Schule

Opposition: Rabes Corona-Vorschläge kommen zu spät

Hamburg: Schüler einer 7. Klasse der Max-Schmeling-Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum.

Hamburg: Schüler einer 7. Klasse der Max-Schmeling-Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburgs Schulsenator hält von Klasse elf an Hybridunterricht in Hotspots der Corona-Pandemie für sinnvoll.

Hamburg.  Mit vier konkreten Maßnahmen will Schulsenator Ties Rabe (SPD) an Schulen in sogenannten Hotspots die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Doch die Vorschläge, die Rabe für die Kultusministerkonferenz (KMK) noch detailliert ausarbeiten soll, treffen auf wenig Gegenliebe bei der Opposition in der Bürgerschaft.

„Da wird der Bock zum Gärtner gemacht. Ausgerechnet Schulsenator Rabe, der seit Monaten in Hamburg planlos agiert und sich weigert, einen schlüssigen Corona-Notfall-Stufenplan mit Wechselunterricht vorzulegen, soll nun für die SPD-geführten Länder der KMK einen entsprechenden Plan vorlegen“, sagte Birgit Stöver, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Stöver kritisiert Inzidenzwert von mehr als 200 Neuinfektionen als viel zu hoch

Rabe hatte vier Maßnahmen für Regionen mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vorgeschlagen: Hybridunterricht von Klasse elf an und an Berufsschulen, Überprüfung des Sport- und Musikunterrichts von der Mittelstufe an, Maskenpflicht von Klasse fünf an und Unterricht in festen Lerngruppen in den unteren Jahrgängen.

„Anstatt sich bei der Anwendung des Stufenplans auf Regionen zu konzentrieren, sollten die jeweiligen Maßnahmen an die Infektionswerte der einzelnen Schulen gekoppelt werden“, sagte Stöver. Das hatte Rabe allerdings auch vorgeschlagen. Stöver kritisiert außerdem den Inzidenzwert von mehr als 200 Neuinfektionen als viel zu hoch.

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Dieselbe Kritik äußert auch Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus. „Fast die gesamte Bundesrepublik ist ein Hotspot, das ist nicht schönzurechnen. Noch im Frühjahr galt die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, Klassen bei einer Inzidenz von 50 zu teilen und Unterricht aus den Schulen zu verlagern. Warum wird das nicht endlich umgesetzt?“, sagte die Linken-Politikerin. „Das Agieren ist zu spät, und es ist viel zu wenig“, hielt Boeddinghaus Rabe vor.

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„Rabe rückt von seiner Position ab. Wir bleiben dabei, dass der Präsenzunterricht die beste Form der Wissensvermittlung ist. Fernunterricht kann da nur eine Notlösung für eine kurze und überschaubare Zeit sein“, sagte AfD-Fraktionschef Alexander Wolf. „Rabe will viel zu spät Hybridunterricht ab Klasse elf – warum erst ab da? Zu spät, zu unklar – aus dem Corona-Schulversager Rabe wird kein Corona-Schutzpatron werden“, sagte Anna von Treuenfels-Frowein (FDP).

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