Pandemie

Seeleute aus Kiribati stranden wegen Corona in Hamburg

Die Seemannsmission im Hamburger Hafen (Archivbild).

Die Seemannsmission im Hamburger Hafen (Archivbild).

Foto: Roland Magunia

Seit fünf Wochen sitzen die Seeleute fest – wegen der Pandemie verweigert ihnen Kiribati die Einreise.

Hamburg. In der Hamburger Seemannsmission und in der Jugendherberge Horner Rennbahn warten derzeit 13 Seeleute aus Kiribati darauf, die Heimreise antreten zu können. Seit fünf Wochen sitzen sie fest – wegen der Corona-Pandemie verweigert ihnen Kiribati die Einreise. Angestellt sind die gestrandeten I-Kiribati bei der Reederei Leonhardt Blumberg. „Normalerweise haben die Seeleute einen Zehnmonatsvertrag. Danach dürfen sie drei Monate in ihre Heimat, bevor es wieder aufs Schiff geht“, sagt Martin Leonhardt, Crew-Operator bei der Reederei. Teilweise seien die Seeleute 18 Monate an Bord gewesen.

In den kommenden Wochen möchte die Reederei daher noch um die 80 weitere I-Kiribati an Land holen. Diese werden laut Leonhardt ebenfalls in der Jugendherberge untergebracht. Wann die Seeleute zurückreisen können, ist ungewiss. „Die Gespräche mit der Regierung gestalten sich schwierig“, so Leonhardt. Die Inselgruppe im Pazifik sei medizinisch nicht so gut ausgestattet und wolle daher kein Risiko eingehen. Die Grenzen bleiben nach Informationen der kiribatischen Regierung noch bis Ende Dezember geschlossen. Danach sollen zunächst I-Kiribati aus coronafreien Ländern zurückgeholt werden.

Der Corona-Lockdown hält die Ma­trosen nicht nur von ihren Familien fern, auch ihre Jobs sind in Gefahr. „Die gestrandeten Seeleute müssen ja erst mal nach Hause, aber neues Personal aus Kiribati kann wegen der geschlossenen Grenzen auch nicht anheuern“, sagt Leonhardt. Die Reederei müsse daher eventuell Schiffspersonal aus anderen Nationen anstellen.

( cjl )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg