Zeit für etwas Schönes

Luxus für den Alltag – das gönn ich mir jetzt!

Das Stilwerk ist am 26. November bis 22 Uhr geöffnet.

Das Stilwerk ist am 26. November bis 22 Uhr geöffnet.

Foto: Dirk Dunkelberg / Stilwerk

Lust auf Kuchen, Cocktails oder Wellness? Abendblatt-Redakteurinnen und -Redakteure verraten ihre Tipps.

Hamburg.  Ein anregender Herbstspaziergang, ein bisschen Luxus im Alltag , sich selber mal etwas gönnen : So lässt sich der graue November ein wenig versüßen. Das Abendblatt hat neun persönliche Tipps zusammengestellt:


Feinster Kuchen aus der Confiserie

Es ist ein Miniluxus im Alltag: Kuchen und Torten aus der Confiserie. Klasse statt Masse. Sicher kann auch der Butterkuchen vom Bäcker nebenan ein Höhepunkt des Tages sein, aber Torten, Kuchen oder Kekse aus exklusiver Meisterhand – das ist eben doch etwas ganz Besonderes. Die Leidenschaft für seine kleinen Kunstwerke merkt man Konditormeiser Niko Lécuiller an: Optisch und geschmacklich sind sie ein Genuss. In seinem kleinen, aber feinen Geschäft am Lehmweg gibt es seit sechs Jahren süße Leckereien.

Der Lehmweg mit seinen kleinen inhabergeführten Läden ist ohnehin einen Ausflug wert, auch in Corona-Zeiten. Das Abendblatt nannte die Einkaufsmeile einmal „Das Nottinghill Hamburgs“. Also erst zum Schaufensterbummel oder Shopping – und dann für zu Hause ein Stück Himbeertörtchen im Miniformat (2,40 Euro), eine Rhabarber-Vanille-Schnitte (3 Euro) oder Macarons mitnehmen und genießen.

Confiserie Niko, Lehmweg 41, Öffnungszeiten: Mo, Mi und Do 10–14 Uhr, Fr und Sa 10–17 Uhr, So 12–17 Uhr, Dienstag Ruhetag.


Exklusive Cocktails liefern lassen

Ich gehe gerne in Bars, leider ein derzeit unmögliches Vergnügen. Doch nun werde ich die Bar zu mir nach Hause holen. Und zwar nicht irgendeine, sondern die des Sternekochs Kevin Fehling. Die Drinks der Puzzlebar werden freitags und sonnabends frisch gemixt, und ich kann sie entweder selbst in der HafenCity abholen oder mir liefern lassen. Ein Kalamanski Sour kostet dann beispielsweise 12 Euro. Es gibt die 100 Milliliter- oder 500-Milliliter-Portion; die Cocktails werden in kleinen Flaschen abgefüllt und so gekühlt transportiert. „Man braucht dann nur noch ein Longdrink-Glas mit zwei Eiswürfeln zu Hause und gießt einfach unseren Drink darüber“, sagt Fehling.

Für die perfekte Bar-Stimmung empfiehlt der Gastronom außerdem Kerzen anzuzünden und Lounge-Musik anzumachen. Ideal sei ein Kamin, aber wer hat den schon ... Bestellungen nimmt sein Team die ganze Woche über per Mail an (info@puzzle-bar.de), die Getränkekarte wird jede Woche neu auf Instagram gepostet. Fehling kooperiert außerdem mit dem Sushi-Bringdienst Henssler@home. Die Cocktails sind dort auf der Homepage zu finden, man kann sie entweder zu den Lachs-Makis oder Edamames dazubestellen oder sich ab einem Mindestbestellwert von 40 Euro (in Sasel nur 25 Euro) ausschließlich Drinks liefern lassen.

info@puzzle-bar.de, www.henssler-at-home.de


Schönheitskur für die Haut

Da mich außer meiner Familie ja derzeit ohnehin kaum jemand sieht, könnte ich mir mal eine Beautybehandlung leisten, deren Spuren nicht gleich verschwinden. So habe ich mich zum Beispiel bislang nie getraut, ein PRP-Vampirlifting zu machen. Zum einen, weil ich ein Feigling bin und die Nadelstiche in meiner Haut fürchte, zum anderen, weil man danach mit einem krebsroten Gesicht durch die Gegend läuft. „Nein, so schlimm ist das nicht“, sagt Dr. Eveline Urselmann. Für Einsteiger hat die Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie jedoch noch eine weniger krasse Methode zur Hautverjüngung auf Lager: Jetpeel. Klingt rasant.

