Insolvenzverschleppung

Rainbow Tours: Ex-Firmenchef legt Geständnis ab

Prozessbeginn in Hamburg gegen den ehemaligen Inhaber von Rainbow Tours und weitere Angeklagte.

Prozessbeginn in Hamburg gegen den ehemaligen Inhaber von Rainbow Tours und weitere Angeklagte.

Foto: Markus Scholz / dpa

Mathias Kampmann kann im Prozess um die Insolvenz des Reiseunternehmens nun mit einer milderen Strafe rechnen.

Hamburg. Im Hamburger Prozess um die Insolvenz des Reiseunternehmens Rainbow Tours hat Mathias Kampmann, ehemaliger Geschäftsführer der Firma, am Freitag ein Geständnis abgelegt. Im Gegenzug habe die Wirtschaftsstrafkammer dem 58-Jährigen zugesichert, dass die Strafe nicht höher als ein Jahr und zehn Monate ausfallen werde, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten vorsätzliche Insolvenzverschleppung, Bankrott und Betrug vor. Er soll die Firma und ein Busunternehmen 2011 verkauft haben, obwohl beide bereits zahlungsunfähig waren.

Die Busreisen von Rainbow Tours waren seit den 1980er Jahren bei jungen Leuten sehr beliebt gewesen. Der Ex-Inhaber werde für Kunden, die nicht mehr durchführbare Reisen bei dem insolventen Unternehmen buchten, 15 000 Euro als Wiedergutmachung zahlen, hieß es. Ein 64 Jahre alter Insolvenzverwalter ist in dem Verfahren wegen Beihilfe angeklagt. Er bestritt die Vorwürfe am Freitag.

Rainbow Tours: Weiterer Angeklagter will gestehen

Ein weiterer Angeklagter aus dem Land Brandenburg soll die zahlungsunfähigen Firmen gekauft und ihren Sitz nach Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) verlegt haben. Die Anklage gegen den 61-Jährigen lautet ebenfalls auf vorsätzliche Insolvenzverschleppung und Bankrott. Er war zu den ersten beiden Prozessterminen nicht erschienen, angeblich wegen einer Erkrankung. Das Gericht ließ ihn verhaften.

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Ein vierter Angeklagter, der zunächst ebenfalls untergetaucht war, sitzt nach Angaben des Sprechers inzwischen ebenfalls in Haft. Der 65-Jährige soll als Rechtsberater tätig gewesen sein. Er will nach Angaben des Sprechers eventuell ebenfalls ein Geständnis ablegen, wenn ihm das Gericht eine milde Strafe zusichert.

( dpa )

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