Straßenmagazin

"Hinz&Kunzt" mahnt: Bettler schaden echten Verkäufern

Foto: picture alliance

Das Straßenmagazin erhält häufig Beschwerden über aufdringliche, bettelnde Verkäufer – doch die sind meist nicht offiziell.

Hamburg. Das Hamburger Straßenmagazin "Hinz&Kunzt" reagiert auf Beschwerden über aufdringliche Verkäufer oder das Betteln mit einem Exemplar der Zeitschrift. In solchen Fällen handele es sich zumeist nicht um die offiziellen Verkäufer und Verkäuferinnen von "Hinz&Kunzt": "Das Betteln mit einer 'Hinz&Kunzt' oder das aufdringliche Verkaufen schadet dem Ruf unser Verkäufer*innen", erklärt Geschäftsführer Jörn Sturm. "Aber man muss natürlich bedenken, dass es arme Menschen sind, die verzweifelt sind."

Immer öfter gerieten Menschen aus Osteuropa in Not und versuchten, durch den Verkauf des Magazins etwas Geld zu verdienen. Weil es aber zum einen nicht genügend Verkaufsplätze für "Hinz&Kunzt" gebe und zum anderen bei vielen dieser Menschen eine Sprachbarriere bestehe, könne das Projekt nicht alle aufnehmen. Einige versuchten es trotzdem und missachteten die Verkaufsregeln, nutzten die Zeitschrift zum Betteln oder drängten es Menschen auf.

"Hinz&Kunzt" – seit fast 30 Jahren Teil der Hamburger Medienlandschaft

Diese Verkäufe ohne Verkaufsausweis führten häufig zu Konflikten mit den den Menschen, die die "Hinz&Kunzt" regulär verkaufen. Sturm sagt,es sei verständlich, wenn sich Menschen durch diese vorgeblich offiziellen Verkäufer belästigt fühlten: "Wir empfehlen deshalb, auf den Ausweis zu achten. Den sollen alle Hinz&Künztler sichtbar tragen." Bei allem möglichen Ärger gilt aber: Betteln ist in Hamburg nicht verboten.

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"Hinz&Kunzt" wird seit fast 30 Jahren von einer gemeinnützigen GmbH herausgegeben und gehört zu den ältesten Straßenmagazinen Deutschlands. Magazin und Beiträge wurden vielfach ausgezeichnet – aktuell ist es für den Metropolitaner Award nominiert.

( josi )

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