Mit einer Hochgeschwindigkeit von 720 km/h wird ein Wasser-Luft-Gemisch über kleine Düsen auf die Haut gerichtet. Alte Hautschüppchen werden abgetragen, verschiedene Wirkstoffe eingeschleust. Man braucht wenig Zeit (60 Minuten), dafür etwas mehr Geld (je nach Areal und Wirkstoff ab 180 Euro). „Sie sehen sofort strahlend aus, ein echter Lichtblick im November“, sagt Dr. Urselmann. Wie im Spa sei es bei ihr allerdings nicht, erklärt die Ästhetik-Expertin, es ginge um medizinische Behandlungen. Vorteil: Anders als Wellnessmassagen darf medizinische Kosmetik nach wie vor angeboten werden.

Zum Beispiel auf www.drurselmann.com


Smileys fürs Ohr

Wahrscheinlich haben auch Sie schon genug Schmuck. Aber: Diesen schönen Raum, der von oben bis unten in Rosa erstrahlt, den müssen Sie einmal betreten. Seit Ende September führt die Designerin Nina Kastens ihren Laden an der Klosterallee. Sogar der Mund-Nasen-Schutz der 34-Jährigen ist rosa: „Wenn schon, denn schon!“ Kastens hat ihre Ausbildung in New York gemacht, sie entwirft auch jetzt noch jede Kollektion in ihrer zweiten Heimat.

Aktuell stehen Dollarzeichen-Manschettenknöpfe, Geldklammern und Smiley-Anhänger für den „American Dream“. Die Teile aus 18-Karat vergoldetem Silber kosten zwischen 70 und 300 Euro. Seit Corona werden vor allem Ketten und Ohrringe verkauft. „Wir bemerken die vielen Videokonferenzen, bei denen nur der Kopf zu sehen ist“, sagt Kastens lachend. Besonders cool ist neben den Kreolen ein (echt goldener) Ring mit der Aufschrift: „I am good.“ Das vergisst man ja leider häufig, gerade in dunklen November-Pandemie-Zeiten.

Nina Kastens, Klosterallee 104, www.ninakastens.com


Weihnachtseinkauf bis 22 Uhr

In entspannter Atmosphäre können sich Designliebhaber am 26. November beim Late Night Shopping im Stilwerk schon mal auf die Vorweihnachtszeit einstimmen. Bis 22 Uhr kann man an diesem Abend in den rund 30 Geschäften unter dem Dach der ehemaligen Mälzerei am Hafenrand stöbern. Und dank einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern und teilweise 30 Meter Deckenhöhe fällt auch das Abstandhalten im Stilwerk nicht schwer. Zwei neue Angebote gibt es zudem vom 23. November an: Accessoires, Geschenke und Deko­artikel sind im Pop-up Stilwerk Concept Store im ersten Stock zu haben. Der Deutsch-Amerikanische Frauenclub bietet im Foyer Luxus-Vintage-Mode zum Charity-Preis an; alle Einnahmen kommen dem gemeinnützigen Verein und damit Kinder- und Jugendhilfeprojekten zugute. An den Adventswochenenden sorgen Musiker der Hamburger Hochschule für Musik und Theater donnerstags, freitags und sonnabends für weihnachtliche Klänge.

Stilwerk Hamburg, Große Elbstraße 68

Meditieren

Das Kopfkino mal ausschalten, den permanenten Fluss an nicht immer nur erfreulichen Gedanken stoppen – das ist leichter gesagt als getan. Wenn mir danach ist, erfrische ich mich, bildlich gesprochen, innerlich über MBSR, was für Mindfulness-Based Stress Reduction steht – auf Deutsch achtsamkeitsbasierte Stressreduzierung. Wie auch andere Meditationsformen hat MBSR nichts mit Rumsitzen und Vor-sich-hin-Stieren zu tun. Ganz im Gegenteil: Die Übungen, darunter achtsame Körperwahrnehmung (Body-Scan) und „Stilles Sitzen“ (Sitzmeditation), zum Beispiel als Seemeditation, erfordern wie das Erlernen von Sport­arten oder Sprachen regelmäßiges Training.

