Hamburg

Erzbischof zieht Konsequenzen aus Missbrauchsskandal

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße im Mariendom (Archivbild).

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße im Mariendom (Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Stefan Heße lässt wichtiges Amt in der katholischen Kirche ruhen. Was steht in dem Gutachten zum Kölner Missbrauchsskandal?

Berlin/Hamburg. Nach Vertuschungsvorwürfen lässt der Hamburger Erzbischof Stefan Heße sein Amt als Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ruhen. Er habe eine entsprechende Erklärung abgegeben, teilte das ZdK am Donnerstagabend mit. Heße habe seinem Bedauern Ausdruck gegeben, dass seine Aufgabe für das Zentralkomitee zum gegenwärtigen Zeitpunkt durch die öffentliche Debatte über die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln belastet sei.

Deshalb wolle er sein Amt als Geistlicher Assistent mit sofortiger Wirkung ruhen lassen, bis der Sachverhalt geklärt sei. Aus diesem Grund werde er auch an der am Freitag und Sonnabend digital tagenden Vollversammlung des ZdK nicht teilnehmen.

Erzbistum Hamburg: Heße weist Vorwürfe der Vertuschung zurück

Im ZdK sind die katholischen Laien - die normalen Gläubigen - organisiert. Aufgabe des Geistlichen Assistenten ist es, das Zentralkomitee in theologischen Fragen zu beraten und den Kontakt zur Deutschen Bischofskonferenz zu halten.

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Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Heße in einem Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl kritisch beurteilt wird. Das Gutachten untersucht den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln, wo Heße früher Personalchef war. Heße hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der das Gutachten selbst in Auftrag gegeben hatte, hat sich mittlerweile entschieden, es doch nicht zu veröffentlichen. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Woelkis Entscheidung ist innerhalb und außerhalb der Kirche auf massive Kritik gestoßen.