Bildung

Linke fordert schnelleres Internet für Hamburger Schulen

Schülerinnen und Schüler arbeiten an Laptops und Tablets. (Symbolbild)

Schülerinnen und Schüler arbeiten an Laptops und Tablets. (Symbolbild)

Foto: Marijan Murat / dpa

Viele mobile Endgeräte seien nicht eingerichtet. Hamburger Schulbehörde kündigt einen Bandbreite-Ausbau an.

Hamburg. Nach Angaben des Senats sind alle 40.374 mobilen Endgeräte, die im Zuge des DigitalPakts des Bundes und der Länder angeschafft wurden, mittlerweile an die Schulen ausgeliefert. Insgesamt stehen 50.000 Notebooks und Tablets bereit – ausreichend für ein Viertel der Grundschüler und jeden fünften Schüler der weiterführenden Schulen.

Doch Praktiker weisen darauf hin, dass viele Geräte noch nicht einsatzbereit sind, obwohl das mit Blick auf mögliche Einschränkungen des Präsenzunterrichts wegen der Pandemie dringend erforderlich wäre. „Die abschließende Einrichtung der Endgeräte ist an den Schulen unterschiedlich organisiert und wird, ebenso wie die Verwaltung und die Ausgabe der Endgeräte in den Schulen, von der für Bildung zuständigen Behörde statistisch nicht erfasst“, heißt es in der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bürgerschaftsfraktionschefin Sabine Boeddinghaus lediglich.

Bandbreite der Internet-Zugänge der Schulen ist ein Nadelöhr

Ein Nadelöhr ist die Bandbreite der Internet-Zugänge der Schulen. Laut der Senatsantwort auf eine weitere Boeddinghaus-Anfrage verfügen 47 Prozent der Schulen nur über eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 10 MBit/s, 40 Prozent über 50 MBit/s und lediglich 12,94 Prozent über 100 MBit/s.

„Bei 10 MBit/s kann eine Videokonferenz mit 17 Teilnehmern stattfinden, oder es könnte eine Klasse ein YouTube-Video in HD-Qualität sehen“, sagt ein IT-Experte und Schulinsider. Allein bei der Einrichtung eines iPads entstehe ein Datenverkehr von mehreren Gigabytes. „Viele Lehrer nehmen die Einrichtung der Endgeräte zu Hause vor, weil es da viel schneller geht“, sagt der IT-Experte.

Corona an Hamburgs Schulen - Senator berichtet über die Lage

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„Die Senatsstrategie ist nur von A bis D durchdacht. Denn die Endgeräte liegen uneingerichtet in den Schulen herum. Nichts passiert, wenn nicht Lehrkräfte die private Initiative ergreifen“, sagt Sabine Boeddinghaus. „Aus Geiz wird die Bandbreite gebremst, die Schulen werden so nicht in der Lage sein, digitalen Unterricht zu machen. Der Skandal: Die KESS 1-Schulen sind am schlechtesten von allen angeschlossen, da läuft nichts“, so die Linken-Politikerin. „Ein Glasfasernetz ohne breite Anschlüsse ist wie ein Auto ohne Zündschlüssel.“

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In einem Bürgerschaftsantrag fordert die Linke umgehend die flächen­deckende Ausstattung aller Schulen mit WLAN und einer Bandbreite von einem MBit/s pro Schüler. Der Senat will laut Antwort auf die Boeddinghaus-Anfrage in einem ersten Schritt die Bandbreite auf ein GBit/s und später auf 10 GBit/s erhöhen – ohne Zeitangabe. „Die aktuellen Bandbreiten der Schulen sind nicht gering, sondern werden entsprechend der Bedarfe der Schulen gesteuert und zur Verfügung gestellt“, sagt Schulbehördensprecher Peter Albrecht.

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