Es kann Wochen, mitunter Monate dauern, bis MBSR spürbar funktioniert. Ich empfinde MBSR als geistige Ergänzung zu Sport wie Joggen oder Schwimmen, aber das kann jeder und jede für sich selbst definieren. Das gezielte Ausblenden äußerer Störungen durch geistige Visualisierung fördert die innere Spannkraft und Ausgeglichenheit, ich fühle mich gestärkter, fröhlicher und stressresistenter. Das Übungsprogramm (CDs) kann man sich auch als App aufs Handy laden.


Spaziergang in Ohlsdorf

Der Friedhof Ohlsdorf heißt nicht umsonst Parkfriedhof. Denn unter alten Bäumen und Rhododendren befinden sich nicht nur unzählige Grabstätten, sondern auch Hamburgs größte Grünanlage mit 389 Hektar. Wenn es an Alster, Elbe und im Stadtpark zu eng wird, bietet sich das weitläufige Areal gerade jetzt für einen ausgiebigen Spaziergang an. Unter den 450 Gehölzarten sind zahlreiche Nadelhölzer, sodass die Natur auch im Herbst und im Winter angenehm grün ist. Besonders interessant ist der Weg am nördlichen Friedhofsgelände, der entlang der Mausoleen führt. Ganz modern präsentiert sich etwa das ungewöhnliche Mausoleum Gundlach, das sich der heute 94 Jahre alte Fotograf F. C. Gundlach schon zu Lebzeiten bauen ließ.

Die zur Straße gelegene Stirnseite zeigt zwei Fotomodelle mit Badekappen vor den Pyramiden von Gizeh – nach einem berühmten Bild des Fotografen aus dem Jahr 1966. An die „Indiana Jones“-Filme dagegen erinnert das marode Mausoleum Schröder, das 1906 errichtet wurde. Das imposante Gebäude mit achteckigem Grundriss und mehr als 300 Quadratmetern Fläche liegt hinter einem Bauzaun, die Natur wuchert wild. Auf den verschlungenen Wegen trifft man nur wenige Menschen, und die meisten wissen sich zu benehmen. Wer meint, ein Friedhof sei ein Picknick- oder Spielplatz, sollte lieber in den Stadtpark gehen.


Cleopatra-Bad

Das „Bad der Cleopatra“ gilt in vielen Spa-Anlagen als Basismittel moderner Wellnesskunst. Bekanntlich soll die ägyptische Königin in Stutenmilch und Honig gebadet haben. Die Mixtur lässt sich auch für den häuslichen Gebrauch herstellen. Während die Königin Eselsmilch verwendete, genügt heutzutage ein Liter warme Kuhmilch. Sie wird in einem Gefäß mit einigen Löffeln Honig und zwei Esslöffeln Olivenöl verfeinert und dem warmen Badewasser zugefügt. Wer mag, gibt ein paar Tropfen Rosenöl dazu. So wird das Bad der Cleopatra auch zu einem Dufterlebnis. Es glättet im Übrigen die Haut, regt den Stoffwechsel an und soll Cellulitis mindern.


Das große Wintergrillen

Diesem Jahr kann man ruhig mal ein bisschen Feuer machen. „Barbecue-Fans“, denen der Sommer zu kurz war, können deshalb mit dem Abendblatt „abgrillen“: Am 26. November ab 19 Uhr wird gemeinsam zubereitet, und zwar auf abendblatt. de. Der TV-Koch und Hobenköok-Chef Thomas Sampl gibt Tipps, wie Fleisch, Fisch und Gemüse am besten ge­lingen. Wer mag, kann über den Online-Hofladen Frischepost für 69 Euro zuzüglich Lieferkosten (für zwei Personen) eine Zutaten-Box bestellen, um simultan mitzugrillen.

hamburg.frischepost.de/ wintergrillen