Party in Bramfeld

Nach Ecstasy-Konsum: 13-Jährige weiter in Lebensgefahr

Viele Jugendliche glauben, Ecstasy- Pillen seien harmlos. Ein 13-Jähriges Mädchen schwebt nun nach dem Konusm der Partydroge in Lebensgefahr.

Viele Jugendliche glauben, Ecstasy- Pillen seien harmlos. Ein 13-Jähriges Mädchen schwebt nun nach dem Konusm der Partydroge in Lebensgefahr.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Erneut lief eine Geburtstagsfeier mit der Partydroge aus dem Ruder. Auch zwei Freundinnen mussten ins Krankenhaus.

Hamburg. Nach einer Party in einer Wohnung in Bramfeld ist ein 13 Jahre altes Mädchen mit einer Ecstasy-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das Kind schwebt auch am Mittwoch weiter in Lebensgefahr. Auch zwei weitere minderjährige Mädchen kamen ins Krankenhaus. Sie hatten ebenfalls die synthetische Droge konsumiert. Die Polizei hat mittlerweile einen 17-Jährigen im Visier. Er soll den Mädchen das Ecstasy besorgt haben.

Es war eine Geburtstagsparty einer Jugendlichen, die 15 wurde, auf der es zu dem Drogenkonsum mit den tragischen Folgen kam. Das Mädchen hatte am Wochenende mit ihren beiden 14 und 13 Jahre alten Freundinnen in kleiner Runde gefeiert. Mitten in der Nacht wurde der Notarzt zu der Wohnung gerufen. Die 13-Jährige hatte plötzlich schwere Krampfanfälle erlitten und war zusammengebrochen. Das Mädchen kam mit dem Rettungswagen in ein Kinderkrankenhaus. Dort stellten die Ärzte fest, dass sich das Kind in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

Im September starb eine 16-Jährige nach Ecstasy-Konsum

Stunden später kamen die 14 und 15 Jahre alten Mädchen ebenfalls unter Notarztbegleitung ins Krankenhaus. Auch sie hatten Beschwerden durch den Drogenkonsum bekommen. Im Gegensatz zu der 13-Jährigen bestand bei ihnen aber keine Lebensgefahr. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein. Sie ermittelte vor allem, wer den Mädchen die gefährlichen Drogen besorgt hatte. Schnell kamen die Beamten auf die Spur eines 17-Jährigen. Gegen ihn wurde mittlerweile ein Strafverfahren eingeleitet.

Erst Mitte September hatte es im Zusammenhang mit der Designerdroge in Hamburg einen Fall mit tragischem Ausgang gegeben. Damals war ein 16 Jahre altes Mädchen nach dem Konsum von Ecstasy gestorben. Auch diese Jugendliche hatte bei einer Geburtstagsfeier in einer Privatwohnung in Winterhude das Rauschgift geschluckt, aber zudem Alkohol getrunken. Nachdem sie zusammengebrochen war, hatten andere Partygäste einen Notarzt gerufen. Der versuchte vergeblich die Jugendliche zu reanimieren. Noch in der Wohnung wurde der Tod der Jugendlichen festgestellt.

Ähnlicher Fall in Schwarzenbek. Drei junge Leute vor Gericht

Nur einen Monat zuvor fand in Schwarzenbek eine Verhandlung gegen drei junge Leute statt. Es ging um den Tod ihrer 16 Jahre alten Bekannten, die bei einer gemeinsamen Feier nach der Einnahme von Ecstasy gestorben war. Zwar hatte das Trio Notarzt und Rettungswagen gerufen, nachdem die Jugendliche zusammengebrochen war. Dem Notarzt sagten sie trotz Nachfrage aber nicht, dass das Mädchen die Designerdroge geschluckt hatte.

Die Angeklagten kamen milde davon. Sie wurden zu einer Geldstrafe verurteil. Die Begründung der nicht öffentlichen Verhandlung vor dem Jugendgericht blieb unter Verschluss.

Wirkstoffgehalt der Pillen ist kaum einzuschätzen

Die Polizei warnt regelmäßig vor Ecstasy, in dem der Wirkstoff MDMA enthalten ist. Denn der Wirkstoffgehalt in den kleinen Pillen, die oft mit lustigen Motiven versehen sind, ist für den Konsumenten nicht abschätzbar. Erst im August hatte das Landeskriminalamt Niedersachsen vor hoch dosierten Ecstasy-Pillen gewarnt. Untersuchungen von Kriminaltechnikern hatten zuvor bei sichergestellten Pillen einen Wirkstoffgehalt von 232 Milligramm pro Tablette festgestellt. Schon bei einem Gehalt von 120 Milligramm MDMA gelten Pillen als hoch dosiert.

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Viele Jugendliche glauben, die „Partypillen“, die erst zu Beginn der 1990er-Jahre in Deutschland Verbreitung fanden, seien eher harmlos. Der Grund: Ecstasy hat im Vergleich zu Heroin, Kokain oder der ebenfalls synthetisch hergestellten Droge Crystal Meth den Ruf, nicht schnell abhängig zu machen. Sie gilt als „Wochenenddroge“, die für mehr Spaß und Durchhaltevermögen sorgt. Der Wirkstoff MDMA putscht auf, baut Ängste ab, sorgt für Glücksgefühle oder verbreitet emotionale Verbundenheit mit andren Personen, weswegen Ecstasy in der Szene auch immer wieder als „Love Drug“ bezeichnet wird.

Ecstasy kann Nieren- und Leberversagen auslösen

Tatsächlich kann Ecstasy bei einer Überdosierung sehr schnell lebensbedrohlich wirken. Die Droge löst in diesen Fällen hauptsächlich Nieren- oder Leberversagen aus – meist bedingt durch Überhitzung des Körpers.

Dabei sind Frauen besonders gefährdet. Sie vertragen, so ergaben es Untersuchungen, maximal 1,3 Milligramm MDMA pro Kilo Körpergewicht. Bei Männern sind es 1,5 Milligramm. Bei einer 13-Jährigen kann aus diesem Grund schon eine Ecstasy-Pille verheerende Folgen haben.