Politikum

Ohne Not abreißen? Steilshooper kämpfen um ihre Sporthalle

Die Bramfelder "Schule am See" ist nach dem Umzug in den neuen Campus Steilshoop zwar größtenteils verlassen, aber dennoch gut in Schuss.

Die Bramfelder "Schule am See" ist nach dem Umzug in den neuen Campus Steilshoop zwar größtenteils verlassen, aber dennoch gut in Schuss.

Foto: Privat

Auf dem Areal der "Schule am See" sollen Wohnungen entstehen – frühestens 2022. Die intakten Gebäude sollen dennoch schon fallen.

Hamburg. Die Bramfelder "Schule am See" ist todgeweiht. Sie soll noch in diesem Jahr komplett abgerissen werden. Obwohl die Gebäude intakt und insbesondere die Sporthalle und die Aula noch voll funktionsfähig sind. Der "zeitnahe Abriss" solle Vandalismusschäden vorbeugen und laufende Kosten für den Betrieb sparen, begründete der Senat sein Vorhaben. Der Steilshooper Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe (CDU) hält dagegen.

"Die Sporthalle und die verkehrssicheren Schulgebäude jetzt schon abzureißen verschenkt Potential für den Stadtteil", sagte Kappe. Er will die intakten Gebäude solange für den Stadtteil sichern, bis über die Neubebauung des Grundstücks am Borchertring entschieden ist. "Durch die Coronavorschriften sind die Sportvereine ab Dezember wieder auf größere Räume und verbesserte Platzverhältnisse angewiesen, um die Gruppen kleiner machen zu können. Da käme die Schule mit ihrer Halle mehr als gelegen."

192 Wohnungen auf altem Schulgelände

Die Stadt aber hat den Sportvereinen die Hallenzeiten gekündigt. Die Abrissgenehmigung ist erteilt. Nur die "Gymnastik- und Freizeitgemeinschaft Steilshoop" (GFG) kann die früher zu 100 Prozent ausgelastete Halle derzeit noch nutzen. In der Wandsbeker Bezirksversammlung am Donnerstag (12. November) will die CDU jetzt durchsetzen, dass die Halle vorerst stehen bleibt und den Vereinen im Stadtteil wieder angeboten wird.

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Die "Schule am See" ist zum neuen Campus Steilshoop umgezogen. Auf dem alten Schulgelände ist Wohnungsbau geplant. 192 Wohnungen in bis zu siebengeschossigen Wohnungen sollen es werden. Aber es gibt noch gar keinen Bebauungsplan für die Fläche, geschweige denn eine Baugenehmigung. Den ersten Verfahrensschritt auf dem Weg dahin, die Öffentliche Plandiskussion, hat das Bezirksamt gerade abgesagt. Ein schnelles Bebauungsplanverfahren dauert etwa zwei Jahre. Während dieser Zeit wäre eine Nutzung denkbar.

Neue Wohnungen: Kritik an "Einheitsbauweise"

Die Sporthalle der Schule ist seit langem umkämpft. Die Vereine hatten ihren Erhalt auch nach dem Umzug der Schule gefordert. Es gibt auch Bemühungen, Stadtteilkultur in der Schule zu etablieren. Der Soziale Träger Alraune hat bereits angeboten, die leeren Gebäude zu bespielen. Der Chor des Bramfelder Kulturladens (Brakula) nutzt bereits den Musikraum.

"Abriss und Neubau sollten zeitlich aufeinander abgestimmt werden, so dass dem Stadtteil nicht unnötig Chancen genommen werden", sagte Kappe. Auch monierte er die von der städtischen Saga ins Auge gefasste "Einheitsbauweise" für die neuen Wohnungen. Während in der Hafencity ökologische und innovative Prestige-Bauten entstünden, sehe die Stadt für Steilshoop nur günstiges Bauen vor. "Da fehlt es an Wertschätzung und Ambitionen", sagte Kappe. Er wünsche sich "ein begrüntes Wohnhaus direkt am Bramfelder See". Das würde Steilshoop "aufwerten".