Hamburger Einkaufsmeile

Wie die Mönckebergstraße im Winter erstrahlt

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Ulrich Gaßdorf
Sebastian Binger präsentiert gemeinsam mit dem Designerduo Sophie Bach und Caroline Backhaus (r.) die Figuren für die Winterbeleuchtung.

Sebastian Binger präsentiert gemeinsam mit dem Designerduo Sophie Bach und Caroline Backhaus (r.) die Figuren für die Winterbeleuchtung.

Foto: Andreas Laible

Grundeigentümer haben 3,1 Millionen Euro für die neue Beleuchtung und 2,6 Millionen Euro für ein ganzjähriges Lichtkonzept ausgegeben.

Hamburg.  Zehn Millionen Euro investieren die Grundeigentümer in die Aufwertung der Mönckebergstraße, dafür wurde extra ein BID (Business Improvement District) eingerichtet. Das wurde bereits im November 2017 gegründet, aber jetzt wird das BID sichtbar: Für rund 3,1 Millionen Euro ist eine Winterbeleuchtung über Hamburgs bekanntester Einkaufsmeile installiert worden. Vom 23. November an soll die Straße in einem neuen, weihnachtlichen Glanz erstrahlen.

Die Stadt erlaubt den Lichterzauber vorerst nur bis zum 6. Januar. „Wir befinden uns noch in Gesprächen und hoffen, dass wir unsere Winterbeleuchtung doch noch über den Januar hinaus hängen lassen können“, sagte Sebastian Binger, Geschäftsführer der Otto Wulff BID Gesellschaft, dem Abendblatt.

Schlittschuhläufer, Schlitten und Schneeflocken

15 Überspannungen wurden zwischen den Fassaden angebracht. Sie bestehen aus einem Sternenhimmel, und darunter hängen bis zu 1,90 Meter hohe und 115 Kilogramm schwere Figuren. Die Motive sind Schlittschuhläufer, Schlitten und Schneeflocken. Diese haben die Designerinnen Caroline Backhaus und Sophie Bach mit viel Liebe zum Detail entworfen. „Den Moment der Freude einzufangen, wenn die Alster zufriert, war unser Anliegen bei der Gestaltung der Winterbeleuchtung.

Die Konstruktion zieht sich wie ein Himmel über die Mönckebergstraße und vermittelt Geborgenheit“, sagte Backhaus. Und Sophie Bach ergänzte: „Die liebevoll gestalteten Figuren erzählen dabei über die volle Länge der Mönckebergstraße immer wieder neue Geschichten.“ Zwei fünf Meter hohe Laternen werden sozusagen als Entrée auf Höhe der Straße Lange Mühren zwischen dem Barkhof und dem ehemaligen GaleriaKarstadt-Kaufhof-Gebäude aufgestellt.

Vorbereitungen für die Winterbeleuchtung haben anderthalb Jahre gedauert

Die Vorbereitungen für die Winterbeleuchtung haben rund anderthalb Jahre gedauert. „Wir mussten für jedes der Gebäude eine individuelle statische Lösung finden. Bei einigen Fassaden mussten im Inneren der Häuser mehrere Meter lange Stahlträger installiert werden, um die Lasten der Überspannungen zu tragen“, sagt BID-Manager Binger. Dort, wo keine Häuser stehen, wurden insgesamt acht Stahlmasten aufgestellt, um die Überspannung aufhängen zu können.

Aber es wurde nicht nur in die Winterbeleuchtung investiert, sondern auch 2,6 Millionen Euro in ein Lichtkonzept. „Mit neuen Strahlern und Lichtmasten können künftig Fassaden und Bäume beleuchtet und architektonische Besonderheiten der Kontorhäuser hervorgehoben werden“, sagte Binger. Einer der sich intensiv für die Verschönerung der Einkaufsmeile einsetzt, ist Ludwig Görtz, der auch Vorsitzender des Trägerverbunds Projekt Innenstadt ist. Der Unternehmer hat sich auch für Gründung des BID starkgemacht. „Mit der neuen Lichtgestaltung und der festlichen Winterbeleuchtung wird die Mönckebergstraße deutlich attraktiver. Sie gewinnt ihre alte Strahlkraft zurück“, sagte Görtz. Davon kann sich in zehn Tagen jeder selbst überzeugen, wenn die Mönckebergstraße in weihnachtlicher Atmosphäre erstrahlt.

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Der Wettbewerb in der Innenstadt ist groß: „Die Investitionen und neuen Maßnahmen der BIDs sind nötig, um die wachsenden Herausforderungen, beispielsweise durch den Onlinehandel sowie der Konkurrenz durch neue Einzelhandelsflächen, zu begegnen“, sagt Sebastian Binger.

Es werden Nachmieter für Kaufhausflächen gesucht

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: Vor Kurzem wurden die ersten Läden im revitalisierten ehemaligen Gebäudekomplex der Vereins- und Westbank am Alten Wall bezogen. Im nächsten Jahr kommen im Springer Quartier an der Kaiser-Wilhelm-Straße bis zu acht Flächen für Gastronomie und Einzelhandel dazu. Unterdessen stehen seit Kurzem auf der Mönckebergstraße riesige Flächen leer. Wie berichtet, haben die Kaufhäuser Galeria-Karstadt-Kaufhof und Karstadt Sports geschlossen. Für die Makler dürfte es eine Herausforderung sein, neue Mieter für diese Immobilien zu finden. Nach Abendblatt-Informationen soll es aber bereits Gespräche geben.

Aber es wird auf der Mönckebergstraße nicht nur in Licht investiert, sondern auch eine halbe Million Euro in eine neue Möblierung. Es werden dort 88 Sitzbänke aufgebaut, deutlich mehr als bisher. Die Zahl der Fahrradbügel steigt von 125 auf 188. Auch die Poller auf der Einkaufsmeile werden ausgetauscht.

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