genesenen Menschen wird auf 11 900 geschätzt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 43,6.

UKE plant eigenes Impfzentrum für Tausende Mitarbeiter

Parallel zum städtischen Impfzentrum in den Messehallen will das UKE eine Einrichtung schaffen, in denen die Mitarbeiter des Universitätsklinikums geimpft werden sollen. "Wir planen ein eigenes Impfzentrum für die Beschäftigten des UKE-Konzerns", bestätigte die Sprecherin Saskia Lemm dem Abendblatt auf Anfrage.

Ein "Expertenteam" aus Infektiologen, dem Betriebsärztlichen Dienst und weiteren Abteilungen erarbeite dafür derzeit ein Konzept. Allein die Zahl des medizinischen Personals, das für eine Impfung infrage komme, beziffert das UKE auf 6.800 Menschen. Zusätzlich könnte aber auch nicht-medizinisches Personal wie etwa Reinigungskräfte eine Impfung erhalten.

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Die Pläne sollen möglichst ausgereift sein, sobald dem Klinikum die von den Behörden bestellten Impfstoffdosen zur Verfügung gestellt werden. "Wir überlegen, ein digitales Buchungssystem für Termine im Impfzentrum zu etablieren", so Lemm weiter. Es sei naheliegend, dass Mitarbeiter mit direktem Kontakt zu Covid-19-Patienten auch zuerst an die Reihe kommen könnten. Noch gebe es aber keine detaillierte Prioritätenliste. Auf die Frage, ob auch Patienten im UKE geimpft werden könnten, sagte Lemm: "Nach derzeitiger Versorgungslage nein".

Hier entstehen die Impfzentren im Norden

46 Corona-Tote in Schleswig-Holsteins Pflegeheimen

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Schleswig-Holsteins Alten- und Pflegeheimen mindestens 46 Heimbewohner im Zusammenhang mit dem gefährlichen Virus gestorben. Diese Fälle seien der Landesmeldestelle seit März bis Ende November gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Kiel mit.

Insgesamt 419 Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeeinrichtungen wurden in dem Zeitraum registriert. Allein im Monat November verzeichnete die Landesmeldestelle 113 Infektionen und sieben Todesfälle im Zusammenhang mit Ausbrüchen in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Landesweit starben in Schleswig-Holstein nach Angaben der Landesregierung bis Ende November insgesamt 258 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Lesen Sie hier die Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden am Donnerstag, 3. Dezember

( ras/coe/pop/mik/dpa )

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