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Ex-„Bild“-Chef Günter Prinz in Hamburg gestorben

Der frühere Chefredakteur der "Bild"-Zeitung und Vorstandschef von Axel Springer, Günter Prinz. Er ist im Alter von 91 Jahren in Hamburg gestorben.

Der frühere Chefredakteur der "Bild"-Zeitung und Vorstandschef von Axel Springer, Günter Prinz. Er ist im Alter von 91 Jahren in Hamburg gestorben.

Foto: Picture Alliance/SCHROEWIG/Eva Oertwig

Der Journalist und Verlagsmanager starb im Alter von 91 Jahren an Herzversagen. Er war Weggefährte von Axel Springer.

Hamburg. Er war eines der bedeutenden Alphatiere des Journalismus und enger Weggefährte des Verlegers Axel Springer (1912 bis 1985). Die "Welt“ schrieb über ihn: „Die ,Bild‘ war die Königin des Boulevards – und Prinz ihr König.“ Jetzt ist Günter Prinz, der langjährige „Bild“-Chefredakteur und Verlagsmanager, im Alter von 91 Jahren in Hamburg an Herzversagen gestorben. Das teilte die Familie am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur mit.

„Günter Prinz hatte in seinem geliebten Garten noch die kühle Abendluft genossen und brach dann zu Füßen einer großen Zaubernuss zusammen, die er gerade erst noch hatte pflanzen lassen“, hieß es. Seine große Leidenschaft seien seine Familie, sein Garten und sein Beruf gewesen. Die Trauerfeier finde im engsten Familienkreis statt, so wie es sein letzter Wille gewesen sei.

Günter Prinz: "Inbegriff des leidenschaftlichen Journalismus"

„Huschi“, wie die Familie ihn liebevoll nannte, hinterlässt seine Frau Carlotta, drei Kinder, zehn Enkel und einen Urenkel. Der frühere „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann twitterte: „Eine Legende! R.I.P., lieber Günter Prinz (1929– 2020)!“ Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, sagte am Wochenende: „Günter Prinz war der Inbegriff des leidenschaftlichen Boulevardjournalisten.“ Er habe den Verlag vor allem als „Bild“- Chefredakteur geprägt und vor seinem Ausscheiden für kurze Zeit auch als Vorstandsvorsitzender. „Wir trauern mit seiner Familie.“

Geboren wurde Prinz am 30. Juli 1929 in Ober Weistritz, das heute in Polen liegt. In Berlin machte er sein Abitur. Dort startete er auch seine journa­listische Karriere als Reporter für den „Tagesspiegel“, die „Berliner Morgenpost“ und die „B.Z.“. Er war auch Autor für die Münchner Illustrierte „Quick“ und dort auch zeitweise stellvertretender Chefredakteur.

"Bild"-Chefredakteur und Wegbegleiter von Axel Springer

1971 übernahm Prinz den Posten als „Bild“-Chefredakteur und blieb es bis 1981. In dieser Zeit kletterte die verkaufte Auflage von rund 3,3 Millionen auf rund fünf Millionen. Im Springer-Verlag hatte Prinz danach weitere wichtige Funktionen – unter anderem als Redaktionsdirektor der „Bild“-Gruppe.

Mitte der 1980er-Jahre, kurz vor dem Tod des Verlagsgründers Axel Springer (1912–1985), stieg Prinz in den Vorstand der Axel Springer Verlag AG auf. Doch 1987 verließ er das Unternehmen und war einige Jahre beim Burda-Verlag tätig, unter anderem als „Bunte“-Herausgeber. Anfang der 1990er-Jahre aber kehrte er überraschend an die Springer-Spitze zurück und wurde zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen. Für einige Monate war er sogar Vorstandschef, bis er dann 1994 kurz vor Erreichen des 65. Lebensjahres aus dem Verlag ausschied.